Schritt 5: Verstetigung und Evaluation

Die Schritte zur Auswahl:

Schritt 1
Schritt 2
Schritt 3
Schritt 4
Schritt 5

Verstetigung

Nach der Erprobungsphase, zum Beispiel einer einjährigen Integration des Jugendmedienschutzes in Klassenstufe 5, sollte der Jugendmedienschutz zu einem „normalen“ Teil der schulischen Unterrichtspraxis bzw. außerunterrichtlichen Aktivitäten werden. Die Erprobungsphase hat hierbei Modellcharakter für die Umsetzung in den weiterführenden Stufen und sollte so oft wiederholt werden, bis der Jugendmedienschutz auf allen Stufen verankert ist.

 

An diesem Punkt sollten auch Lehrkräfte, die bisher noch nicht mit Themen des Jugendmedienschutzes in Berührung gekommen sind, entsprechend qualifiziert werden. Die Steuergruppe sollte in Kombination mit der Schulleitung geeignete Formen der Qualifizierung (zum Beispiel ein Hospitationsmodell) entwickeln und einen zeitlichen Ablauf festlegen. Eine kontinuierliche Dokumentation und Auswertung der Qualifizierungsmaßnahmen sorgt dafür, dass bestimmte Maßnahmen fortgeführt, überdacht oder verworfen werden.

Evaluation

Die Evaluation untersucht und bewertet den Verankerungsprozess, überprüft die Qualität der erreichten Ergebnisse und hilft, die Effektivität des erarbeiteten Konzepts und Aktionsplans zu bewerten. Je sorgfältiger die Evaluation bereits zu Beginn geplant, anschließend durchgeführt und diskutiert wird, desto aufschlussreicher und aussagekräftiger sind die Ergebnisse in Hinblick auf das künftige Vorgehen: Bewährtes kann bestehen bleiben bzw. modifiziert werden, Nachbesserungen und Neuerungen sind auf Grundlage der Datenauswertung möglich.

 

Die Steuergruppe kann sich bei dem Evaluationsablauf an folgenden Grundschritten nach Burkard/Eikenbusch [1] orientieren:

  1. Was soll evaluiert werden und welches Ziel verfolgen wir damit?
  2. Nach welchen Regeln soll die Evaluation ablaufen?
  3. Welche Methoden zur Datensammlung werden eingesetzt? (Fragebogen, persönliche Befragung etc.)
  4. Wann, von wem und wie wird die Evaluation durchgeführt?
  5. Wie und von wem werden die Ergebnisse ausgewertet und analysiert?
  6. Wie werden Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen und wer ist für die Überarbeitung des bisherigen Konzepts zuständig?   

Da eine Evaluation meist vom Veränderungsprozess ausgeht, sollte die zu Beginn erhobene Bestandsaufnahme mit dem erreichten Ergebnis verglichen und diskutiert werden. Auch die unter Schritt 3: Zielklärung und -vereinbarung formulierten Ziele sollten dahingehend überprüft werden, ob sie voll, teilweise oder gar nicht erreicht wurden und es sollten die jeweiligen Gründe analysiert werden.

 

Die Steuergruppe sollte die Evaluation insgesamt nicht zu aufwändig gestalten: Das gewählte Verfahren sollte den Teilnehmer/-innen leicht verständlich sein, um ihre Bereitschaft zur Mitwirkung zu erhöhen. Auch die Möglichkeit einer technischen Datenauswertung, um schnelle Ergebnisse zu erzielen, sollte bedacht werden.

 

Ein bewährtes Evaluationsmittel sind Fragebögen. eine Checkliste für die Gestaltung eines Evaluationsfragebogens:

PDF 5.1: Checkliste „Gestaltung eines Evaluationsfragebogens“

Einen Evaluationsbogen, den Sie als Vorlage verwenden können, um die an der Umsetzung des Pilotprojekts beteiligten Lehrkräfte entsprechend zu befragen:

PDF 5.4: Evaluationsbogen Schuleigenes Jugendmedienschutzcurriculum

Um möglichst hohe Rücklaufquoten zu erhalten, könnten die Fragebögen beispielsweise im Rahmen regulärer Sitzungen, etwa bei einer Gesamtlehrerkonferenz, ausgefüllt werden.

 

Auch das Schülerfeedback sollten Sie berücksichtigen, um erfolgreich Bilanz ziehen und gerade auch die Themen des Jugendmedienschutzes den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechend anpassen zu können. Eine Methode ist die Durchführung eines Gruppeninterviews mit den Schülerinnen und Schülern, in deren Klasse Themen des Jugendmedienschutzes im Rahmen des Pilotprojektes umgesetzt wurden.

 

Ein Leitfaden zum Gruppeninterview mit Schüler/-innen zur JMS-Verankerung mit Beispielfragen für das Interview:

PDF 5.3: Leitfaden zum Gruppeninterview mit Schüler/inne/n zur JMS-Verankerung

Um möglichst aussagekräftige Evaluationsergebnisse zu erzielen, ist es außerdem empfehlenswert, den Prozess als solchen zu dokumentieren. Die Steuergruppe kann zum Beispiel nach der Erreichung von Meilensteinen regelmäßig festhalten, ob und aus welchen Gründen die Ziele erreicht bzw. nicht erreicht wurden. Die an der Umsetzung im Unterricht beteiligten Lehrkräfte können den Prozess in Form eines Lehrtagebuches dokumentieren. Eine Vorlage für ein Lehrtagebuch:

PDF 5.2: Vorlage für ein Lehrtagebuch

Die Ergebnisse der Evaluation müssen den beteiligten Personengruppen kommuniziert und in die weitere Arbeitsplanung einbezogen werden. Alle Beteiligten sollten die Ergebnisse der Datenauswertung diskutieren und analysieren, um Konsequenzen abzuleiten und weitere Handlungsschritte zu vereinbaren. Dies kann zum Beispiel in Form einer Bilanzkonferenz mit Einladung der Eltern- und Schülervertreter erfolgen: Verlauf und Umsetzung des Pilotprojekts zur Verankerung der Jugendmedienschutzinhalte werden reflektiert, diskutiert und künftige Maßnahmen beschlossen.

Quelle

[1] Burkard, Christoph/Eikenbusch, Gerhard: Evaluation. In: Buchen, Herbert/Rolff, Hans-Günter (Hrsg.): Professionswissen Schulleitung. Weinheim 2006, S. 1292–1342. [zurück]

Die Schritte zur Auswahl:

Schritt 1
Schritt 2
Schritt 3
Schritt 4
Schritt 5

Magdalena Steiner / LMZ