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Vernetzte Puppe wird verboten

Die Bundesnetzagentur hat die Kinderpuppe „Cayla“ vom Markt genommen, nachdem diese juristisch als „funkfähige Sendeanlage“ eingestuft wurde. Eltern sollen das Spielzeug aus Datenschutzgründen unschädlich machen.

Spielzeug, das funkfähig und zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignet ist, ist in Deutschland verboten. Da die Puppe Cayla von Genesis Toys zu beidem fähig ist und zudem ein Einklinken in die Kommunikation zwischen Puppe und Kind durch eine nicht ausreichend geschützte Bluetooth-Verbindung möglich ist, wurde das Spionagegerät nun verboten.

 

Auf der Grundlage von § 90 Abs. 1 TKG ist es nicht möglich, solche Sendeanlagen durch das Anbringen von Warnhinweisen auf die versteckte Kamera oder das versteckte Abhörgerät zu legalisieren. Der Gesetzeswortlaut lässt eine Enttarnungsmöglichkeit nach Auffassung der Bundesnetzagentur nicht zu. Dementsprechend ist die Entscheidung endgültig.

 

Da auch der Besitz von funkfähigen Sendeanalgen strafbar ist, sollte die Puppe tatsächlich entsorgt werden. Die Bundesnetzagentur plant jedoch weder Daten der Käufer beim Händler abzufragen, noch möchte sie Verfahren gegen Eltern einleiten.

 

Die Bundesnetzagentur prüft noch weitere interaktive Spielzeuge. Wenn Gegenstände ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen oder auf Grund ihrer Funktionsweise nicht öffentlich gesprochenes Wort unbemerkt abhören könnten oder unbemerkt Bildaufnahmen machen könnten, wird dagegen vorgegangen.

 

Über die Puppe Cayla berichteten wir bereits im Zusammenhang mit vernetztem Spielzeug: Vernetztes Spielzeug – Eine gelungene Symbiose aus analog und digital?

20.02.2017