Licht und Kontraste

Fotografieren heißt mit Licht zu malen. Und so ist natürlich das Licht ein sehr wichtiger und bedeutender Faktor bei der Bildgestaltung. Licht kann den Charakter des Dargestellten vollständig verändern. Es ist dabei nicht nur die Richtung wichtig, aus der das Licht kommt, auch die Lichtfarbe und die Art der Lichtführung, der Lichtcharakter, spielen eine wichtige Rolle.

 

Um selbst die richtige Beleuchtung für eine Foto-Aufnahme herzustellen, benötigt man viel Übung. Wer glaubt, der Blitz werde es schon richten, liegt meist völlig daneben. Gefragt sind Leuchten und Lampen aller Art, die mal von vorne, mal von der Seite oder von hinten eine Person oder einen Gegenstand ins "rechte Licht rücken". Mit farbigen Filtern kann man außerdem die Lichtfarbe beeinflussen. Hier hilft vor allem eines: experimentieren Sie.

Lichtrichtung

Grafik zur Lichtführung in der Fotografie
Bild: Wolfgang Schmidt

Die Lichtrichtungen kann man grob einteilen in:

 

Frontlicht: Kommt aus Richtung der Kamera, wirkt meist etwas flach und leblos, da im Bild kaum Schatten zu erkennen sind.


Seitenlicht: Kommt aus den Seitenbereichen neben der Kamera, modelliert das Objekt und lässt seine Form leben, da die Schatten die Räumlichkeit des Objekts betonen.


Streiflicht: Kommt aus den Seitenbereichen auf Höhe des Objekts. Bringt die Strukturen flacher Objekte zum leben.


Gegenlicht: Scheint von hinter dem Objekt in Richtung zum Objekt (und damit zur Kamera). Es erzeugt einen mehr oder weniger starken Lichtsaum auf dem Objekt (abhängig von der Oberfläche. Dadurch wirkt es interessant, bringt aber leider oft Probleme bei der Belichtungsmessung mit sich.


Unterlicht: Beleuchtet das Objekt von unten. Das ist eine sehr ungewöhnliche Lichtrichtung. Die Sonne ist halt normalerweise oben. Wenn man nun Gesichter mit Unterlicht beleuchtet, laufen die Schatten scheinbar in die falsche Richtung. (Das gilt natürlich nicht nur für Gesichter, ist aber dort am offensichtlichsten.)

Lichtfarbe

Die Lichtfarbe (Farbtemperatur) beeinflusst in erster Linie die emotionale Wirkung eines Bildes. Das Licht kann viele verschieden Farben annehmen. Diese Farben und ihre Stimmung beeinflussen die Bildaussage und die Bildwirkung. Kalte, blaue Farben rufen beim Betrachter natürlich andere Gefühle hervor als warme, gelbe oder gelbrote Farbstimmungen.

Farbe

Gerade zum Thema Farbe gibt es viele unterschiedliche Theorien. Farben sind Symbolträger für politische Ansichten oder Zigarettenmarken, sie ordnen und regeln unsere Umwelt, sie geben uns wichtige Signale. Ich werde hier nur mit einigen Allgemeinplätzen aufwarten. Es gibt sehr viel verschiedene Theorien über die Wirkung und Bedeutung der Farben, diese aufzuzählen oder gar zu erläutern würde den Umfang dieses Lehrgangs sprengen.

 

Die Bedeutung der Farben kann sich wandeln. Nicht nur von Kulturkreis zu Kulturkreis wechseln die Bedeutungen, auch innerhalb desselben Kulturkreises können unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ganz unterschiedliche Verbindungen zu einer Farbe haben.


Doch fangen wir an:


Schwarz: Trauer, Einengung, aber auch Selbstbewusstsein und Funktionalität werden mit dieser Farbe (die ja eigentlich keine ist) verbunden.


Blau: Blau wirkt auf uns beruhigend. Blau und Blaugrün, als Farben von Wasser und Eis (kalte Farben) wirken kühl und ruhig. Sie vermitteln Harmonie und Zufriedenheit, aber auch Passivität.


Gelb:
Es ist zwar ein warme Farbe, sie steht für die Sonne wie für den Mond, aber sie steht auch für Missgunst und Verrat. Doch auch Heiterkeit und Freundlichkeit werden durch Gelb vermittelt.


Orange: Orange ist eine warme Farbe. Sie vermittelt Geborgenheit und Gemütlichkeit, Freude, Lebhaftigkeit und Lebensbejahung.


Grün: Grün ist die zentrale Farbe der Natur. Deshalb wirkt sie auf Menschen sofort wohltuend, entspannend und ausgleichend. Sie steht somit für Frische und Entspannung. Sie ist die Farbe der Hoffnung.


Rot: Rot ist das Farbsymbol für Leben und Dynamik. Sie steht für Blut, Energie und Dynamik. Sie ist das Symbol für Leidenschaft, aber auch für Aggressivität.


Weiß: Weiß steht für Unschuld und Reinheit und Vollkommenheit.

Die Informationen und Illustrationen zum Thema „Licht“ und „Farbe“ haben wir dem "Fotolehrgang im Internet" von Tom Striewisch entnommen. Seine Homepage ist eine wahre Fundgrube zum Thema Fotografie.

In unserer Fotogalerie zur Bildgestaltung können Sie sich Foto-Beispiele zum Thema Licht, Farbe und Kontraste ansehen.

Kontraste

Kontraste sind wichtige und wirksame Gestaltungsmittel. Sie können zwischen allen Bildelementen auftreten.

 

Hier einige Beispiele für Kontraste, die eine starke Bildwirkung erzeugen.

Fotografie zum Hell-Dunkel-Kontrast
Bild: Wolfgang Schmidt

Hell-Dunkel-Kontrast

Fotografie zu Farbkontrasten
Bild: Wolfgang Schmidt

Farbkontraste 

Fotografie zum Groß-Klein-Kontrast
Bild: Wolfgang Schmidt

Groß-Klein-Kontrast

Sicher fallen Ihnen noch weitere Möglichkeiten der Kontrast-Gebung ein. Probieren Sie es aus.

Kontraste bringen eine besondere Dynamik ins Bild, während Harmonien Ruhe mit sich bringen. Ähnlichkeiten erlauben es dem Betrachter, imaginäre Linien und Flächen im Bild zu finden.

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