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11.12.2017 | Stephanie Wössner

WES 4.0: Mobiles Lehren und Lernen mit dem Tablet

Bild: Andreas Hofmann

Am 16. und 17. November nahmen mehr als 400 Lehrkräfte, Aussteller und Sponsoren an der Fortbildung „WES 4.0: Mobiles Lehren und Lernen mit dem Tablet“ an der Walter-Eucken-Schule in Karlsruhe teil. Bei der Fortbildung drehte sich zwei Tage lang alles um den Unterricht mit mobilen Endgeräten aller großen Hersteller und in allen Schularten. Aber auch Themen wie Neue Lernräume, Augmented und Virtual Reality, Greenscreen, Minecraft und Programmieren fehlten nicht. Es war für jeden – Anfänger wie Experten, Lehrkraft oder Technikgeek – etwas dabei.

Die Workshops

Bild: Andreas Hofmann

Bei der Fortbildung wurden vielfältige Workshops zum Einsatz des iPads im Unterricht angeboten: ob Filmtrailer oder Erklärvideo mit iMovie, Musik mit GarageBand, ein interaktives Buch mit iBooks Author oder der Einstieg ins Programmieren mit Swift Playgrounds, die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Multitalents wurden innerhalb der zwei Tage in den Fokus gestellt. Mitarbeiter vom Stadtmedienzentrum Karlsruhe sowie vom Landesinstitut für Schulentwicklung zeigten außerdem wie man mit Stop Motion Studio kleine Trickfilme erstellen und mit Learning Apps ganz individuelle Übungen für die Schülerinnen und Schüler erstellen kann.

 

Auch der Einsatz von Android-Geräten wurde thematisiert: So wurde gezeigt, wie man ganz einfach mit dem Book Creator ein eBook erstellen oder mit Tablets kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht betreiben kann. Stephanie Wössner stellte hier diverse Apps vor, wie man Vokabelarbeit mit SimpleMind und Quizlet betreiben kann, wie Avatar-Apps wie BuddyPoke und Tellagami zur Förderung der Sprechkompetenz eingesetzt werden können.

 

Jam Hambsch stellte das MIFD-Modell vor, das dabei helfen soll, Apps reflektiert mit einem klaren pädagogischen Ziel im Auge im Unterricht einzusetzen. Dabei ging es um Themen wie Lernzeitgestaltung, Diagnose, Klassenführung und Kommunikationskompetenz in Theorie und (Best) Praxis. Außerdem hatten die Teilnehmer genügend Zeit, auch selbst einige der Apps, z.B. Plickers, NoRedInk und Popplet auszuprobieren.

 

Marek Müller und Thomas Schmidt (Müller trifft Schmidt) gaben einen Einblick, wie man mit Hilfe eines grünen Tuchs und der App Greenscreen by DoInk Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben kann, das Präsentieren zu üben. In wenigen Handgriffen wird das Video aufgenommen, der grüne Hintergrund durch ein passendes Foto ersetzt und schon stehen die Lernenden nicht mehr in Deutschland vor einem grünen Tuch, sondern im Weißen Haus direkt im Oval Office.

 

Tilo Bödigheimer, stellvertretender Schulleiter der Hardbergschule Mosbach, zeigte ganz praktisch, wie Schülerinnen und Schüler im Matheunterricht kooperativ mit Minecraft Häuser bauen können, wie seine Schüler/-innen nicht nur die Schule ausgemessen haben und in Minecraft nachbauten, sondern auch wie sie im Geschichtsunterricht mittelalterliche Burgen bauten, um das vorher Gelernte ganz praktisch zu festigen. Schließlich durften die Teilnehmer/-innen selbst in die Schülerrolle schlüpfen und mit den zur Verfügung gestellten Tablets, die mit Bödigheimers Server verbunden wurden, eine Matheaufgabe lösen, indem sie gemäß den ausgeteilten Anweisungen in kleinen Gruppen gemeinsam ein Haus bauen sollten – und sich nicht nur mit der vielleicht ungewohnten Steuerung auseinandersetzen, sondern sich auch einigen mussten, wer, wann, wo, welche Blöcke setzt.

 

Schließlich kamen auch die Themen Augmented und Virtual Reality im Kontext von zeitgemäßer Bildung zur Sprache. So wurde ganz konkret gezeigt, wie die Augmented Reality-App Aurasma im naturwissenschaftlichen Unterricht eingesetzt werden kann und Stephanie Wössner vom Landesmedienzentrum machte mit den Teilnehmer(-inne)n ihrer Workshops einen Ausflug in die virtuelle Realität. Neben Apps wie Google Expeditions, Arts & Culture  Unimersiv und vTime kamen auch Anwendungen wie CoSpaces und Holobuilder zur Sprache, die es den Lernenden erlauben, selbst VR-Inhalte zu erstellen. CoSpaces konnte dann zum Abschluss selbst mit Tablet und Samsung GearVR-Brille ausgetestet werden.

Das Rahmenprogramm

Bild: Andreas Hofmann

Das Rahmenprogramm beinhaltete u.a. eine Keynote von Saskia Esken, Mitglied des Bundestags aus Baden-Württemberg, die darüber sprach, wie es nach der Bundestagswahl mit der digitalen Bildung in Deutschland weitergehen soll. Sie betonte, dass es einen auch von einschlägigen Studien belegten dringenden Handlungsbedarf gebe, den Ankündigungen der Kultusministerkonferenz nun Taten folgen zu lassen. Bund und Länder müssen dieses Großprojekt in Kooperation miteinander angehen. Allerdings müsse nicht nur in die IT-Infrastruktur und den technischen Support investiert werden, sondern auch in Bildungsmaterialien, sowie in die Lehreraus- und -fortbildung.

 

Wenn man nicht gerade an einem der etwa 70 Workshops  teilnahm, konnte man sich bei diversen Ausstellern über Tablets, schulische Infrastruktur und Unterstützungsangebote informieren. Auch das Stadtmedienzentrum Karlsruhe und das Landesinstitut für Schulentwicklung waren hier vertreten.

 

Organisiert wurde die Veranstaltung von Andreas Hofmann aus Niedersachsen, Saskia Ebel, Lehrerin an der Walter-Eucken-Schule, sowie Stefan Pauli und Pierre Heinz, Schulleiter und stellvertretender Schulleiter der Schule. Eine Fortsetzung der Veranstaltung befindet sich bereits in Arbeit.

Computer / Hardware, Lehrkräfte, Smartphone / Tablet, Software

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