Datenschutz in Schulen: Sicher unterwegs beim Einsatz von mobilen Endgeräten

Das Arbeiten mit Tablets im Unterricht stellt Schulen vor eine neue Aufgabe. Die mobilen Geräte bieten vielfältige Möglichkeiten für neue Unterrichtsformen und es gibt tolle Apps, die sich dafür auch eignen. Gleichzeitig stellt die Anschaffung von Tablets aber eine große Herausforderung für Schulen dar. Denn Schulen müssen sich nicht nur mit der Technik befassen, für Schulen gibt es auch eine Reihe von rechtlichen Vorgaben, die beim Einsatz mobiler Endgeräte beachtet werden sollten.

 

Das Kulturministerium hat auf diese Anforderungen reagiert und stellt unter https://it.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/IT-Sicherheit/mobile Informationen zum Datenschutz nach der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beim Einsatz mobiler Endgeräte bereit. Schulen, die mit mobilen Endgeräten im Unterricht arbeiten wollen, sollten sich mit den folgenden zwei Dokumenten zu den datenschutzrechtlichen Vorgaben vertraut machen.

Hinweise beim Einsatz von Tablets

Das Dokument „Hinweise für den Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht“ beschreibt ausführlich, worauf Schulen bei der Einrichtung und dem Betrieb schuleigener Geräte achten sollten in Hinblick auf den Datenschutz: Geklärt werden muss, wie beispielsweise mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, welche Daten verarbeitet und wie Daten anonymisiert werden können.
Das Papier beschreibt, wie die Schule mit Bildern und Videos aus Schülerprojekten umgehen kann und welche Einwilligungen im Vorfeld von den Erziehungsberechtigten und von den Schülerinnen und Schülern  eingeholt werden müssen.


Das Dokument behandelt weiterhin die Themen „Störerhaftung“ und „Providerhaftung“ aus schulischer Sicht, wie mit strafrechtlich relevanten Inhalten umzugehen ist und wann personenbezogene Schülerdaten verschlüsselt werden müssen. (Begriffserläuterungen siehe Dokument Seite 3)

Leitfaden für die Nutzung von Apps

Der „Leitfaden für die datenschutzkonforme Auswahl und Nutzung von Apps“ behandelt den Umgang mit personenbezogenen Daten auf Tablets oder Handys eingehender. Das Dokument verweist darauf, dass die Schule selbst verantwortlich für den Schutz der Daten ist und sich verpflichtet, einen Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen.


Darin muss geklärt werden, wie die Schule bei einer möglichen Weitergabe von Daten an Dritte bei der Nutzung von Apps mit den Daten umgeht? Ob die technischen Voraussetzungen für den datenschutzrechtlich unbedenklichen Betrieb einer App gegeben sind? Und was im Falle einer externen Speicherung von Daten zu bedenken ist?


Erst wenn alle Kriterien positiv erfüllt sind, kann die App als geeignet bewertet werden, andernfalls sollte von einer Nutzung abgesehen werden.
Am Ende des Dokuments werden noch Tipps für den Betrieb von Geräten an der Schule gegeben.

Ein Blick lohnt sich

Für Schulen lohnt sich ein Blick in die zwar umfangreichen, aber sehr nützlichen Informationen des Kultusministeriums. Denn jede Schule muss sich um den Schutz der personenbezogenen Daten und die Prüfung von Apps auf Datenschutzkonformität selbst kümmern.

Muster-Nutzungsverordnung

Für viele Schulen ist die Muster-Nutzungsverordnung, die das Kultusministerium als Worddokument zum Download zur Verfügung stellt, eine hilfreiche Ergänzung und Grundlage für die Nutzung von schuleigenen mobilen Endgeräten für den unterrichtlichen Gebrauch.

Das Landesmedienzentrum erprobt in einem Modellprojekt derzeit ein Unterstützungsangebot für den Tablet-Einsatz. Hierfür werden Schulen gesucht, die für die Dauer der Projektphase die Software „Relution for Education“ in Ihrer Schule als Mobile Device Management Lösung einsetzen und testen wollen. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Schule bereits Kunde des LMZ ist und die pädagogische Musterlösung paedML einsetzt.
Für die Dauer des Projekts steht den teilnehmenden Schulen eine beschränkte Anzahl von Lizenzen zu ermäßigten Konditionen zur Verfügung.


Lesen Sie weitere Informationen zum Modellversuch und zur Teilnahme.