paedML ® und Medienentwicklungsplanung

Gastvortrag bei der VWA e.V. Stuttgart

Am 16. April veranstaltete die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie e.V. (VWA) ein ganztägiges Seminar für Mitarbeiter aus der Schulverwaltung zum Thema „Einführung einheitlicher Standards bei der Medienentwicklungsplanung“. Emmerich Hernadi, Fachbereichsdirektor IT am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, war am Nachmittag als Gastreferent geladen, um die paedML für schulische Computernetze mit den dazugehörigen Schulservices vorzustellen.

Medienentwicklungsplanung: Der Medieneinsatz sollte sich für die pädagogischen Ziele einer Schule eigenen und die technischen Rahmenbedingungen angemessen berücksichtigen.( © 2013 Thinkstock, Bild-Nr.: 150378093, Robert Adrian Hillman)

Der Dozent Manfred Wallisch, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Crailsheim, dort zuständig für das Sachgebiet Schulen und Spezialist in Sachen Medienentwicklungsplanung leitete das Seminar. Er führte die Teilnehmer, (anwesend waren Vertreter von Schul- und Kulturämter sowie IT-Verantwortliche einzelner Städte und Landkreise) durch ein breit gefächertes Tagesprogramm mit folgenden Schwerpunktthemen:

  • Neue Medien im Unterricht
  • Lehren und Lernen mit neuen Medien
  • Vernetzung und Kommunikation
  • Wartung und Support
  • Investitionsplanung und Finanzierungsbedarf
  • Umsetzung des Medienentwicklungsplans (Beispiel Crailsheim).

Beim Thema „Vernetzung und Kommunikation“ erhielten die Kursteilnehmer einen Einstieg in die Netzwerkplanung mit Informationen zu den entsprechenden Netzwerkanforderungen für den schulischen Computerbetrieb. Die pädagogische Musterlösung für schulische Computernetze (paedML) erfüllt genau diese Kriterien, und so passte es thematisch sehr gut, an dieser Stelle mit einer Produktpräsentation einzusteigen. Nach einleitenden Worten zur mittelfristigen Entwicklung der schulischen IT leitete Emmerich Hernadi zum Kern seines Vortrages über: „Die paedML ist eine IT-Management- und eine Klassenraum-Management-Software“, erklärte er, die nach Industriestandards entwickelt wurde und zahlreiche Funktionen für einen modernen Medienunterricht enthält. Als IT-Management-Software sichert sie die stabile Verwaltung des schulischen Computernetzes und entlastet damit den schulischen Netzwerkbetreuer. 

 

Als Klassenraum-Management-Software ermöglicht die paedML schnelle und interaktive Abläufe zwischen dem Lehrer-Rechner und den Schüler-PCs. Integrierte Steuerungsfunktionen (in der Schulkonsole) sorgen für strukturierte Abläufe im Unterricht, und helfen den Lehrkräften die Computeraktivitäten ihrer Schüler zu lenken. Das gibt Sicherheit, gerade im Umgang mit neuen Medien. In seiner Präsentation lieferte Hernadi eine Übersicht der beliebtesten paedML-Unterrichtsfunktionen und verwies der Vollständigkeit halber auf die kompletten Funktionsbeschreibungen im Anhang der Produktbroschüre.

Schulnetzberater des Landes Baden-Württemberg helfen bei der Medienentwicklungsplanung und beraten Schulen auch vor Ort. (© 2013 Thinkstock, Bild-Nr.: 150378592, Robert Adrian Hillman)

Im Mittelpunkt des weiteren Vortrages stand das „Fünf-Säulen-Modell“ zur vernetzen Schule, das bis heute das gesamte Entwicklungskonzept der paedML prägt. Jede Säule steht für ein spezialisiertes Angebot, um möglichst vielen paedML-Kunden (Schulträger, Lehrkräfte, Netzwerkberater oder Computerfachbetriebe-) eine zielgerichtete Unterstützung zu bieten. Die Angebote zur Entwicklung, zur Schulnetzberatung und zum technischen Support liefert das LMZ seit Jahren aus einer Hand, sie sind im Preis eines paedML-Paketes enthalten. Ergänzende Partnerangebote durch die Lehrerfortbildung (Basiskurse paedML) und die IHK Offenburg (Qualifizierung von Computerfachbetrieben) bieten ergänzend wichtige Kurse für die Praxis im schulischen Betrieb.

 

Fragerunde zur paedML
Während und am Ende des Vortrages nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Einige Personen wollten wissen, wann die neuen paedML-Versionen erscheinen. „Die Neuentwicklung der paedML-Linux auf Basis von UCS@school (des Open Source-Herstellers Univention) liegt voll im Zeitplan, das heißt, wir rechnen mit einer Betaversion der Schul-IT-Komplettlösung im Sommer“, erklärte Emmerich Hernadi. Einen konkreten Veröffentlichungstermin wollte Hernadi zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Zuerst müssten die Testergebnisse mit einer Reihe von Pilotschulen vorliegen, um eventuelle Fehler (Bugs) aufspüren und bereinigen zu können. Parallel dazu gäbe es noch eine Menge Arbeit bei der Anfertigung technischer Anleitungen und bei der Erstellung von Schulungsunterlagen in enger Kooperation mit der Lehrerfortbildung. Eines sei jedoch sicher: Schulen dürfen sich künftig über eine moderne Schul-IT-Komplettlösung freuen, die sich (infolge neuer Virtualisierungstechniken) wesentlich schneller installieren lässt und mehr für den Unterricht zu bieten hat als bisher. Die Einbindung mobiler Endgeräte wird ebenfalls möglich sein.

Auch bei Windows ist die Entwicklungsarbeit der neuen Version 3.0 in vollem Gange. Die Zusammenarbeit zwischen dem Landesmedienzentrum und der Firma Cellent funktioniert ausgezeichnet. Eine Beta-installierbare Version soll zum Sommer vorliegen. „Damit liegen wir wieder im Zeitplan“, räumte Emmerich Hernadi ein, obwohl eine Produktabkündigung bei Microsoft vor einigen Monaten eine Strategieänderung für das UTM (Unified Thread Management) im laufenden paedML-Entwicklungsprozess erforderlich machte. Außerdem wird die paedML Windows 3.0 nun auf Basis des aktuellen Serverprodukts Windows Server 2012, und nicht wie anfangs geplant, auf Windows Server 2008 R2 entwickelt. Anstatt SharePoint Foundation 2010 wird die Version 2013 von SharePoint Foundation integraler Bestandteil sein. „Im Interesse unserer Kunden bringen wir die paedML 3.0 damit auf den neuesten Stand, mit moderner Technologie und zusätzlichen Unterrichtsfunktionen. Aktualität und Innovation waren uns wichtig, wir wollten aber auch die geplanten Fristen zur geplanten Bereitstellung einhalten“, erklärte Emmerich Hernadi.

Die paedML für schulische Computernetze berücksichtigt die Multimediaempfehlungen des Landes Baden-Württemberg. (© 2013 Thinkstock, Bild-Nr.: 150378592, Robert Adrian Hillman)

Andere Teilnehmer aus der Runde wollten wissen, ob viele Schulen bereits zusätzliche Anforderungen an das mobile Lernen stellen. „Auf den großen IT-Messen, Fachtagungen und bei vielen Beratungen ist das Thema „Bring your own device“ sehr aktuell. Die Einbindung von mobilen Geräten wie Smartphones, iPads und Tablets wird sicherlich weiterhin an Bedeutung gewinnen“, erklärte Hernadi. Allerdings fallen in den Schulen die Anforderungen noch deutlich geringer aus, das hätten seine bisherigen Interviews an verschiedenen Schulen gezeigt. „Um zukunftsfähig zu bleiben, arbeiten wir auch in der paedML-Entwicklung an flexiblen Lösungsmöglichkeiten zum sicheren Umgang mit mobilen Endgeräten. Die neue paedML-Linux wird beispielsweise Windows 8-Tablets und iPads unterstützen“, so Hernadi.

Ein weiterer Zuhörer wollte wissen, ob es für die paedML Windows eine neue Firewall-Lösung geben wird. „Ja“, lautete die eindeutige Antwort. Momentan werden drei Produkte begutachtet. Ende Mai steht dann die endgültige Entscheidung für eine neue Firewall fest.

Herr Wallisch bedankte sich bei Herrn Hernadi und fragte an, ob er auch beim zweiten VWA-Seminar am 14. Oktober als Referent zur Verfügung stehen könnte. Abschließend erklärte Manfred Wallisch, dass der Medienentwicklungsplan in der Praxis eine größere Rolle spielen müsste, immerhin könnten Städte und Kommunen mit diesem Instrument große Einsparpotenziale erzielen. Nach vorläufigen Pressemitteilungen, so Wallisch, beabsichtige das Land Baden-Württemberg Standards für den IT-Bereich einzuführen, damit die vielschichtigen und häufig nicht miteinander harmonisierenden EDV-Anwendungen kompatibel werden. Außerdem würden viele unterschiedliche Behörden Beschaffungen und Dienstleistungen in kleinen Einheiten ausschreiben, ohne dabei den Blick fürs Ganze zu sehen, kritisierte Wallisch. „Genau hier liegen die Aufgaben eines komplexen Medienentwicklungsplanes“.

 

Hier gelangen Sie zur Präsentation.