MediaCulture-Online Blog

11.10.2013 | Anne Aurich

Best Practice im LMZ-Projekt Grundschule

Gegenstände verwandeln mit dem Bildbearbeitungsprogramm; Bild: Thomas Gad

Aus einer Lampe wird eine Rakete, aus einem Türgriff wird ein Zug. Wie geht denn das? Ganz einfach, indem man im Kunstunterricht der Grundschule mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms Paint aus selbstgemachten Fotos von Alltagsgegenständen Fantasiegegenstände macht. Und dies ist nur eines von vielen Beispielen, die bei einem Treffen der Medienpädagogischen Beraterinnen und Berater (MPBs) des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) für die Grundschule als sogenannte Best-Practice, also besonders vorbildliche Beispiele, vorgestellt wurden.

 

„Nach zwei Jahren erfolgreicher Pionierarbeit in unserem Pilotprojekt Grundschule wurde es Zeit für eine gemeinsame Zwischenbilanz“, so die pädagogische Projektleiterin am Landesmedienzentrum, Monika Lüthje-Lenhart. Daher trafen sich die Medienpädagogischen Beraterinnen und Berater des LMZ, die die landesweit 16 Pilot-Grundschulen seit 2011 vor Ort betreut hatten, zu einer gemeinsamen Arbeitstagung. Ziel war es, eine Bilanz der bisherigen Arbeit zu ziehen und die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre unter verschiedenen Fragestellungen auszutauschen, zusammenzufügen, zu bündeln und weiterzugeben.

Das Pilotprojekt Grundschule soll kontinuierlich flächendeckend ausgebaut werden

„Diese Zwischenbilanz ist insbesondere wichtig, damit wir in Zukunft auch die anderen Kolleginnen und Kollegen im flächendeckenden Beratungssystem unseres Medienzentrenverbundes in die Beratung und Unterstützung von interessierten Grundschulen einbeziehen können. Nur so können wir unser Angebot zur Medienbildung in der Grundschule weiter ausbauen“, meint Thomas Herbst; er ist am LMZ unter anderem zuständig für die Koordination und Betreuung der landesweit tätigen MPBs.

 

Diese sollten wissen, wie ein optimaler Einstieg in die Beratung vor Ort aussehen kann und was dabei auch organisatorisch zu beachten ist: wichtige Grundvoraussetzungen, um sich der inhaltlichen medienpädagogischen Arbeit an der Grundschule möglichst reibungslos widmen zu können. Dabei geht es beispielsweise um die Frage „Wie arbeite ich mit den Kindern im Schulnetz?“ Da können so einfache wie effektive Tipps wichtig sein, wie etwa der, dass man die Kinder zu Experten für ein bestimmtes Gebiet erklärt. Beispielsweise tragen dann diejenigen Kinder, die sich mit der Anmeldeprozedur im Schulnetz besonders gut auskennen, das Schild „Anmeldeexperte/in“ und stehen den Gleichaltrigen für Rückfragen zur Verfügung.

Viele weitere Praxisbeispiele für den Unterrichtsalltag in der Grundschule

Sind die ersten organisatorischen und technischen Hürden gemeistert, stellt sich die Kernfrage: Wie können die Lehrkräfte Medienbildung gewinnbringend im Unterrichtsalltag umsetzen? Hier hatten die MPBs zur Arbeitstagung viele Praxisbeispiele mitgebracht, die sie den Kolleginnen und Kollegen vorstellten – das waren etwa Hinweise auf kostenlose Internetangebote für den Einstieg in die Arbeit mit dem Computer wie Toni Klix mit Übungen zur Handhabung von Maus und Tastatur oder bestimmte Seiten, die sich für die gezielte Informationssuche im Internet eignen wie www.wissenskarten.de oder www.hamsterkiste.de. Sehr beliebt sind alle Arten von einfachen bis hin zu komplexen Medienprodukten, die Bild, Text und – später auch – Ton zusammenbringen. Sogenannte „sprechende Bilder“ oder – in der komplexeren Variante – das multimediale Klassenalbum sind interessante elektronische Alternativen zur analogen Klassenzeitung.

 

Hier einige Beispiele für die gelungene Kombination von Fächerinhalten und Medienbildung in der Grundschule:

 

  • Rondelle (eine bestimmte Gedichtform) zum Thema Wald oder Buchpräsentationen im Deutschunterricht
  • musikalisch und bildlich untermalte Gebete im Religionsunterricht
  • das Generationenthema „Was ich von meinen Großeltern gelernt habe“, eine Reise in verschiedene europäische Länder oder die Vorstellung des eigenen Haustiers bzw. Lieblingstiers im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur (MeNuK)
  • das Erstellen eines Daumenkinos von Bodenturnübungen im Sportunterricht mit der Daumenkinodruckmaschine.

Kontinuierliche und systematische Verankerung der Medienbildung im Schulcurriculum

Die schwierigste Frage, die sich für Schulen und MPBs abschließend stellt: Wie kann die Medienbildung Teil des Schulcurriculums werden, damit sie auch über die Projektphase hinaus kontinuierlich und systematisch im Unterricht verankert wird? Dazu stellt das LMZ den Schulen das Mediencurriculum und den Medienentwicklungsplan als Planungsinstrumente zur Verfügung. Bei diesem Thema ist großes Beratungsgeschick und “Fingerspitzengefühl” erforderlich, um Schulen nicht zu überfordern, sondern sie in kleinen und kleinsten Schritten an die medienpädagogische Arbeit im Grundschulalltag heranzuführen. Das umfassende Beratungskonzept Medienbildung in der Grundschule, das in diesen zwei arbeitsintensiven Tagen erarbeitet wurde und das die oben beschriebenen Fragen detailliert beantwortet, ist hierfür ein weiterer wichtiger Baustein.

 

Weitere Ideen und Konzepte für die Medienbildung in der Grundschule finden Sie bei den Unterrichtsmodulen des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg. Auch im MediaCulture-Blog finden Sie anregende Beiträge zu diesem Thema: über den Medientag Grundschule des Kreismedienzentrums Waldshut, das LMZ-Grundschulprojekt mit Laptops in Heidenheim, über das Forum zur Medienbildung in der Grundschule auf dem LMZ-Kongress Medienkompetenz macht Bildung und über das LMZ-Grundschulprojekt an der Turmbergschule in Lauda-Königshofen.

Bildende Kunst, Foto, Grundschule, Lehrkräfte, Medienbildung, Sachunterricht, Tagungsdokumentation

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