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20.11.2017 | Stephanie Wössner

Vier baden-württembergische Preisträger beim Deutschen Multimediapreis mb21

Glückliche Preisträger: Stephanie Wössner und ihrer Schüler/-innen; Bild: mb21

Der Deutsche Multimediapreis mb21 wird seit 19 Jahren an junge Medienmacher zwischen dem Vorschulalter und 25 Jahren verliehen. Der Preis soll der digitalen Medienkultur ein Forum bieten und lädt junge Medienkünstlerinnen und -künstler, Geeks, Spielemacherinnen und Spielemacher ein, ihre multimedialen Projekte einzureichen. Dabei ist es egal, in welchem Rahmen die Produktionen entstanden sind. Das einzige was zählt, ist das Endergebnis. Die Preise werden in verschiedenen Alterskategorien verliehen, sodass auch die Kleinsten eine Chance haben. Außerdem gibt es jedes Jahr Sonderpreise und ein Motto. Das Motto im Jahr 2017 war „Big Dada“, eine Verschmelzung von „Big Data“ und „Dadaismus“.

Die Preisträger aus Baden-Württemberg

Bei der diesjährigen Preisverleihung am 11. November in Dresden gingen gleich vier Preise nach Baden-Württemberg:
Steffen Oberle, Enzio Probst und Dominik Schön aus Ludwigsburg erhielten den Sonderpreis Animation in der Altersgruppe 21–25 für ihren Animationsfilm „BENU“. Während die Kulisse aus realem Papier gefaltet wurde, fügten die Studenten die Tiere als Computeranimationen ein. In ihrem Kurzfilm erzählen sie die Geschichte von Waldbewohnern, deren Lebensraum durch ein Feuer zerstört wird.


Christina Brandl, Kerstin End, Kevin Jung und Jochen Wisch aus Appenweier wurden mit ihrer Kunstinstallation „Artificial Blues“ in der Sonderkategorie Medienkunst ausgezeichnet. Sie stellen mit ihrer Installation die spannende Frage nach der Würde von Robotern und technischen Geräten. Die Installation ist auf fünf Leinwände verteilt, die auf den ersten Blick fünf identische Roboterarme zeigen, die monoton ihre Arbeit verrichten. Steht der Betrachter direkt vor dem Kunstwerk, sorgen Trackinggeräte dafür, dass die Roboterarme, die er anschaut, monoton ihre Arbeit verrichten, während diejenigen, die sich unbeobachtet fühlen leichte Variationen in ihre Bewegungsabläufe einbauen.   


In der Altersgruppe 7–10 konnten sich die Klassen 1/2D der inklusiven Anne Frank Gemeinschaftsschule aus Karlsruhe über einen zweiten Platz für ihr Trickfilm-Projekt „Pause. Pause! Pause?“ freuen, in dem sie mit selbstgebastelten Fingerabdruck-Figuren schilderten, wie sie ihre Pause erleben.


Die letztjährige Französischklasse 9a/c des Albeck Gymnasiums Sulz am Neckar erzielte in der Altersklasse 11–15 den dritten Platz für ihr Projekt „Literatur x (meets) Virtual Reality“. Basierend auf einer Idee von Stephanie Wössner, Französischlehrerin am Albeck Gymnasium und medienpädagogische Referentin am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, befasste sich die Klasse Ende letzten Schuljahrs mit dem Roman „Fatou Rama“ von Mfa Kera. Bereits während der Lektüre erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Tagebucheinträge der Protagonistin Kera, einem jungen Mädchen, das in den 60er-Jahren im Senegal aufwuchs. Anschließend inszenierten sie die einzelnen Kapitel mit Hilfe der App „CoSpaces“ in 3D. Das Ergebnis kann man sowohl am Bildschirm als auch mit einer VR-Brille (Cardboard oder Samsung GearVR) anschauen. Während man durch Keras Welt spaziert, laufen im Hintergrund die von den Schülerinnen und Schülern geschriebenen und vertonten Tagebucheinträge ab und ermöglichen es dem Betrachter so, in Keras Welt einzutauchen.

Das Medienfestival 2017

Mit der freudigen Nachricht über die Nominierung erhalten die von der Jury ausgewählten Projekte zusätzlich auch eine Einladung zu einem zweitägigen Medienfestival, bei dem sie ihre Projekte ausstellen und so der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Dieses Medienfestival bietet den Rahmen für die Preisverleihung am Ende des ersten Tags. Es findet seit einigen Jahren in den Technischen Sammlungen Dresden statt und steht unter dem Motto „Ausprobieren, Staunen, Entdecken“. Neben den besten Einreichungen des Deutschen Multimediapreises gab es dieses Jahr etwa 50 verschiedene Mitmachangebote, Ausstellungen und Workshops. Die extra dafür konzipierte App half dabei, sich zurecht zu finden.


Eins der Highlights dieses Jahr war sicherlich „Minecraft 4D“, ein umgebauter Friseurstuhl, der Sinneseindrücke wie Hitze, Wind und Gerüche beim Minecraftspielen simulierte. Aber auch die diversen Spieleangebote wie das bald erscheinende kollaborative Jump- and Run-Spiel „DYO“, das Android-Tablet-Spiel „Mary Go Around“ und das gerade erschienene Spiel „SuperFlightBattle“ zogen Jung und Alt an.

Augmented / Virtual Reality, Französisch, Medienbildung

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