Sicherer Umgang mit PC & Smartphone – ein Ratgeber für Eltern

Bild: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lizenz: CC BY-NC-SA

Um sich vor Gefahren in und aus dem Internet zu schützen gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten: Filtersoftware, Antiviren-Programme, Whitelists, Benutzerkonten, etc. Den größten Schutz allerdings bietet ein kritischer und bewusster Umgang mit dem Internet, denn während beispielsweise Filterprogramme lediglich vordefinierten Mustern folgen, können Sie das Gesehene hinterfragen, misstrauisch sein, zweite Meinungen einholen und schließlich abwägen, ob etwas vertrauenswürdig ist oder nicht.

Für Kinder, die noch am Anfang stehen und sich mit den Medien und deren Inhalten vertraut machen, ist dieses kritische Hinterfragen natürlich nicht immer so einfach. Ergänzend zu einer fundierten Medienerziehung innerhalb der Familie (Gespräche, gemeinsames Surfen und hinterfragen etc.) können schließlich Filterprogramme eine Maßnahme sein, um einen geschützten Raum zum Entdecken und Kennenlernen der Internet-Welt zu bieten. Solche Schutzmaßnahmen greifen nach dem Anschalten des Computers, beispielsweise in Form von eingerichteten Benutzerkonten. Dort können Sie die Zugangsmöglichkeiten für jedes Familienmitglied einzeln bestimmen und entsprechende Jugendschutzfilter oder Kindersicherungen einrichten (Details und Hilfe bei der Einrichtung siehe www.kindermedienland-bw.de).

 

Für die Lieblingsseiten der Kinder bietet sich das Anlegen einer Favoritenliste oder Whitelist an. Whitelists sind sogenannte Positivlisten, bei denen nur solche Internetseiten angesteuert werden können, die zuvor von den Eltern freigegeben wurden. Auch die Kindersuchmaschine „fragFinn“ funktioniert nach diesem Prinzip und bietet daher ausschließlich Ergebnisse an, die zuvor von einer Redaktion geprüft worden sind (siehe auch Kapitel Erste Schritte im Netz). Im Gegensatz dazu existiert auch eine sogenannte Blacklist (Negativliste), bei der der Zugriff auf dort eingetragene Internetseiten gesperrt wird. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über ihre Interessen und Wünsche und suchen Sie nach entsprechenden kindgerechten Angeboten, die der jeweiligen Liste hinzugefügt werden können.

 

Da immer mehr Kinder Smartphones und Tablets zur Verfügung haben, ist auch hier auf eine kontinuierliche, elterliche Medienerziehung und angemessene Schutzmaßnahmen zu achten. Während beispielsweise auf mobilen iOS- und Windows-Tablets und Smartphones integrierte Kindersicherungen eingerichtet werden können, bei denen die Nutzung bestimmter Apps unterbunden wird, orientiert sich Android an entsprechender, externer Software, die zusätzlich auf das jeweilige Gerät installiert werden kann (z.B. die App Kids Place). In jedem Fall ist es wichtig, „In-App-Käufe“ ebenso wie „Bluetooth“ auf dem Smartphone zu deaktivieren.

 

Kindersicherungen, Filtersoftware und Listen sind wesentliche Elemente, die zum Schutz Ihres Kindes beim Entdecken des World Wide Webs beitragen. Dennoch sollten diese Schutzmaßnahmen unter keinen Umständen eine mediale Erziehung von Seiten der Eltern ersetzen, sondern als begleitendes und zusätzlich unterstützendes Instrumentarium angesehen werden.

Tipps für Eltern

  • Für Kinder von sechs bis zwölf Jahren empfiehlt sich nicht nur das Installieren einer Filtersoftware, sondern auch das Einrichten einer kindgerechten Startseite, wie beispielsweise eine Kindersuchmaschine oder eine Startrampe wie www.meine-startseite.de (siehe auch Kapitel „Erste Schritte im Internet“).
  • Sinnvoll ist eine Mischung aus technischem Schutz durch Filter und erzieherischen Maßnahmen. Denn: Kein Filtersystem bietet  einen hundertprozentigen Schutz davor, dass Ihr Kind nicht doch mit problematischen Inhalten in Berührung kommt. Wichtig ist, dass Ihr Kind in einem solchen Fall weiß, wie es reagieren sollte. Und genau das kann kein Schutzprogramm Ihrem Kind beibringen. Das können Sie nur selbst tun.
  • Bevor Ihre Kinder das Internet selbstbestimmt nutzen, sollten sie lesen und schreiben können und über die Gefahren des Internets aufgeklärt sein. Selbstverständlich können Sie auch für Ihre jugendlichen Kinder Filtersysteme installieren und Positiv- oder Negativlisten anlegen. Mit zunehmenden Alter sollten Jugendliche jedoch in der Lage sein, das Internet selbstständig und verantwortungsvoll zu nutzen.
  • Bei Google (gilt auch für YouTube) können Sie einen sogenannten „SafeSearch-Filter“ einrichten, der gewaltverherrlichende und pornografische Darstellungen unterbindet. Doch wie bei allen Filterprogrammen ist auch hier Vorsicht geboten, denn ein Filter garantiert keine hundertprozentige Absicherung! Und diese Filter können von Jugendlichen leicht umgangen werden.
  • Auf der Seite www.jugendschutzprogramm.de wird eine kostenfreie Filtersoftware angeboten, die Eltern auf ihrem Computer installieren können. Das Programm ist anerkannt und geprüft von der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM).
  • Wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie eigene Listen (Whitelist, Blacklist, Favoritenliste etc.) erstellen:

Sind auf den Internetseiten...

  • pornografische Inhalte zu sehen?
  • sexuelle Inhalte thematisiert und dargestellt?
  • Darstellungen von Gewalt zu sehen?
  • Essstörungen wie Magersucht oder Ess-Brechsucht verharmlost oder verherrlicht?
  • Ausdrucksweisen zu lesen oder zu hören, die beleidigend oder abwertend sind?
  • Darstellungen von potenziell schädlichen Inhalten wie Glücksspiel, Drogen oder Alkohol zu sehen?
  • radikale politische Sichtweisen beworben?
  • Werbung und kommerzielle Angebote schlecht von redaktionellen Inhalten zu unterscheiden?

Nützliche Links

klicksafe.de
Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietet detailliertes Informationsmaterial zum Beispiel zu kostenpflichtigen und kostenfreien Filtersystemen, zur Einrichtung von Benutzerkonten oder zum Erstellen von White- und Blacklists.

www.kjm-online.de
Auf der Seite der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) finden Sie unter anderem einen Kriterienkatalog (Beurteilungsmaßstäbe) zur Beurteilung von Webseiten, ebenso wie einen Überblick über anerkannte Jugendschutzprogramme.

Jugendschutzprogramm.de
Auf der Seite wird eine kostenfreie Filtersoftware angeboten, die Eltern auf dem PC installieren können.

Sicher online gehen
Die Initiative von Bund, Ländern und der Wirtschaft setzt sich für einen besseren Schutz von Kindern im Internet ein.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Auf der Seite dieses Bundesministeriums finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Medienkompetenz in der Rubrik Kinder und Jugend.

fragFINN
fragFinn.de bietet Kindern einen sicheren Raum zum Surfen. Die Suchmaschine basiert auf einer Positivliste, die regelmäßig von Experten überprüft und aktualisiert wird.

www.blinde-kuh.de
Blinde-Kuh.de ist eine kindergerechte Suchmaschine.

Zahlen & Fakten

Sechs von zehn Jugendlichen geben an, dass ihnen ihre Eltern erklären, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Knapp die Hälfte der Eltern (48 %) limitiert die Dauer der Internetnutzung (2011: 38 %). Jedes fünfte Elternhaus (21 %) setzt auf Kinderschutz-Lösungen am Computer (2011: 15 %). (Quelle: BITKOM-Studie 2014)

Diese Seite ist Teil der vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) herausgegebenen Broschüre Medien – aber sicher. Ein Ratgeber für Eltern.