Kandinsky mal anders

Die abstrakte Bildsprache Wassily Kandinskys eignet sich ideal für einen Kunstunterricht mit Neuen Medien. Bereits mit einem einfachen Grafikprogramm lassen sich die für den russischen Künstler typischen, grafischen Grundelemente zeichnen und kombinieren. Im Prozess des digitalen Konstruierens können Schüler ab Klassenstufe 7 das visuelle Arrangement Kandinskys handlungsorientiert nachvollziehen. Federführend für diese Unterrichtsidee ist Michael Funk, medienpädagogischer Berater des Kreismedienzentrums Freudenstadt und Lehrer der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Schopfloch. Für eine erfolgreiche Umsetzung in die Praxis erweisen sich die vielfältigen Funktionen der paedML als besonders nützlich.

Bildanalyse mal anders – Die paedML bietet Ihnen vielfältige Steuerungsfunktionen für einen lebendigen digitalen Unterricht. (© 2013 Thinkstock, Bild-Nr.: 86487505)

Bildrecherche im Internet

Die erste Phase des Unterrichts besteht aus einer Internetrecherche, in der die umzusetzenden Vorlagen zusammengetragen werden. Um das wilde Surfen in den Weiten des World Wide Webs zu unterbinden, kann der Lehrer es mithilfe der paedML entweder global für den ganzen Raum oder nur für einzelne Rechner sperren. Darüber hinaus lässt sich eine sogenannte „Whitelist“ anlegen, sodass den Schülern nur speziell ausgesuchte Webseiten zum Durchstöbern offeriert werden. Bevor das Internet zur Bildrecherche freigegeben wird, sollte der Lehrer seine Klasse unbedingt über die für Kandinsky geltenden Urheberrechte informieren. Ein Abspeichern der im Netz gefundenen Werke Kandinskys ist also nicht zulässig – lediglich ein Betrachten im Browser.

Digitales Konstruieren mit einem gängigen Office-Programm

Kandinskys Kompositionen eignen sich ideal zum digitalen Nachbauen – wie dieses Schülerwerk, das in Michael Funks Unterricht entstanden ist, beweist.

Zum digitalen Nachbauen Kandinskys Zeichenstil eignen sich nach Michael Funk vor allem einfache Grafiktools, die in den gängigen Office-Programmen zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Bildschirmpräsentation enthalten sind. Die zweckentfremdete Benutzung solcher Programme erweist sich als intuitiv; bereits nach einer kurzen Übungsphase lassen sich grafische Formen zeichnen und beliebig im Format positionieren, sodass sehenswerte Ergebnisse auf dem Bildschirm entstehen.

 

Im Hauptteil des Unterrichts konstruieren die Lernenden schließlich das zuvor recherchierte Kandinsky-Gemälde nach. Im aktiven Handeln können sie die für den Künstler typische Komposition, Form- und Farbgebung eindringlich nachvollziehen. Erwartungsgemäß werden während der Arbeitsphase Rückfragen auftreten. Hier erweist sich die Funktion „Schülerbildschirm holen“ der paedML als besonders wertvoll: Per Mausklick kann sich der Lehrer den Inhalt eines beliebigen Schülerbildschirms anzeigen lassen und sich somit schnell einen Überblick zum aktuellen Arbeitsstand verschaffen, Feedback geben und im gegebenen Fall auch interaktiv eingreifen. Außerdem lässt sich der aktuelle Bildschirminhalt des Lehrers per Beamer projizieren und kann so zur Grundlage eines hilfreichen Klassengesprächs dienen, in dem sich die Lernenden gegenseitig Tipps zur erfolgreichen Weiterarbeit geben.

Differenzierungsmöglichkeit in heterogenen Klassen

Die visuelle Ausdrucksweise Kandinskys – nachgebaut mit den Tools eines gängigen Office-Programms im Unterricht des medienpädagogischen Beraters Michael Funk.

Insbesondere in Klassen mit heterogenen Lernvoraussetzungen ist damit zu rechnen, dass die Schüler ihren Arbeitsauftrag unterschiedlich schnell lösen. Als Differenzierungsmöglichkeit bietet es sich an, die Bilder eines weiteren abstrakten Künstlers nachbauen zu lassen. Infrage kommen beispielsweise die suprematistischen Werke Kasimir Malewitschs. Da dieser Künstler schon seit mehr als 70 Jahren verstorben ist, sind die Urheberrechte an dessen Œuvre erloschen. Somit ist ein Speichern der in Wikipedia recherchierten Werke rechtens. Verteilt werden kann diese Zusatzaufgabe über die Austeilfunktion der paedML. Mithilfe der Klassenliste kann der Lehrer per Mausklick festgelegen, welche der Schüler die erforderlichen Dateien erhalten. Somit lässt sich die Binnendifferenzierung zielgenau durchführen.

Phase der Ergebnissicherung

Am Ende der Unterrichtsstunde sammelt der Lehrer die Schülerarbeiten ganz bequem über die Einsammelfunktion der paedML ein. Gemeinsam wird der Arbeitsprozess reflektiert und die bildnerische Konstruktionsweise Kandinskys besprochen – gegebenenfalls wird zudem auf die Differenzierungsaufgabe eingegangen. Die Schülerarbeiten stehen dem Pädagogen in seinem Homeverzeichnis übrigens auch nach Beendigung der Unterrichtsstunde zur Verfügung.