Schulische Medienarbeit mit Geflüchteten und Migranten

Bild: Birte Rosink/LMZ

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) unterstützt Schulen bei der Verankerung der Medienbildung im Schulcurriculum und bei der Förderung medienbildnerischer Kompetenzen im Unterricht. Insbesondere in der aktuellen Situation schließt dies auch die Förderung der Medienkompetenz von Migrantinnen und Migranten sowie deren schulische Integration mit Hilfe von Medien ein.

 

Da die Kinder und Jugendlichen häufig über keine oder nur wenige Deutschkenntnisse verfügen, werden sie zunächst in einer sogenannten Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) unterrichtet. Der Fokus in diesen Klassen liegt auf einer intensiven Sprachförderung, um die Schülerinnen und Schüler auf den Wechsel in eine reguläre Klasse vorzubereiten und sie baldmöglichst in die passende Schulform einzugliedern. Das Schulbesuchsrecht für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter gilt auch für Geflüchtete ab dem ersten Tag des Aufenthaltes in Baden-Württemberg, nach sechs Monaten greift die Schulpflicht. Je nach Vorkenntnissen und Lernfortschritt verbleiben die Kinder bis zu zwei Jahre in den Internationalen Vorbereitungsklassen.

 

Die größte Herausforderung im Unterricht in diesen Klassen ist der hohe Grad an Heterogenität. Häufig werden Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersgruppen gemeinsam unterrichtet, sie stammen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, sprechen unterschiedliche Sprachen und weisen Unterschiede in den Vorkenntnissen der deutschen Sprache auf. Hinzu kommen Unterschiede hinsichtlich des Lern- und Leistungsniveaus (dies ist im deutschen Schulsystem vor allem für die Beschulung in weiterführenden Schulen von Bedeutung), der psychischen Stabilität und des Sozialverhaltens.

 

Ziel der Internationalen Vorbereitungsklassen ist zum einen, die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler zu fördern, so dass sie am regulären Unterricht teilnehmen können. Zum anderen gilt es, Kenntnisse über ihr Lern- und Leistungsniveau zu erlangen, um ihnen eine angemessene Förderung in einer ihren Fähigkeiten und Kenntnissen angepassten Schulform zu ermöglichen.

 

Wichtige Anknüpfungspunkte an die Erfahrungen der Geflüchteten sind beispielsweise Smartphones und die Sozialen Netzwerke. Nahezu alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig davon ob sie einen Migrations- oder Fluchthintergrund haben oder nicht, haben bereits Erfahrungen im Umgang mit Smartphones und den sozialen Medien gemacht und besitzen ein eigenes Gerät. Trotz dieser Alltäglichkeit, erhöht sich die Motivation bei Jugendlichen, wenn mit Smartphones oder Tablets auch im Schulunterricht gearbeitet wird.

Praxisberichte aus der Schule

Hier finden Sie Praxisbeispiele und Berichte von Unterrichtseinheiten, die unsere Referentinnen und Referenten bereits in Internationalen Vorbereitungsklassen durchgeführt haben:

Unterrichtsmodul: Hiyab – das Kopftuch

Gemeinschaftskunde, Klasse 7–10, SekI/Gym: Am Kurzfilm „Hiyab“ werden die filmischen Ausdrucksmittel, aber auch die Argumentation untersucht, mit der einer muslimischen Schülerin das Tragen des Kopftuchs verwehrt wird.weiterlesen

Smepper führen Interviews mit Migranten und Geflüchteten

Schüler-Medienmentoren des Albeck Gymnasiums in Sulz am Neckar haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Integrationskurses interviewt. Dabei erfuhren sie einiges über deren Migrations- und Fluchtgeschichte und halfen somit, eine Brücke zu Mitmenschen aus anderen Kulturen zu bauen.weiterlesen

„Erste Schritte im Netz“ – Workshop beim CJD Offenburg

Am 22. Oktober 2016 fand in Offenburg ein Workshop speziell für Geflüchtete und Migranten zu den Themen „Erste Schritte im Netz“ und „Suchen und Finden im Internet“ statt. Teilnehmer am Workshop waren sieben männliche Jugendliche aus Eritrea im Alter von 16 bis 18 Jahren.weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis