Smartphone und Apps: rechtliche Aspekte

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Werbung und In-App Käufe

Die zur Verfügung stehenden Apps in den einzelnen App-Stores bieten nicht nur jede Menge unterschiedlicher Angebote (Navigationssystem, Spiele, Messenger, Taschenlampe, Foto-Editor etc.), sondern sind in vielen Fällen auch kostenlos. Hier stellt sich nun aber die Frage, wie sich diese finanzieren, wenn die Nutzer/-innen kein Entgelt für den Erwerb der App bezahlen muss.

 

Nicht selten steckt hinter den einzelnen Applikationen ein ausgeklügeltes Werbungssystem, das regelmäßige Werbeeinblendungen innerhalb der Anwendung schaltet und die Funktionen auf Nutzerseite so für einige Momente blockiert. Dabei sind die Werbeanzeigen mit Vorsicht zu genießen, denn so stecken dahinter immer wieder Abofallen, die teilweise sogar mit nur einem Klick aktiv werden können. Eine weitere Finanzierungsmethode sind die sogenannten „In-App-Käufe“, auf die bereits während der Installation hingewiesen wird. So kann man beispielsweise kostenpflichtige Zusatzfunktionen freischalten, die den Spaß erhöhen und das Spiel überhaupt erst voranbringen. Diese kostenpflichtigen Zusatzfunktionen oder Spielerweiterungen wirken auf den ersten Blick zwar relativ günstig, summieren sich – je länger man das Spiel spielt – aber schnell und könnenam Ende hohe Kosten verursachen und bei entsprechender Bezahlweise eine böse Überraschung mit der nächsten Handyabrechnung mit sich bringen. Um solche In-App-Käufe und damit entstehende Kostenfallen zu verhindern, besteht bei den meisten Smartphones in den Einstellungen die Möglichkeit, diese zu unterbinden. Für die Unterbindung einer möglichen Abofalle kann eine sogenannte „Drittanbietersperre“ eingerichtet werden.

Apps als Datenkraken

Eine dritte Finanzierungsquelle der Apps sind die zahlreichen Datenspuren, die wir bei der Anwendung hinterlassen und die von den installierten Apps, teilweise sogar ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer/-innen, aufgegriffen werden. Standorte werden gespeichert, Likes ausgewertet, das soziale Umfeld analysiert, Vorlieben festgehalten, Fotos untersucht. All diese persönlichen Daten sind für die Anbieter meist sehr lukrativ, denn sie bieten Einblicke in das Nutzerverhalten im Umgang mit der entsprechenden App („App-Tracking“), können zu Werbezwecken genutzt oder an Dritte weiterverkauft werden. 

Was tun gegen Datenkraken, Spam und Werbung?

Im heutigen Zeitalter ist es unmöglich, jegliche Form von Datenspuren zu vermeiden. Dennoch kann grundsätzlich gesteuert werden, in wieweit Informationen preisgegeben werden oder nicht. Hier sind einige Tipps, die den Schutz der eigenen Daten unterstützen:

 

Datenschutzeinstellungen überprüfen

Es ist wichtig, regelmäßig die eingerichteten Datenschutzeinstellungen auf ihre Aktualität hin zu überprüfen (zum Beispiel In-App-Käufe, Tracking, Cookies blockieren).

 

Anti-Tracking-Filter installieren

Auch wenn es im ersten Moment aufwendig klingt, lohnt es sich Anti-Tracking-Filter wie z.B „Ghostery“ (erhältlich für iOS und Android) zu installieren. Diese App spürt aktive Tracker auf den einzelnen Internetseiten auf und kann diese blockieren. Ein Tracker liest, analysiert und dokumentiert das Nutzerverhalten im Internet, um beispielsweise Werbung an den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.

 

App-Berechtigungen vor Download prüfen

Bevor eine interessante App heruntergeladen wird, sollten stets die eingeforderten Berechtigungen überprüft und mit den tatsächlichen Funktionen der App verglichen werden. Denn häufig wollen Apps mehr Eingriffe als für deren Funktion tatsächlich benötigt wird. Hinter anderen kann wiederum Schadware stecken; entsprechend ist es wichtig neben den Berechtigungen auch die Seriosität des Angebots zu überprüfen.

 

Sparsam mit persönlichen Daten umgehen

Je mehr persönliche und detaillierte Daten (zum Beispiel im Benutzerprofil von Facebook oder WhatsApp, auf einer privaten Homepage oder Vereinsseite) von einem selbst preisgegeben werden, desto „gläserner“ wird man. Außerdem bietet es anderen die Möglichkeit, diese Informationen auf vielfältige Weise weiterzuverwenden.

 

Bluetooth, GPS und WLAN deaktivieren

Bluetooth, GPS und WLAN bieten uns viele tolle Möglichkeiten an, um sich unter anderem im Netz zu bewegen, seinen Standort zu lokalisieren oder Daten auszutauschen. Wenn diese jedoch nicht in Verwendung sind, ist es sicherer sie auszuschalten. Alternativ bleiben sie weiterhin mit vielen Diensten weltweit verbunden (auch wenn wir es nicht merken!) und erstellen Bewegungsprofile.

 

Spamfilter für E-Mails einrichten

Wichtig ist die Einrichtung eines Spam-Filters im E-Mail-Konto. Dieser filtert Spam-Nachrichten, Werbung oder virenbefallene Nachrichten aus und verhindert, dass sich diese auf dem Computer oder Smartphone ausbreiten.

 

Virenschutz installieren

Während iOS-Nutzer relativ sicher hinsichtlich Viren sind, da alle Apps ausschließlich über den App-Store laufen, der wiederum die Apps auf Schadware überprüft, empfiehlt es sich als Android-Nutzer einen Virenschutz auf dem Smartphone zu installieren (zum Beispiel „Norton Antivirus & Sicherheit“ oder „Mobile Security & Antivirus“).

 

Suchmaschinen-Alternativen testen

„Google“ ist eine sehr gute und treffsichere Suchmaschine, jedoch muss man als Nutzer/-in bei jeder Eingabe mit seinen Daten bezahlen. Um die Preisgabe von persönlichen Informationen und Recherchen zu verhindern, können alternative Suchmaschinen genutzt werden, die keine Daten speichern (zum Beispiel Ixquick, DuckDuckgo oder MetaGer)

Urheberrecht – Nicht alles was möglich ist, ist rechtlich auch erlaubt!

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Mit der Vielfalt der neuen Kommunikationswege, die Jugendliche heutzutage nutzen (denken wir dabei an Soziale Netzwerke, Messenger etc.), haben sich auch die Transportwege von digitalen Dateien in Form von Bildern, Videos oder Audiodateien vereinfacht. Fotos werden gepostet, mit Filmsequenzen oder Videoclips werden aktuelle Vorlieben publiziert und auch die persönliche Lieblingsmusik kann ohne Probleme mit Freunden geteilt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Chance, die Jugendliche haben, um sich selbst darzustellen, ist enorm. Dennoch sind gerade beim Versand von Bildern, Videos oder Audiodateien – vor allem wenn es sich um fremde Inhalte handelt (sie also nicht selbst produziert wurden) – besondere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen. Denn so sind Gesetze wie das Urheberrecht für Nicht-Juristen mitunter nur schwer verständlich und damit verbunden auch die Grenze zwischen legal und illegal. Gerade bei Kindern und Jugendlichen herrscht oft die Meinung vor, dass, wenn es technisch geht und es „alle“ machen, es auch erlaubt ist. Doch ebenjene (falsche) Annahme kann schnell verhängnisvolle, rechtliche Folgen mit sich bringen.

 

Ein Urheber ist letztendlich nichts anderes als der Schöpfer eines Werkes. Er hat also beispielsweise ein Foto gemacht, ein Lied komponiert oder einen Text geschrieben. Es ist auch der Urheber, der schließlich darüber entscheidet, was mit seinen Werken geschieht. Wenn nun eines seiner Werke (zum Beispiel ein Foto) ohne dessen Einverständnis durch eine andere Person zum Beispiel in einem Sozialen Netzwerk gepostet wird, macht sich diese Person dafür strafbar. Wer also fremde Werke veröffentlichen will, muss zuerst den Rechteinhaber um Erlaubnis fragen. Hat der Urheber wiederum ein Foto gemacht, auf dem mehrere Personen abgebildet sind (zum Beispiel seine Freunde), ist er zwar der Schöpfer des Bildes, darf es aber nicht veröffentlichen, wenn die abgebildeten Personen nicht damit einverstanden sind („Recht am eigenen Bild“ zum Schutz der Privatsphäre). Entsprechend muss man rechtlich gesehen auch bei jedem Gruppen-Selfie alle Beteiligten nach ihrem Einverständnis fragen, bevor das Bild seinen Weg ins Internet findet.

 

Ebenjene Rechtslage besteht auch bei Filmen. Denn auch wenn man den neusten Blockbuster kostenlos im Internet findet, kann man sich schnell die Frage stellen: Ist es legal einen Film kostenlos herunterzuladen, im Wissen, dass er aktuell gegen Entgelt im Kino angeschaut werden kann und die Künstler durch den Download keinen Cent für ihre Arbeit erhalten? Viele Jugendliche umgehen die Download-Variante mit einem Streaming-Portal, wobei der Film temporär auf der Festplatte zwischengespeichert, aber nicht heruntergeladen wird. Aber auch diese Vorgehensweise ist eine rechtliche Grauzone und sollte entsprechend vermieden werden. Anders ist es unter anderem bei Video-Plattformen wie YouTube. Denn möchte man beispielsweise ein Musikvideo oder einen ausgewählten Videoclip mit seinen Freunden teilen, bietet der Anbieter einen „Teilen“-Button an, mit dem das legale Posten und Veröffentlichen auf zahlreichen Kanälen möglich ist. In diesem Fall haftet derjenige für potentielle Urheberrechtsverletzungen, der das Video auf YouTube hochgeladen hat und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Worauf man bei Eigenproduktionen achten sollte

Gerade wenn man selbst kleine Filme, Collagen oder zum Beispiel auch Klingeltöne erstellen will, sollte man stets auf eigene Werke zurückgreifen, um einen Konflikt mit den Urheber- und Persönlichkeitsrechten zu vermeiden. Alternative Möglichkeiten zur Entwicklung von Eigenproduktionen bieten aber auch die sogenannten Creative-Commons-Lizenzen (CC). Hierbei teilen die Autoren ihre Werke, indem sie ihnen verschiedene Nutzungsrechte einräumen und ermöglichen so eine vereinfachte Wiederverwendung ihrer Schöpfungen.

Wie kann man jüngere Kinder vor rechtlichen Fallstricken schützen?

Es ist wichtig, die Kinder in die Welt der Medien einzuführen, wenn sie das Interesse zeigen sich näher damit auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sollten jedoch, neben einer fundierten Medienerziehung (durch wiederkehrende Gespräche, kritisches Hinterfragen von aufgetretenen Situationen, gemeinsame Mediennutzung etc.) Maßnahmen getroffen werden, um sie beim Entdecken einzelner Apps und ersten Interneterfahrungen auf dem Smartphone vor ungewünschten Inhalten oder oben genannten Risiken zu schützen (siehe Werbung, In-App-Käufe und Datenkraken). iOS- und Windows-Smartphones bieten beispielsweise integrierte Kindersicherungen an, bei denen ausschließlich die Nutzung bestimmter Apps in einer speziellen Kinderecke freigegeben werden. Hier können zum Beispiel empfohlene Spiele, ebenso wie kleine Lern-Apps, einen Platz finden. Android wiederum orientiert sich an entsprechender, externer Software, die zusätzlich auf das jeweilige Gerät installiert werden kann. Ein Beispiel hierfür ist die App „Kids Place“, die kostenlos im Google Play Store erhältlich ist und nach dem gleichen Prinzip arbeitet, wie die integrierten Programme bei iOS und Windows.

 

Zu berücksichtigen ist es ebenfalls, die In-App-Käufe, ebenso wie Bluetooth auf dem Smartphone zu deaktivieren, wenn die Kinder das Gerät nutzen. Wollen die Kinder außerdem das Internet mit Hilfe des Smartphones entdecken, lohnt sich eine Kindersuchmaschinen-App, wie „fragFinn“, die eine sichere Startrampe ins Netz bietet und den Kindern nur ausgewählte und geprüfte Internetseiten anzeigt. Smartphones bieten eine ganze Menge spannender Optionen um Kinder schrittweise mit den Neuen Medien und den vielfältigen Funktionen vertraut zu machen, dennoch sollten die genannten Schutzmaßnahmen unter keinen Umständen eine mediale Erziehung von Seiten der Eltern ersetzen. Stattdessen sollten sie als begleitendes und zusätzlich unterstützendes Instrumentarium angesehen werden.