Websites erstellen

Maurer bei der Arbeit
Bild: Nicole Bick

Wir stellen hier verschiedene Techniken vor, die zum Erstellen von Websites verwendet werden. Zunächst sind die Grundlagen an der Reihe: HTML, CSS, Skripte und Datenbanken. Dank einfach zu bedienender Content Management Systeme ist es heute zwar nicht mehr notwendig, diese Techniken zu beherrschen, doch ist es mehr als nützlich, um zu verstehen, was hinter der Benutzeroberfläche vor sich geht.

HTML, CSS, Skripte und Datenbanken

HTML – Hypertext Markup Language

HTML (Hypertext Markup Language) ist die Seitenbeschreibungssprache des WWW. HTML dient in erster Linie der Formatierung von Textdokumenten. Layouts lassen sich damit nur umständlich entwickeln, aber es können Bilder, Grafiken oder Töne in die Seiten eingebunden werden. Verschiedene Dokumente werden mit der Hilfe von Hyperlinks miteinander verknüpft.

 

Was in einer Word-Datei im Hintergrund immer mit abgespeichert wird (Textformatierungen, Absätze, etc.) wird in einer HTML-Datei selbst von Hand programmiert. Wie der Text auf der Programmieroberfläche aussieht, spielt zunächst überhaupt keine Rolle, denn die Umsetzung der HTML-Befehle übernimmt ein Browser. In unserem HTML-Basiskurs lernen Sie die wichtigsten HTML-Befehle kennen.

 

Reine HTML-Seiten sind im Internet jedoch selten zu finden. Mit verschiedenen Techniken wie Cascading Style Sheets, Skripte und Datenbanken können komplexe und umfangreiche Webangebote einfacher erstellt und verwaltet werden.

CSS – Cascading Style Sheets

Mit CSS lässt sich das Aussehen einer Seite komplett und zentral bestimmen. Vorteil dieses Vorgehens ist die Trennung des Inhalts von dessen Gestaltung.

 

So sind zum Beispiel alle Schriftdefinitionen wie Größe, Font, Farbe, etc. in einer einzigen zentralen Datei gespeichert. In der eigentlichen HTML-Datei wird lediglich auf diese CSS-Datei verwiesen. So kann Speicherplatz gespart werden und außerdem wird das Arbeiten erleichtert. Soll zum Beispiel der Schrifttyp komplett geändert werden, wird lediglich die CSS-Datei geändert und neu auf den Server hochgeladen.

 

Wenn mit Style Sheets gearbeitet wird, werden Textelemente in HTML-Seiten am besten nur mit strukturellen Tags versehen, zum Beispiel wird ein Textelement als Überschrift ausgewiesen. Wie die Überschrift genau aussieht, wird dann mit Style Sheets festgelegt.

 

Darüber hinaus lassen sich mit CSS auch viele andere Dinge bewerkstelligen, Hintergründe können eingefärbt und Objekte pixelgenau auf einer Seite platziert werden.

 

Da der Einsatz von CSS erst bei größeren Webauftritten Sinn macht, sollte die CSS-Programmierung mit einem Editor erfolgen, der bei größeren Projekten ohnehin zum Einsatz kommen wird.

Skripte, Sprachen und Datenbanken – die Welt hinter HTML

Mit Skriptsprachen lässt sich eine Internetseite vielseitiger gestalten als mit HTML, beispielsweise lassen sich mit ihnen interaktive Elemente einbinden.

 

Man unterscheidet zwischen clientseitigen und serverseitigen Sprachen. Clientseitige Sprachen sind Skripte, die vom Browser des Besuchers auf dessen Rechner interpretiert und ausgeführt werden wie beispielsweise Javascript. Dazu muss jedoch die entsprechende Software auf dem Computer der Besucherinnen installiert sein.

 

Serverseitigen Sprachen wie PHP sind Skripte, die auf dem Server ausgeführt werden, auf dem auch die Dateien der Homepage liegen.

 

Nicht zuletzt werden Skripte dafür verwendet mit Datenbanken zu kommunizieren. Eine Datenbank kann komplexe und zum Teil ungeheure Mengen an Information in einer speziell dafür geschaffenen Umgebung verwalten.

 

Auf der Grundlage von Datenbanken können sogenannte dynamische Webseiten erzeugt werden. Im Unterschied zu statischen Seiten, die schon fertig auf einem Server liegen, werden dynamische Seiten erst beim Aufruf der Seite erzeugt. Dabei werden die Inhalte einer Seite völlig getrennt von ihrer Erscheinung mit Hilfe einer Datenbank verwaltet.

 

Es gibt unzählige serverseitige Möglichkeiten, eine Internetseite dynamisch darstellen zu lassen. Häufig vermischen sich die Technologien, und es ist oft nicht einfach, die richtige Kombination zu finden, um den Anforderungen an die Webseite gerecht zu werden.

Content-Management-Systeme (CMS)

Heutzutage werden Websites in aller Regel mit Content-Management-Systemen erstellt und verwaltet. Dabei handelt es sich um Programme zur Verwaltung von Inhalten eines Internetangebots, die in der Regel auf Datenbanken basieren. Damit muss nicht jede Seite einzeln in HTML programmiert werden. Es gibt übergeordnete Strukturen der Seite, in die die Inhalte eingebunden werden.

 

Bei einem CMS wird der Inhalt vom Layout getrennt, was verschiedene Vorteile bietet. Eine einzelne Seite lässt sich damit schnell und komfortabel aktualisieren. Es sind keine Programmierkenntnisse nötig, so dass auch technisch eher unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer ein Internetangebot pflegen können. Durch die vorgegebene Struktur ergibt sich ein einheitliches Erscheinungsbild der Seiten.

 

Bei vielen Content-Management-Systemen handelt es sich um Freie Software, so etwa Typo3, mit dem auch diese Seiten erstellt sind, oder Joomla.

Blogs

Eine Sonderform von Content-Management-Systemen sind Blogs. Diese ursprünglich eher Weblog („Netztagebuch“) genannten einfachen Internetseiten funktionieren ähnlich wie eine Online-Zeitung: Die neuesten Beiträge erscheinen immer oben, älterer Content rutscht nach unten. Mit Blogs lässt sich nahezu ohne spezielles Vorwissen im Internet publizieren.

 

Lesen Sie mehr über Blogs und ihren Einsatz im Unterricht.

Baukästen für die Schule

Bild: Benjamin Esham, Lizenz: CC BY-SA

Verschiedene Institutionen und Vereine bieten einfache Content-Management-Systeme für den Einsatz in der Schule an. Manche basieren auf den Wiki-Prinzip, andere orientieren sich an Blogs oder Online-Magazinen. Wir haben einige davon in unserem Blog näher vorgestellt. Gerade für die unteren Klassen sind übliche Blog-Content-Management-Systeme noch zu unübersichtlich, in der Mittelstufe dagegen kann getrost auf solche zurückgegriffen werden.

 

Es bieten sich zahlreiche Anlässe, mit Schulklassen einen eigenen Internetauftritt zu erstellen: Man kann Projekte oder Klassenfahrten dokumentieren, eine Klassenzeitung im Netz betreiben oder einfach nur Unterrichtsergebnisse darstellen. Dabei können die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Schritte im Netz als Anbieter von Inhalten machen. Sie erwerben sowohl einfache technische und gestalterische Kompetenzen als auch ein Bewusstsein für Öffentlichkeit und Urheberrecht.

Primolo

Fast schon ein Klassiker unter den Content-Management-Systemen für die Schule ist Primolo von Lehrer-Online. Der Dienst ging im Jahr 2001 an den Start und zeigt sich seit Herbst 2011 in neuem Gewand und mit neuen Funktionen. Neben einem simplen Website-Generator bietet Primolo eine Community-Funktion im Stil Sozialer Netzwerke.

 

Mehr über Primolo im MCO-Blog.

Redax

Eher ein CMS für Online-Magazine ist Redax, ein Angebot der Jugendstiftung Baden-Württemberg. Das System unterscheidet verschiedene Mitarbeiterrollen wie Chefredakteur, Redakteur und Autor und bietet sich dadurch vor allem für den klassenübergreifenden Einsatz an. Über eine Art „Presseagentur“ kann jeder Autor seine Artikel auch anderen Redax-Magazinen anbieten.

 

Mehr über Redax im MCO-Blog.

kidipedia

Besonders für die Dokumentation von Unterrichtsergebnissen im Sachunterricht ist das Projekt kidipedia ausgelegt, das von der PH der FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) betrieben wird. Hier handelt es sich um eine speziell für Kinder entwickelte Version eines Wikis, bei dem besonderen Wert auf ein einfaches User-Interface gelegt wurde. Wie bei einem Wiki für Erwachsene steht hier die Ko-Konstruktion von Wissen im Vordergrund, Beiträge können auch klassenübergreifend überarbeitet werden.

 

Mehr über kidipedia im MCO-Blog.

ZUM-Grundschulwiki

Das Grundschulwiki der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM) ist ein Mitmach-Lexikon für Kinder, ganz im Stile der Wikipedia. Da das Grundschulwiki auf der gleichen Software basiert, ist die Anmutung die selbe wie beim bekannten Online-Lexikon. Im Gegensatz zu diesem muss man beim ZUM-Grundschulwiki jedoch angemeldet sein, wenn man Beiträge verfassen oder überarbeiten möchte.