MediaCulture-Online Blog

05.04.2017 | Nora Brockamp

Podcasts – Wissen auf die Ohren

Bild: Unsplash, Lizenz: CC0

Den ARD/ZDF-Online-Studien lässt sich entnehmen, dass die Nutzung von Podcasts in den letzten Jahren angestiegen ist. Es handelt sich zwar noch lange nicht um ein Leitmedium, dennoch lohnt es, sich mit der Fülle von Podcasts einmal auseinanderzusetzen.

Podcast – Basics zum Nebenbeimedium

Podcasts kann man als Audio-Pendant zum Blog verstehen. Zwar findet man unter demselben Begriff auch andere Formen, wie zum Beispiel Video-Podcasts, in diesem Artikel soll es jedoch ausschließlich um das Audio-Format gehen. Podcaster stellen meist in regelmäßigen Abständen Audio-Dateien kostenlos ins Internet und somit jedem zur Verfügung. Diese sind dann im Browser auf der jeweiligen Website, über einen RSS-Feed oder über eine der zahlreichen Podcast-Apps abrufbar. Hörerinnen und Hörer können ihre Lieblingspodcasts abonnieren und bekommen so immer die neueste Folge bereitgestellt, beispielsweise durch einen automatischen Download. Da sie jedoch nicht, wie bei diversen Fernsehmediatheken nach einer Weile wieder gelöscht werden, lassen sich auch alte Folgen nachträglich problemlos anhören.

 

Podcaster setzen sich bestimmte Schwerpunkte, die sie Folge für Folge behandeln. Das können zeitlose Wissenssendungen sein, aber auch News zu einem bestimmten Nischenthema. Normalerweise sind Podcasts non-fiktional angelegt. Es gibt nur wenige Beispiele, bei denen eine Art Hörspiel-Serie kreiert wird. Eine Podcast-Folge beginnt meist mit einem einleitenden Jingle oder einem in jeder Folge gleichartigen Einleitungssatz mit Wiedererkennungswert. Podcasts folgen ihrer eigenen Struktur, die sich durch alle Folgen durchzieht. Viele Podcaster laden sich Gäste ein, sodass sie ihren Hörerinnen und Hörern immer neuen Input bieten können. Es entstehen lockere themenbezogene Gespräche, denen man nebenbei in der Bahn, beim Autofahren, Kochen oder Bügeln lauschen kann. Es handelt sich also um ein „Nebenbeimedium“, das ähnlich wie das Radio genutzt wird. Im Unterschied zu Radiosendungen können Podcasts jedoch jederzeit bewusst ausgesucht und angehört werden. So können sich Hörerinnen und Hörer gezielt aussuchen mit welchem Thema sie sich beschäftigen möchten.

 

Radiosender verwerten ihre ohnehin produzierten, seriellen Sendungen auch als Podcast wieder. So hat beispielsweise das Deutschlandradio eine große Sammlung an regelmäßigen Podcasts, die man „on demand“ nachhören kann. Anders als die durch Rundfunkgebühren finanzierten Formate des Deutschlandfunks produzieren Podcaster ihr Format meist ehrenamtlich in ihrer Freizeit oder finanzieren sich und ihr Equipment durch vorgelesene Werbung, häufiger aber über Sponsoring. Da Podcasts sich in Amerika bereits deutlicher etabliert haben, gibt es sehr viele unterhaltsame englischsprachige Podcasts.

Podcasts finden

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Da es eine große Fülle an Podcasts gibt – jedoch keine einheitliche, sortierte Liste, die man durchsuchen könnte – ist es schwierig, alle Podcasts zu einem bestimmten Thema zu finden. Übersichten bieten zwar die verschiedenen Podcast-Apps, aber diese beinhalten immer nur einen Teil aller verfügbaren Podcasts. Bekannte Beispiele für Android-Apps sind AntennaPod, BeyondPod und Pocket Casts (Letztere ist jedoch nicht kostenlos). Für iOS-Geräte haben sich Downcast und Overcast, sowie die hauseigene App „Podcast“ von Apple  etabliert. Man kann jedoch auch über Streamingdienste wie Spotify, Deezer oder über iTunes Podcasts finden und hören. Fyyd ist eine Seite, die deutschsprachige Podcasts sammelt und in Kategorien einordnet. Hier kann man in der Stichwortsuche einzelne Folgen zu einem bestimmten Thema entdecken.  Außerdem hat die Medienforscherin Nele Heise eine Liste mit Podcasts erstellt, an denen Frauen mitarbeiten.

Podcasts als Bildungsmedium

Es lohnt sich immer wieder nach Podcasts zu Nischenthemen zu suchen, die von Interesse sind. Mit Hilfe von Podcasts können Hörerinnen und Hörer ihr Wissen zu verschiedenen (Nischen-)Themen vertiefen und auf dem neuesten Stand bleiben. Das ist in der Arbeitswelt genauso hilfreich wie bei Freizeitinteressen. Auch für Schülerinnen und Schüler gibt es eine Reihe von nützlichen Podcasts, so z.B. für den Fremdsprachenunterricht. Podcasts eignen sich auch zum Fremdsprachen lernen, beispielsweise können Zugezogene langsam gesprochene deutschsprachige Nachrichten hören.

 

Wer selbst einen Podcast erstellen möchte, erhält hier eine einfache Anleitung  oder kann sich die Folgen des nicht mehr aktiven Podcasts PodUnion anhören und dabei wertvolle Tipps einsammeln. Wer dafür freie Musik und Geräusche benötigt kann bei unserer Liste zu freien Inhalten fündig werden.

Podcasts für Medienpädagogen

Regelmäßig erscheinende medienpädagogische Podcasts gibt es nicht besonders viele. Ein noch recht junger Podcast heißt „digimetsch-Talk“: Studierende der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Masterstudiengang „E-Learning und Medienbildung“ betreiben seit Anfang Dezember einen eigenen Podcast. In Eigeninitiative behandeln sie laut Website „aktuelle Themen und Events aus den Bereichen Medienpädagogik, Medienbildung, digitale Bildung, E-Learning, Fotografie und Games.“ Der Podcast lädt immer wieder Gäste ein, die aus ihren Fachbereichen berichten. Bereits in der zweiten Episode berichteten sie auch über einige Angebote des LMZ. Diese Woche soll eine neue Folge zum Thema „Apps und Smartphone im Fremdsprachenunterricht“ erscheinen.

 

Bereits die 40. Episode hat der Bildungspodcast Bildung – Zukunft – Technik (bzt) veröffentlicht. Dieser berichtet regelmäßig über die digitale Bildungsszene und stellt insbesondere Tools und Apps vor. Der Bildungs-Podcast Kulturkapital behandelt unter anderem Themen wie Medienforschung, Medienkunst und -kultur sowie Medienpädagogik, aber auch Gesellschaft im allgemeineren Sinne und Themen wie „Kulturelles Erbe“. Der BredowCast vom Hans-Bredow-Institut teilt das Wissen aus Medienforschungen des eigenen Instituts in ihrem Podcast.

 

Dann gibt es noch eine Reihe von vereinzelten Anläufen Podcasts zu initiieren, die wieder eingestellt wurden oder zumindest sehr lange keine Episode mehr veröffentlicht haben. Dazu gehören unter anderem PB21 – Web 2.0 in der politischen Bildung von der Bundeszentrale für politische Bildung, Medienwelten von dem Bündnis Keine Bildung ohne Medien sowie drei Folgen des Podcasts Medienpädagogik vom SAEK Leipzig.
Alternativ gibt es sehr technisch orientierte (n00bcore, GeekWeek) oder medienorientierte (Dradio Wissen: Eine Stunde was mit Medien / Eine Stunde Film, SWR Aktuell Medien) sowie sozialpädagogische Podcasts (Soziopod).

 

Hier finden Sie eine Liste mit Unterrichtsmodulen rund um die Themen Audio, Radio und Podcasting.

Audio, Außerschulische Pädagogik, Internet / Web 2.0, Lehrkräfte, Sprechen / Präsentieren

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