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"Lösch Dich! So organisiert ist der Hass im Netz"

funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, stellt Lehrkräften die Dokumentation "Lösch Dich" vor, die dabei helfen soll, das Thema Cyber-Mobbing und organisierte Hass-Angriffe im Internet mit ihren Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.

Screenshot / YouTube

Da funk die Zunahme von gezielten Cyber-Mobbing-Attacken und organisierten Hass-Angriffen auf Drittplattformen und sozialen Medien wie YouTube, Facebook, Instagram und Co. mit zunehmender Beunruhigung beobachtet hat,  beschloss ein Team von Journalisten, sich mit dem Thema intensiv ein Jahr lang auseinanderzusetzen und Expertinnen und Experten, Programmiererinnen und Programmierer sowie Internetaktivistinnen und -aktivisten zu interviewen, um hinter die Kulissen dieser Mechanismen zu blicken.

 

Im Fokus der hasserfüllten Aktionen stehen häufig bereits ganz junge Menschen. Die Angriffe zielen dabei auch auf YouTube-Kanäle und Influencer ab, die von Schülerinnen und Schülern stark genutzt werden. Ziel der – überwiegend rechtsextremen – Angriffe ist es, demokratische und gesellschaftsfördernde Inhalte zu bekämpfen, Kommentare und deren Wahrnehmung zu verfälschen und gezielt Meinungsmache zu betreiben.

 

Die Dokumentation "Lösch Dich! So organisiert ist der Hass im Netz" zeigt: Oft agieren Täterinnen und Täter nicht alleine. Sie organisieren sich in Gruppen und machen Jagd, hetzen, mobben und haten nach vorheriger Absprache bestimmte politische Strömungen oder Personen. In geheimen Foren, mit Namen wie "Reconquista Germanica", organisieren sie sich fast militärisch, geben sich Titel wie "General", verwenden Begriffe wie "Sondereinsatzkommando". Sie selbst sehen sich als Kämpferinnen und Kämpfer im "Infokrieg" um die Meinungshoheit im Internet. Sie manipulieren die Stimmung im Netz, kapern Onlinediskussionen mit Hetze und Fake-Accounts. Sie erstellen massenhaft Memes u. a. mit rassistischen Bildern, lassen sie tausendfach teilen und beanspruchen den Erfolg der AfD für sich.

 

Im Zuge der Recherche ist das Team auf verschiedene Netzphänomene und Plattformen gestoßen, hat mit Expertinnen und Experten gesprochen und mithilfe von Programmiererinnen und Programmierern großflächig Kommentare auf großen deutschen Facebook und YouTube Seiten analysiert. Die rund 40-minütige Doku begleitet die Gruppe aus Journalistinnen und Journalisten, Programmiererinnen und Programmierern und Internetaktivistinnen und -aktivisten, zeigt offline-Aufeinandertreffen mit Trollen und Hatern und legt die Mechanismen offen, die organisierten Hass im Netz befeuern. 

 

Die Produzenten sind sich sicher: Viele Schülerinnen und Schüler kommen im Internet mit organisiertem Hass im Netz in Kontakt. Sie würden sich freuen, wenn sie mit ihrer Dokumentation im Unterricht dazu beitragen können, frühzeitig darüber aufzuklären und das Verständnis in Sachen Medienkompetenz junger Menschen an dieser Stelle zu schärfen.

 

Die Dokumentation können Sie hier anschauen.

 

26.06.2018