Rundfunkgeschichte

Vox-Haus Berlin; Bild: DRA Frankfurt/Main

Die Gründung öffentlicher Rundfunkgesellschaften erfolgte in der Weimarer Republik ab dem Jahre 1923. Die regionalen Sendegesellschaften wurden als Aktiengesellschaften geführt, wobei die Reichspost einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluß besaß. Die erste Ausstrahlung eines Radioprogramms erfolgte am 29. Oktober 1923 um 8 Uhr abends mit der Meldung: „Hier Sendestelle Berlin, Voxhaus, Welle 400“. Das Radioprogramm der regionalen Veranstalter unterlag freilich einer „politischen“ und „kulturellen“ Überwachung, das heißt, es gab eine spezielle Vorzensur für das Radioprogramm, was zu heftigen Auseinandersetzungen führte.

 

Das erste Hörspiel als Element der Radiokunst wurde am 24. Oktober 1924 gesendet, Zauberei auf dem Sender.

 

Während des Dritten Reichs pervertierte das gesamte Radioprogramm zu einem Propagandainstrument im Dienste der Hitler-Diktatur.

Alfred Braun, ehemaliger Intendant des SFB; Bild: Bundesarchiv 102-06801/Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA

Nach dem Ende des Krieges wurde unter Führung der Alliierten der Rundfunk zu einem öffentlich-rechtlichen Radio-System ausgebaut, wobei in jedem Bundesland eigene Rundfunkanstalten entstanden. Wir kennen sie heute noch unter Namen wie WDR (Westdeutscher Rundfunk), NDR (Norddeutscher Rundfunk), HR (Hessischer Rundfunk) oder SWR (Südwestrundfunk). 30 Jahre lang bestand diese Radiolandschaft nahezu unverändert fort. In den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden dann immer mehr private Sender. Seither spricht man vom dualen Rundfunksystem. In vielen Bundesländern gibt es seither auch sogenannte nicht-kommerzielle oder freie Radios, die es jedem Bürger ermöglichen sollen, Sendungen zu gestalten und auszustrahlen.

Links

75 Jahre Rundfunk in Deutschland

Projekt des MDR mit zahlreichen Hörbeispielen aus 75 Jahren Rundfunkgeschichte zwischen 1923 und 1998. Hier finden Sie zum Beispiel die Rede Zur Übergabe des Süddeutschen Rundfunks in deutsche Hände des späteren baden-württembergichen Ministerpräsidenten Reinhold Maier vom 22. Juli 1949.