Smartphones – pädagogische Einsatzmöglichkeiten

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Rechtliche Lage rund um die kleinen Alleskönner

Smartphones werden nicht nur im Alltag der Jugendlichen immer präsenter, sondern auch in den Schulen. Doch gerade für Lehrkräfte stellen sich dabei immer wieder Fragen, da die Regelung im Umgang mit den mobilen Geräten für sie häufig eine große Herausforderung darstellt: Sollten Smartphones und andere mobile Endgeräte überhaupt in die Schule mitgebracht werden? Dürfen die Lernenden sie nutzen? Hat die Lehrkraft das Recht, das Gerät bei Regelverstoß einzufordern? Um mehr zu der rechtlichen Lage, der Ordnung und den Regeln rund um das Smartphone zu erfahren, lesen Sie hier.

Smartphone als Bildungswerkzeug im Unterricht

Auch wenn Smartphones häufig eher negative Assoziationen in Bezug zu schulischen Einrichtungen hervorrufen, so haben die kleinen multimedialen Alleskönner auch ein großes Bildungspotenzial. Einige solcher Einsatzmöglichkeiten sollen in der Folge vorgestellt werden:

 

Actionbound

„Actionbound“ ist eine sehr lehr- und abwechslungsreiche App, mit der man eine multimediale Rallye (sogenannte „Bounds“) erstellen kann. Nicht anders als bei einer Schnitzeljagd, werden dabei unterschiedliche Hinweise (in Form von Minigames, Quizfragen, GPS-Locations, QR-Codes...) verfolgt, die am Ende zu einem bestimmten Ziel führen. Inhaltlich können die Rallyes frei gestaltet werden und bieten so die Basis für jegliche Themen aller Unterrichtsfächer.

 

Filme erstellen

Durch die kleine, integrierte Kamera in jedem handelsüblichen Smartphone kann zu einem bestimmten Unterrichtsthema auch gefilmt werden. Ob Erklärvideo, Stop-Motion-Film oder Trailer – die filmischen Möglichkeiten sind grenzenlos. Spannend ist in jedem Fall, dass nicht nur der Inhalt zum Unterrichtsthema gemacht werden kann, sondern auch der Aufbau und die Ablaufweise des ausgewählten Filmgenres.

 

Virtual Reality

Viele Unterrichtsthemen, darunter zum Beispiel zahlreiche Vorgänge der Biologie, der Klimawandel oder geschichtliche Entwicklungen waren bislang nicht immer einfach zu verstehen. Oft fehlte die Anschaulichkeit, die Chance, sich die Prozesse und Geschehnisse direkt anzuschauen. Virtual Reality (VR) macht ebenjene abstrakt wirkenden Vorgänge erlebbar. Dabei handelt es sich um ein spezielles Ausgabegerät, sogenannte Datenbrillen, mit denen die Wirklichkeit in einer interaktiven und virtuellen Umgebung dargestellt wird. Mithilfe solcher VR-Brillen können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise geschichtliche Szenarien miterleben, die Reise einer Körperzelle begleiten oder auch das Schmelzen der Pole genauer untersuchen. Meist ist die Hardware zu teuer, um sie für Schulen zugänglich zu machen. Eine preisgünstige und praktische Alternative sind jedoch Papp-Datenbrillen und die Nutzung von Smartphones als Bildschirme. Eine entsprechende Bastelanleitung kann hier gefunden werden.

 

Fotosafari

Mithilfe eines Fotoapparats können viele spannende Aufgaben und Übungen umgesetzt werden. Sei es eine Bildergeschichte, eine Schnitzeljagd, bei der ein Bildausschnitt auf einen bestimmten Ort hinweist, eine Fotosafari zur Entdeckung des heimatlichen Umfelds oder Fotokunst mit Filtern und Kunst-Apps. Gerade für Unterrichtsfächer wie Deutsch, Geographie, Geschichte, Kunst, Religion oder Sozialkunde bieten sich Methoden mit dem integrierten Smartphone-Fotoapparat an. Denn so lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Umwelt durch einen anderen Blickwinkel wahrzunehmen, sondern ebenfalls bestimmte Elemente in Szene zu setzen oder sich mit der Geschichte der eigenen Stadt zu befassen.

 

SMS als digitales Textatelier

Auch wenn das SMS-Schreiben neben WhatsApp, Snapchat und co mittlerweile außer Mode gerät, haben die Messengerdienste und der SMS-Dienst eines gemeinsam: In allen erstellten Nachrichten halten sich die Jugendlichen relativ kurz. Bei einer SMS sind es 160 Zeichen. Genau diese wohlüberlegten, zusammengefassten Kurznachrichten bieten vielfältige Möglichkeiten im Unterricht, um sich mit der Vermittlung wesentlicher Inhalte zu befassen. So können Märchen oder andere Geschichten in 160 Zeichen verpackt werden, ebenso wie kleine Gedichte (Haikus, Elfchen, Mini-Gedichte) oder Kurzgeschichten. Was ist mit 160 Zeichen alles möglich? Wie kann man eine Geschichte in „Textnachrichten-Sprache“ verpacken ohne auf zu viele inhaltliche Details verzichten zu müssen?

 

Audio-Aufnahmen

Das korrekte Aussprechen, Betonen, Formulieren und Beschreiben von bestimmten Situationen, Zuständen und Geschehnissen ist nicht nur im Unterricht ein wichtiger Bestandteil, sondern jeden Moment in unserem Alltag. Um ebenjene Fähigkeiten weiter zu üben und gleichzeitig in Verbindung mit einem bestimmten Thema aus dem Unterricht zu setzen, können spannende Interviews, Radiosendungen oder ganze Hörspiele entwickelt und mit Hilfe eines Smartphones aufgenommen werden. Ebenfalls werden hierbei Fähigkeiten wie das Zuhören und die Konzentration, ebenso wie die Auseinandersetzung mit natürlichen und künstlichen Geräuschen trainiert.

Smartphone als Thema im Unterricht

Smartphones bieten nicht nur allerhand Werkzeuge an, um kreative und praktische Werke zu erstellen, sondern können auch auf theoretischer Ebene zum Bestandteil des Unterrichts gemacht werden. Sowohl rund um die Themen des Jugendmedienschutzes, um Chancen und Risiken näher zu beleuchten, bietet sich das Smartphone als Gesprächsthema an, ebenso wie bei konkreten Fächerbezügen: Im Fach Wirtschaft/Sozialkunde kann beispielsweise die umstrittene Herkunft von Handyeinzelteilen und die Produktionsbedingungen der Geräte thematisiert werden, in Geschichte wiederum bildet die Entwicklung der Nachrichtenübertragung ein dankbares Thema zur schrittweisen Hinführung in vergangene Kommunikations-Verhältnisse.