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23.02.2017 | Nora Brockamp

Webinar-Crashkurs Drehbuchschreiben mit Schülerinnen und Schülern

Weiterbildungen der Schulkinowoche

Am 21. Februar referierte Constantin Schnell in einem Crashkurs-Webinar über die wichtigsten Grundregeln des Drehbuchschreibens in der Schule. Weiterbildungen dieser Art finden derzeit aufgrund der Schulkinowoche Baden-Württemberg statt.

 

Nur eine drei viertel Stunde dauerte die Fortbildung für Deutschlehrer, in der Constantin Schnell in einem kurzen Überblick die wichtigsten Grundpfeiler und Faustregeln des Drehbuchschreibens mit Schülerinnen und Schülern erläuterte. 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg schauten von ihren Computern aus dem Vortrag zu und brachten Fragen und Impulse aus ihren Erfahrungen über einen Chat in die Veranstaltung ein, wodurch ein Austausch möglich wurde.

Drehbuch im Unterricht?

Ein Drehbuch ist die Vorlage zum Film. Doch einen Film tatsächlich auch im Unterricht umzusetzen, das kann sich nicht jeder Deutschlehrer vorstellen. Hier macht Constantin schnell Mut: Ein Drehbuch kann auch für sich schon als Werk stehen und muss nicht immer gleich im Unterrichtszusammenhang umgesetzt werden. Denn für das Erstellen eines Drehbuchs an sich muss schon viel Zeit eingeplant werden. Doch allein schon die analytische Beschäftigung mit der Textgattung fördert Kreativität, Text- und Medienkompetenz. Das gemeinsame Schreiben fördert die Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.

Die Ausgangssituation – Unterricht

Drehbücher können in Kleingruppen erarbeitet werden. Wie groß diese sein sollten, hängt von der Gesamtgruppe ab. In einer regulären Schulklasse mit 30 Schülern, bietet es sich beispielsweise an fünf Gruppen mit jeweils sechs Schülern zu bilden. Ein Drehbuch lässt sich aber auch gut zu zweit schreiben. Je nach Kompetenzen teilen sich die Schülerinnen die Aufgaben und tragen so ihren Teil zum Drehbuch bei. Während einer tippt, spricht jemand anderes die Dialoge durch oder hat Ideen zur dramaturgischen Umsetzung. Wichtig ist jedoch, nicht gleich mit dem Schreiben anzufangen.

Ablauf und Umsetzung

Die formalen Bausteine eines Drehbuchs

Zunächst sollten Ideen gesammelt werden. Dies kann durch klassisches Brainstorming oder andere Methoden, wie der Placemat-Methode passieren. Da Schülerinnen und Schüler dazu neigen über Themen zu schreiben, über die sie nicht viel wissen, empfiehlt Constantin Schnell Themen aus der eigenen Wirklichkeit zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich für einen Helden entscheiden, also für eine Hauptfigur, die im Laufe des Films eine Aufgabe oder ein Problem lösen muss. Das strukturiert die Ideenfindung. Auch hilft es die Geschichte bewusste in einzelne Teile, wie Anfang, Mitte und Ende zu gliedern. Dabei können bereits bekannte Dramaturgie-Modelle Anwendung finden. Für die Ideenfindungsphase sollte viel Zeit eingeplant werden.

 

Anschließend geht es in die Schreibphase. Hier hilft es den Schülerinnen und Schülern, vorher eine Drehbuchseite auf ihre Elemente hin analysiert zu haben. Eine Vorlage im Schreibprogramm kann helfen die Formatierungshürde zu überwinden. Wenn das Drehbuch am Ende in einen Film umgesetzt werden soll, gilt die Faustregel: Eine Seite beansprucht ungefähr eine Minute Film. Inhaltlich sollte im Drehbuch nur stehen, was  später im Film zu sehen und zu hören sein soll. Dazu gehören zum Beispiel Handlungs- und Ortsbeschreibungen sowie Dialoge. Beschreibungen zur Kameraarbeit oder ähnliches gehören hier jedoch nicht hin.

 

Zum Schluss sollte das Drehbuch noch einmal überarbeitet werden. Bei guten Dialogen sagt eine Figur nicht mehr als zwei Sätze am Stück. Generell lohnt es sich, Dialoge nach der ersten Version noch einmal um die Hälfte auf das wirklich relevante zu kürzen. Ist das Drehbuch sehr lang geworden, gilt es nachzuhaken: Braucht es all diese Szenen um die Geschichte zu verstehen? Wo zieht sich die Geschichte in die Länge? Wo könnte gekürzt werden?

Das Projekt: Tatort Bodensee

Logo Drehbuchwettbewerb Tatort Bodensee

Ein besonderes Projekt zum Verfassen von Drehbüchern wird alle zwei Jahre vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg ausgeschrieben. Bei dem Projekt „Tatort Bodensee“ bekommen Schülerinnen und Schüler eine Vorgabe von Szenen, mit denen sie weiterarbeiten können, um ein Kurzfilmdrehbuch zu verfassen. Hier haben sie ein Ziel, es gibt einen Zeitrahmen und Motivation durch die Möglichkeit einen Preis zu gewinnen. Die nächste Ausschreibungsphase startet im Oktober 2017.

Weiterbildungen

Webinare:

Am Donnerstag, den 9. März findet von 13:15 Uhr bis 14:00 Uhr ein Webinar zu dem Film „Tschick“ statt.

Am Dienstag, den 14. März erzählt Regisseurin Cornelia Grünberg zur gleichen Uhrzeit etwas über ihren Dokumentarfilm „14“.

Fortbildungen vor Ort:

Screenshot von der Webseite der Schulkinowoche

Alle Weiterbildungs-Termine zum Thema Filmbildung und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Teilnahmebestätigung kann ausgestellt werden.

 

Weitere Informationen rund um das Thema Filmbildung finden Sie auch im Bereich Medienpraxis unserer Webseite.

 

Außerdem wird in Kürze ein Leitfaden zum Drehbuchschreiben für junge Filmemacher online gehen, den Constantin Schnell in Zusammenarbeit mit Dejan Simonović verfasst hat. Wir berichten darüber in Kürze.

Außerschulische Pädagogik, Film, Lehrkräfte, Medienbildung, Video

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