Technische Szenarien

Bild: Brad Flickinger, Lizenz: CC BY

Windows-Tablets – eine bewusste Entscheidung

  • Begründet aus den spezifischen Anforderungen, die aus der Verwendung der Geräte im Unterricht entstehen, verfolgt das LMZ die volle Integration der Tablets in die vorhandene schulische Netzwerklösung (paedML). Sie bietet wichtige Funktionen für den Einsatz von Computern im Unterricht (Sperrung des Internet-Zugangs, Blind-Schalten der Tablets, Projektion der Schülertablets auf das Lehrertablet und auf den Beamer etc.) Zudem garantiert die paedML elementare Funktionalitäten, die nicht nur die Einrichtung und Pflege der Geräte wesentlich erleichtert (z. B. Aufnahme von Clients, Softwareinstallationen, Roll-Out des Betriebssystems, Selbstheilung u. ä.), sondern ermöglicht auch eine geordnete, datenschutzrechtlichen Bestimmungen gerecht werdende Dateiablage durch die Schüler/-innen. Eine solche Vollintegration ist aktuell nur mit dem Betriebssystem Windows möglich. Da die Windows-Musterlösung außerdem die am weitesten verbreitete an baden-württembergischen Schulen ist, lag eine Kombination also nahe. Auch die Linux- und die Novell-Musterlösungen haben keine Probleme, Windows-Rechner einzubinden.
    Für das iOS von Apple gibt es ansatzweise Lösungen. Bisher hat das LMZ noch keine Android Tablets auf ihr Integrierbarkeit in die paedML getestet. Ein Problem bei diesem Betriebssystem ist die hohe Anzahl der auf dem Markt vorhandenen Versionen. Zurzeit hat das LMZ keine Ressourcen, einen Support für beide Systeme zu geben bzw. ihre Integration bei der Weiterentwicklung der paedML zu berücksichtigen.
  • Die Windows-Tablets bieten die Möglichkeit, alle gängigen Office-Anwendungen und selbst den gängigen Windows-Explorer – also den gewohnten Bildschirm – zu nutzen / einzublenden. Dies erleichtert vor allem zu Anfang vielen den Umgang mit den Tablets, da in den meisten Schulen Windows-Programme zum Einsatz kommen. Außerdem besteht so die Möglichkeit, mit Hilfe regulärer Programme die Themen der Bildungsstandards breiter abdecken zu können als im Moment allein durch Apps (bei Windows hinsichtlich Qualität und Quantität noch begrenzt) möglich ist.
  • Die Windows-Tablets haben auch hinsichtlich der Hardware einige sehr praktische Geräteigenschaften: Einerseits handelt es sich um einen vollwertigen Laptop (mit USB-Schnittstellen und klassischer Tastatur). Der etwas größere Bildschirm (11,6 Zoll) und die Tastatur erleichtern den Schüler / -innen das Arbeiten. Gleichzeitig kann man nach Abnahme des Bildschirms von der Tastatur ein vollwertiges Tablet (mit Touch-Funktion für Hand und Stift)  nutzen.
  • Zudem kann so eine Alternative zu iPads oder Android-Geräten im Schulalltag getestet werden.

 

 

Was ist vor der Beschaffung zu bedenken?

  • Warum überhaupt Tablets, worin soll der Mehrwert für den Unterricht gegenüber Desktopsystemen bestehen?
  • Sollen die Geräte personalisiert sein, also jedem Schüler sein persönliches Tablet zur Verfügung stehen? (Vorteil: Eigenverantwortung, Beschädigungen können i.d.R. leichter zugeordnet werden)?
  • Sofern die Geräte verschiedenen Schülern zugänglich sein sollen, wie wird mit Beschädigungen umgegangen? Ist an eine Versicherung der Geräte gedacht?
  • Eine Nutzungsvereinbarung kann Details regeln, wie die Geräte genutzt werden dürfen.
  • Wie kommen, falls gewünscht, die Bildschirminhalte des Lehrertablets oder einzelner Schülergeräte auf den Beamer? Es gibt verschiedene drahtlose Geräte auf dem Markt, die Preisspanne reicht von 80 bis ca. 500 Euro). Hierzu wird an einer eigenen Handreichung gearbeitet.
  • Sollen die Geräte auch offline zu Hause oder im Schullandheim bzw. in anderen, nicht durch das schulische WLAN abgedeckten Bereichen genutzt werden?

Wie sollten die Geräte ausgestattet sein?

Hier wird von einer Vollintegration der Geräte ausgegangen, so dass kein Unterschied zu Desktopgeräten bezüglich der Integrierbarkeit in die paedMLs besteht.

 

 

  • Die Geräte müssen eine (PXE-fähige) LAN-Schnittstelle besitzen – WLAN kann das nicht, wenngleich im Netz experimentelle Lösungen hierzu zu finden sind! Hier gibt es drei unterschiedliche Hardwarevarianten. Onboard-LAN, USB-LAN-Adapter oder eine Dockingstation mit LAN.
  • Idealerweise ist im BIOS der so genannte legacy mode aktivierbar, wodurch sich das UEFI wie ein klassisches BIOS verhält. Teils wird dieser Modus auch anders benannt: „Vorgänger-“ oder „Kompatibilitäts-Modus“
  • Die Funktion Secureboot muss abschaltbar sein, um über PXE z. B. ein Minilinux zu booten, das die Rechneraufnahme ermöglicht.
  • Businessgeräte sind evtl. zu bevorzugen – sie bieten: erweiterten Support, längere Produktlebenszyklen, robustere Bauweise, längere Ersatzteilversorgung, i.d.R. bessere Lieferzeiten.
  • Geräte mit festem Tastaturdock mit wertiger Tastatur (Druckpunkt) und evtl. zusätzlichem Akku sind zu bevorzugen.

Was wird zusätzlich zu den Geräten benötigt?

  • Wie werden die Geräte aufbewahrt? Ist ein Diebstahlschutz gewährleistet? Gibt es einen abschließbarer Raum, Schrank oder Wagen?
  • Ist eine Aufladung der Akkus am Lagerort gewährleistet?
  • Ist eine Anbindung der Geräte über LAN am Lagerort möglich, um Datensicherung durch Imaging bzw. Fernwartung durchzuführen?
  • Wie erfolgt eine Kennzeichnung der Geräte? (evtl. Gravur = zusätzlicher Diebstahlschutz?)