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21.03.2018 | Helen

Snapchat als beliebtestes Soziales Netzwerk – Ein Bericht aus Schülerperspektive

Bild: Pixabay, Lizenz: CC0

Erwachsen werden ohne Smartphones und vor allem ohne Social Media ist für mich – und ich denke einen Großteil der heutigen Jugend – undenkbar. Wenn ich daran denke, dass meine Eltern das alles nicht hatten, stelle ich mir schon ein ganz anderes Leben als meines vor.

Wer bin ich?

Mein Name ist Helen und ich bin 15 Jahre alt. Derzeit besuche ich die neunte Klasse einer Realschule. In meiner Klasse besitzt jede/-r ein Smartphone und auch Soziale Netzwerke wie zum Beispiel WhatsApp werden von uns allen verwendet. Ich selbst finde das auch sehr gut, weil Nachrichten schreiben, gerade wenn es um Kleinigkeiten geht, einfach viel schneller geht als ein Telefonat. Ich denke, dass es den meisten Jugendlichen so geht, jedenfalls kennen die meisten meiner Freunde noch nicht einmal meine Festnetznummer. Besonders oft nutze ich die Sprachnachrichtenfunktion. Sie ist sehr praktisch, gerade wenn es längere Geschichten zu erzählen gibt. Was ich auch richtig praktisch an WhatsApp finde, sind die Gruppen. Die meisten Nachrichten erhalte ich durch meine Klassengruppe. Meistens werden darin Nachrichten wie „Was war in Deutsch auf?“ geschrieben.


Trotzdem hat die App auch ihre Nachteile. Sie kann mich zum Beispiel ziemlich schnell ablenken. Sobald eine neue Nachricht ankommt, habe ich sofort den Drang sie zu lesen. Es könnte ja etwas wichtiges sein. Da der andere durch die blauen Haken sehen kann, dass man die Nachricht gelesen hat, wird man automatisch unter Druck gesetzt, sofort zu antworten. Deswegen habe ich in meinen Einstellungen die blauen Haken abgestellt, sodass die andere Person nicht mehr sehen kann, dass ich die Nachricht schon gelesen habe. Meine Kontakte können auch nicht mehr sehen, wann ich das letzte Mal online war. Das muss meiner Meinung nach nicht jeder wissen.

Der Favorit: Snapchat

Mein liebstes Soziales Netzwerk ist aber immer noch Snapchat. Es ist auch die App, die ich am meisten nutze. Bei Snapchat geht es hauptsächlich darum, Fotos an bestimmte Kontakte zu senden. Der Versender selbst kann festlegen, wie lange der Empfänger das Bild sehen darf. Wenn die Zeit abläuft, wird das Bild dann von Snapchat gelöscht. Allerdings kann man das Bild noch kurz nach der abgelaufenen Zeit wiederholen. Das wird dem Versender aber angezeigt. Man sollte trotzdem darauf achten, nichts Unangebrachtes zu versenden, da jedes Handy auch einen Screenshot machen kann. Auch das wird dem Versender dann als Meldung mitgeteilt. Das Foto ist dann aber trotzdem, im schlimmsten Fall für immer, auf dem anderen Handy. Auf Snapchat kann man auch seine eigene Story erstellen. Dort kann man dann einfach Snaps, also Fotos oder Videos, hochladen. Diese können dann 24 Stunden von allen verknüpften Freunden angeschaut werden. Ich selbst versende eigentlich täglich Snaps an Freundinnen, aber in meiner Story poste ich nur selten. Viele meiner Snapchat-Freunde posten täglich sehr viel in ihrer Story, allerdings auch oft eher Uninteressantes, wie zum Beispiel ihr Essen.

Instagram – viel Zeitaufwand

Auf Instagram bin ich zwar auch mindestens einmal am Tag unterwegs, aber ich nutze die App mit am wenigsten. Das meiner Meinung nach größte Problem an Instagram ist, dass wenn man die App einmal angeklickt hat, meist viel zu viel Zeit mit ihr verschwendet, da immer neue Bilder oder Videos im Feed angezeigt werden. Mein letztes Bild habe ich schon vor über einem Jahr gepostet, aber viele meiner Freunde stellen sogar wöchentlich neue Bilder rein. Ich like nicht wirklich viel außer die Bilder von den Leuten, denen ich folge. Auch über Instagram kann man sich Nachrichten schicken. Ich bevorzuge trotzdem WhatsApp, schon allein weil aus meiner Familie keiner Instagram benutzt.

Die Zeit nicht vergessen

Eigentlich finde ich es richtig gut, dass ich die Möglichkeit habe, Soziale Netzwerke zu nutzen. Ich finde es trotzdem wichtig, nicht zu viel Zeit mit ihnen zu verschwenden und sich vor allem nicht abhängig machen zu lassen. Vielleicht sollte man auch mal ein paar Tage Auszeit nehmen.


Helen absolviert derzeit ein einwöchiges Praktikum am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Im Rahmen dieses Praktikums erhält sie Einblicke in die Arbeit der medienpädagogischen Programme und verfasste beim Besuch der Redaktion MediaCulture-Online diesen Bericht zur eigenen Nutzung von Sozialen Netzwerken.

Außerschulische Pädagogik, Eltern, Jugendmedienschutz, Lehrkräfte, Medienbildung, Soziale Netzwerke

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