World of Warcraft und Counter Strike

Screenshot des Spiels „World of Warcraft“
World of Warcraft – für viele Spielerinnen und Spieler eine phantastische Parallelwelt. Bild: SobControllers, Lizenz: CC BY

World of Warcraft

„World of Warcraft“ ist ein Onlinespiel und zwar ein so genanntes „Massive Multiplayer Online Roleplaying Game“ – also ein Online-Rollenspiel für viele Spieler, kurz MMORPG. Das Spiel muss von DVD (ca. 25 Euro) installiert werden und erfordert eine monatliche Abo-Gebühr von etwa 13 Euro. Mittlerweile sind fünf Erweiterungen erschienen, die das Spiel um wesentliche Neuerungen wie Rassen, epische Geschichten und fantastische Gegenden bereichern.

„World of Warcraft“ gilt als Marktführer der MMORPG: Einst gehörten 13 Millionen Spieler zur Fangemeinde, 2013 sind es immerhin noch rund 8 Millionen weltweit. Mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz macht Blizzard-Entertainment jedes Jahr allein mit „World of Warcraft“ und entsprechendem Zubehör (Stand: 2012).


Das Spiel und die Erweiterungen, die es im Handel zu kaufen gibt, sind von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ab 12 Jahren freigegeben. Hier sei erwähnt, dass das Spiel regelmäßig um Online-Inhalte erweitert wird, die nicht von der USK geprüft werden.

Die virtuelle Spielfigur

Zunächst einmal darf man sich seine eigene Figur (Avatar) erschaffen. Hierzu gilt es auszuwählen, zu welchem Volk man gehören und ob man sich zu den „Guten“ (Allianz) oder zu den „Bösen“ (Horde) gesellen möchte. Zur Wahl stehen u.a. folgende Völker: Pandare, Zwerge, Menschen, Goblins, Orcs und Elfen. Innerhalb eines solchen Volkes gestaltet sich der Spieler/die Spielerin einen eigenen Charakter („Char“).

Cosplayerin stellt World-of-Warcraft-Figur dar
„World of Warcraft“ erfreut sich on- wie auch offline großer Beliebtheit: Cosplayerin, verkleidet als Nachtelfe. Bild: Anna Fischer, Lizenz: CC BY-NC-ND

Hauptinhalt von „World of Warcraft“ ist es, Aufgaben („Quests“) oder Instanzen („Levels“) zu bewältigen, wozu auch Kämpfe gehören. Um dies zu erledigen, muss man „Raids“ (meist Kämpfe) gemeinsam mit etwa 10 bis 25 Mitspielern bestreiten. Manche dieser Gruppen („Gilden“) haben strenge Aufnahmekriterien, die zum Beispiel vorschreiben, wann genau ein Mitglied im Spiel anwesend sein muss und wie lange diese Anwesenheit mindestens zu dauern hat. Sechs Stunden täglich sind ab einem gewissen Level keine Seltenheit.  

 

Komplexität

An „World of Warcraft“ lässt sich zeigen, dass das Bild des dumpf vor sich hin starrenden, völlig isolierten, Pizza essenden Spielers so ganz und gar nicht der Realität entspricht. Ab einem bestimmten Spielniveau ist das Interface äußerst komplex. Es gibt verschiedenartige Anzeigen, die während eines Kampfes beachtet werden müssen und die sich ständig verändern.
 
Das bedeutet, dass mindestens ein hohes Maß an Konzentration, an Multitasking-Fähigkeit und rascher Auffassungsgabe zur Interpretation der jeweiligen Anzeigen erforderlich sind. Das gesamte Spielgeschehen und letztlich der Erfolg ist von gelungener Kommunikation innerhalb der Gilde abhängig.

Woraus ergibt sich das Suchtpotential bei „World of Warcraft“?

„World of Warcraft“ steht nicht so sehr wegen seiner Gewalthaltigkeit in der Kritik, sondern wegen seines Suchtpotenzials. Dieses ergibt sich aus folgenden Aspekten: Durch Erfahrungspunkte und neue Gegenstände werden die Spielfiguren immer stärker. Mit steigender Spieldauer wird die eigene Figur immer wertvoller, so dass das Aufhören zunehmend schwerer fällt, weil man ja seine mühsam entwickelte Spielfigur nicht aufgeben möchte.


Es gibt ein glückspielartiges Belohnungssystem: das heißt, man weiß nie wann die Belohnung tatsächlich erfolgt und spielt daher so lange weiter, bis man sie erlangt hat. Außerdem bringt Blizzard fast wöchentlich neue Items und Aufgaben ins Spiel. Dadurch geht „World of Warcraft“ mit immer neuen Herausforderungen permanent weiter. Es gibt Gegenstände, die noch seltener sind und die man noch nicht besitzt oder Gegenden die man noch erkunden möchte.


Je länger und intensiver man spielt desto höher wird das Ansehen bei den Völkern im Spiel. Gleichzeitig steigt auch die Aufmerksamkeit der Mitspielerinnen und Mitspielern. So entsteht eine emotionale Bindung an die Spielewelt und Community. Die Welt in „World of Warcraft“ steht also niemals still. Das Gefühl, dass man etwas verpasst, wenn man sich nicht in der Spielwelt aufhält, droht immer intensiver zu werden.

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Counter Strike

Kaum ein Spiel ist hierzulande so in der Diskussion wie „Counter Strike“. Es gilt als das Paradebeispiel für ein so genanntes „Killerspiel“. 1998 als unter dem Namen „Half Life“ erstmals veröffentlicht, trat es mit diversen Versionen – inzwischen als „Counter Strike Global Offensive“ – einen wahren Siegeszug an und ist nach „World of Warcraft“ das beliebteste Spiel in Deutschland. Gespielt wird es u.a. auch im elektronischen Sport (eSport) als Wettkampfspiel.

Screenshot des Spiels „Counter Strike“
Worin liegt die Faszination des Spiels „Counter Strike“? Bild: gitmonation84, Lizenz: CC BY-SA

Worum geht es?
Es geht um taktische Kämpfe zwischen einer terroristischen Gruppierung und ihren Gegenspielern, einer Anti-Terror-Einheit. Gespielt wird in kurzen Sequenzen (ca. 2 Minuten) in verschiedenen Karten (Maps), wobei die Aufgabe meist darin besteht, eine Geisel zu befreien bzw. deren Befreiung zu verhindern (Hostage-Rescue Szenario) oder eine Bombe zu legen bzw. dies zu verhindern. Die virtuelle Spielwelt zeigt realitätsnahe und detailgetreue Szenarien in Form von Hafengegenden, Container- und Lagerhallen bis hin zu waldähnlichen Landschaften und kleinen Städten. Als teambasierten Ego-Shooter kann man „Counter Strike“ entweder online mit anderen Web-Spielern oder offline mit physisch anwesenden Mitspielern bzw. Computergegnern spielen.

 

Als Waffen dienen Maschinengewehre, Pistolen, Messer oder die genannten Bomben, die man taktisch in der Spielwelt platziert. Befragt man Fans, was für sie die Faszination von „Counter Strike“ ausmacht, so steht für sie nicht das Töten im Mittelpunkt, sondern die geforderte Reaktionsschnelligkeit, das taktische Vorgehen und vor allem die Gemeinschaft.


Weitere Informationen
Pädagogische Beurteilung auf dem Spieleratgeber-NRW
Ausführlicher Artikel des Medienpädagogen Jens Wiemken zu Counterstrike

Pädagogische Praxis

Filmbildung im Deutschunterricht: The Present

Deutsch, Klasse 5–6, Sek I/Gym: Der Animationsfilm eignet sich für die Thematisierung der Figurenbeziehung und Bildsprache im Film und kann darüber hinaus zur Thematisierung von Behinderung, Tierliebe und Freizeitaktivitäten dienen. weiterlesen

Unterrichtsmodul: Computerspiele bewerten

Deutsch/fachunabhängig, Klasse 10, GY/WRS/RS: Ausgehend von ihren Spielerfahrungen unterziehen Jugendliche in diesem Unterrichtsmodul ein konkretes Spiel einer kritischen Analyse und präsentieren ihre Ergebnisse. weiterlesen

Unterrichtsmodul: Erfahrungen mit digitalen Spielen

Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur/Deutsch/fachunabhängig, Klasse 4, GS/Förderschule: Im Mittelpunkt dieses Unterrichtsmoduls steht der Erfahrungsaustausch über den eigenen Umgang mit digitalen Spielen. Grenzen und Gefahren werden angesprochen und zum Lieblingsspiel ein Steckbrief und ein...weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis

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