Kreatives Schreiben

Bergziegepard von Marlene Kutz, Französische Schule, Tübingen, Klasse 4b

„Ein dramatisches Werk zu verfassen, dazu gehört Genie.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

„Ich wünsche mir einen Stift...“ (Klickvergrößerung)

Oder auch nicht. Wenn sie ihn auch nicht erfunden haben, so haben die Weimarer Klassiker Goethe und Schiller immerhin dafür gesorgt, dass der Geniebegriff nachhaltig zementiert wurde. Denn während Malen, Musizieren oder Mit-der-Maus-Klicken in zahlreichen Kursen gelehrt wird, gilt Inspiration beim Schreiben in deutschen Landen und Schulen noch immer viel, Handwerk hingegen wenig. Anders ist dies in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo seit den frühen 1970er-Jahren Creative Writing als hoch respektiertes Fach an allen Universitäten gelehrt wird und so bekannte Autorinnen und Autoren wie Susan Sontag, J. D. Salinger oder Sylvia Plath selbst Creative-Writing-Kurse besucht haben. Erst in den letzten Jahren wird auch in Deutschland das Kreative Schreiben als erlernbare Fertigkeit gesehen. Wir haben einige Texte, Schreibübungen, Handouts, Links und Adressen zum Kreativen Schreiben für Sie zusammengestellt.

Kreatives Schreiben an der Universität

Im Deutschen wird Creative Writing an Hochschulen und in Seminaren mit dem Begriff Kreatives Schreiben übersetzt. Doch auch wenn mittlerweile Schreibkurse, oft mit therapeutischem oder Selbsterfahrungshintergrund, an Volkshochschulen, in kommerziellen Schreibschulen und -werkstätten oder mittlerweile auch im Internet boomen, besteht bei uns in diesem Zusammenhang keine ernst zu nehmende Tradition. Sieht man vom Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und dem Studio für Literatur und Theater in Tübingen einmal ab, so gibt es in Deutschland noch immer kaum professionelle praxisorientierte Ausbildungsstätten für literarische Wortkunst.

 

Seit 1999 allerdings kann man auch an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studieren, und zwar am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, das vom Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Hanns-Josef Ortheil an der Universität Hildesheim ins Leben gerufen wurde. Der Bachelorstudiengang bietet die Möglichkeit, nicht nur literarische und kulturjournalistische Schreibtechniken, sondern auch Kenntnisse der Medientheorie und -entwicklung, der Kulturpolitik und des Kulturmanagements zu erwerben. Das Besondere daran ist dementsprechend „die Verzahnung von kulturwissenschaftlichen, literaturwissenschaftlichen, künstlerischen und poetologischen Inhalten“. [1] Seit 2011 ist dort auch ein Masterabschluss im Studiengang Literarisches Schreiben möglich.

 

Ansonsten gibt es an diversen Hochschulen Einrichtungen wie beispielsweise Schreibzentren, an denen man gemeinsam mit anderen literarisch Interessierten an Texten arbeiten kann, oder auch die Möglichkeit, seine Schreibkompetenz in einem E-Learning-Kurs auf Vordermann zu bringen. So hat sich zum Reigen der Schreibinstitute jüngst auch die Bayerische Akademie des Schreibens hinzugesellt, ein Angebot der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Erlangen, LMU München, TU München und Regensburg in Kooperation mit dem Literaturhaus München.  Studierende sowie junge Autorinnen und Autoren werden hier von anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Schreibprozess begleitet und bekommen professionelle Rückmeldungen.

Kreatives Schreiben in der Schule

Deutschunterricht (Klickvergrößerung)

Auch die schulische Schreibdidaktik beschränkte sich lange Zeit auf Diktate und Aufsätze, wobei vor allem strenge Normierungen und Vorgaben den Deutschunterricht dominierten. Mit kreativ-sprachlichen Prozessen sowie Spaß und Lust am Schreiben hatte das Ganze recht wenig zu tun – im Gegenteil. Das hat sich glücklicherweise geändert, sodass das kreative Schreiben mittlerweile sogar Einzug in die Bildungspläne gehalten hat – nicht zuletzt, weil Sprache als Kommunikations- und Gestaltungsmittel und die Fähigkeit, mit eigenen und fremden Texten umzugehen, eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung von Medienkompetenz darstellen.

 

Bereits in der Grundschule wird das gestaltende Schreiben gefördert, um den Wortschatz zu erweitern und das Sprachbewusstsein zu entwickeln. Dabei wird die kindliche Entdeckerfreude genutzt, um mit Sprache, ihren Mustern und Strukturen zu experimentieren. Durch das Sammeln, Zerlegen und Gestalten von Buchstaben, Lauten, Silben, Wörtern und Sätzen erschließen sich fast nebenbei auch die Regeln der Sprache, und die Kinder bekommen ein Gespür dafür, was sich durch bloßes Auswendiglernen nicht aneignen lässt. Die Sprache mit ihren einzelnen Wortbausteinen stellt dabei das Material, mit dem man bastelt, formt, spielt und Neues entwickelt. So können bereits Kinder in der zweiten Klasse eigene Schreibideen entwickeln und kurze Geschichten verfassen.

Fächerübergreifender Sprachspaß

Bildhafte Ausdrücke für „Angst“ (Klickvergrößerung)

Die weiterführenden Schulen setzen für das Fach Deutsch unterschiedliche Schwerpunkte. So behandeln die Bildungspläne für Haupt-, Werkreal- sowie Realschule den kreativen Schreibunterricht bedauerlicherweise recht stiefmütterlich. Der Schwerpunkt liegt hier vielmehr auf dem Verfassen von fehlerfrei geschriebenen Texten, wie zum Beispiel Bewerbungen oder Leserbriefen, oder dem Nutzen von Textmustern und Schreibkonventionen. Kinder, die ein Gymnasium besuchen, dürfen sich an dieser Stelle glücklicher schätzen. Denn dort werden, ganz im Sinne der ganzheitlichen Persönlichkeitsentfaltung, die spielerische und kreative Verwendung von Sprache, das impulsgesteuerte Schreiben und das Gestalten von Fantasiegeschichten gezielt gefördert. Zu Sinn und Zweck des Kreativen Schreiben in der Schule ganz allgemein schreibt Marion Gay:

 

"Ziel des Kreativen Schreibens in der Schule sollte sein, die individuelle Ausdrucksfähigkeit ins Licht zu rücken. Nicht, damit alle Schriftsteller werden, sondern damit Schreiben Spaß macht. Was wäre, wenn Schüler beim Wort 'Schreiben' nicht mehr genervt aufstöhnten? [...] Aber Kreatives Schreiben in der Schule ist mehr als nur Anregung zum Schreiben. Es schult die Wahrnehmung, es macht aufmerksam, es schärft unsere Sinne. Eine Muschel ist eine Muschel. Aber was für eine?" [2]

 

Das Schönste am kreativen Umgang mit Sprache ist aber vielleicht, dass dieser nicht auf das Fach Deutsch oder gegebenenfalls auf die Fremdsprachen beschränkt ist, sondern dass die Fantasie fächerübergreifend zum Einsatz kommen kann. So lassen sich im Fach Kunst Bild und Wort in Form von Erzählbildern oder Bildgedichten verbinden, oder ein Besuch im Kunstmuseum kann als Aufhänger für die Textproduktion genommen werden. Im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur (MeNuK), in dem es um die Erkundung von Lebenswirklichkeiten geht, ist eine fantasievolle Annäherung ebenfalls naheliegend. Auch in Fächern wie Musik oder Religion kann man mit Geschichten, Gedichten oder Schreibspielen den Unterricht gestalten. [3] Und möglicherweise entwickelt sich sogar über den schulischen Kontext hinaus eine schöne, neue Leidenschaft. Zusätzliche Motivationsfaktoren können die Teilnahme an einem Schreibwettbewerb, die (regelmäßige) Printveröffentlichung (beispielsweise als Anthologie: www.michaelseeger.de) oder die Onlinepublikation im eigenen Opens internal link in current windowBlog sein.

Methoden für Kreatives Schreiben

Neben klassischen, streng formalisierten Schreibformen, wie beispielsweise Bericht, Erzählung, Inhaltsangabe oder Erörterung, stehen beim Kreativen Schreiben zahlreiche Methoden und Konzepte zur Verfügung, die die Lust am eigenen sprachlichen Ausdruck wecken und fördern. Für den Einstieg empfehlen sich vor allem assoziative Verfahren, da diese bewusst nicht mit dem Verstand arbeiten, sondern die Fantasie anregen und so ganz ungeahnte Schreibimpulse freisetzen. Damit eignen sie sich auch besonders gut, um anfängliche Ängste vor dem sprichwörtlichen weißen Blatt gar nicht erst entstehen zu lassen oder bereits eingefahrene Schreibblockaden abzubauen. Ob man nun allerdings auf Wortsalate, Schneeballgedichte, unendliche Fortsetzungsgeschichten, Geheimschriften und andere Schreib- und Sprachspiele oder Schreibwerkstätten setzt – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wir haben an dieser Stelle ein paar klassische Methoden für den kreativen Umgang mit Sprache zusammengestellt, mit denen sich spielerisch experimentieren lässt.

Freies Assoziieren

Beim freien Assoziieren steigt man direkt mit dem Schreiben eines Textes ein, ohne Absicht, ohne Ziel und ohne das Geschriebene mit dem Verstand zu kontrollieren. Diese Methode eignet sich besonders gut, um Schreibhemmungen zu überwinden oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Ausgangspunkt kann entweder eine eigene Idee oder auch ein vorgegebenes Wort oder Bedeutungsfeld wie zum Beispiel „Sommer“, „Freundschaft“ oder „die 1990er-Jahre“ sein. Man lässt sich treiben und konzentriert sich zur Abwechslung mal nicht, sondern schreibt einfach möglichst zügig auf, was das Unbewusste einem so in die Feder diktiert, egal ob Wörter, Sätze, Metaphern... So nehmen Bilder, Formen, Farben, Gerüche, Geräusche, Gedanken, Gefühle u.a. individuelle und oft ungewöhnliche schriftliche Formen an, die man sich bewusst oder absichtlich nicht hätte ausdenken können. Es empfiehlt sich im Übrigen, vorher ein Zeitlimit von drei bis maximal zehn Minuten festzulegen. Beim anschließenden Durchgehen des Textes findet man sicherlich die eine oder andere brauchbare Idee, mit der sich weiterbasteln lässt. So kann man beispielsweise fünf bis zehn Wörter auswählen, oder auch nur ein einziges, und mit diesen entweder eine Geschichte oder ein Gedicht verfassen.

Clustern

Eine weitere Methode, bei der man weder denken noch zensieren, sondern vielmehr frei assoziieren sollte, ist das Clustern (engl. „Anhäufung“, „Bündel“ oder „Traube“). Zunächst schreibt man das zentrale Wort, zum Beispiel „Apfel“, in die Mitte eines leeren Blattes und zieht darum einen Kreis. Nun notiert man sämtliche Wörter, die einem spontan zu diesem Kernwort einfallen, rund um das Wort in der Mitte, beispielsweise „Wurm“, „Hunger“, „lecker“, „Schwein“, „Futterneid“, und kreist diese ebenfalls ein. Wörter, die in einem Sinnzusammenhang miteinander stehen, bilden dabei eine Gruppe in einem Kreis. Die verschiedenen Kreise verbindet man mit Pfeilen oder Strichen miteinander, sodass verschiedene Ideen- oder Assoziationsketten entstehen. Fallen einem keine Begriffe mehr ein (auch hier empfiehlt sich ein Zeitlimit von drei bis zehn Minuten), schaut man sich das – meist überraschende – Ideensammelsurium an und bringt die Wörter und Wortgruppen in eine strukturierte Reihenfolge. Auch das kann der Beginn einer wunderbaren Geschichte sein…

Fantasiereise

Die Fantasiereise gehört zu den imaginativen Verfahren und nimmt Kinder angeleitet mit in ihre eigenen inneren Bilder- und Erlebniswelten. Nach einer „einleitende[n] Entspannungsphase zum Loslösen aus der Alltagsrealität“ [4] wird den Kindern ein Anleitungstext mit angenehmen Bildern und/oder Sinneseindrücken vorgelesen oder erzählt (z.B. „Stell Dir vor, Du stehst am Meer...“). Durch die gelenkte, meditative Visualisierung entstehen in der Vorstellung der Kinder sehr individuelle Assoziationen mit entsprechenden inneren Bildern, die sie nach ihrer Rückkehr in die Realität malen und/oder in Form von Sprachbildern, Erzählungen oder Gedichten aufschreiben können.

Schreiben zu Stimuli

Es gibt unzählige Möglichkeiten, um sich beim Schreiben beflügeln zu lassen: Gerüche, Orte, Landschaften, Musik, Malerei, Kunstwerke, Tanz, Bewegungen – alle diese Dinge regen unsere Fantasie an, lösen individuelle Assoziationen und Bilder in uns aus und inspirieren uns zu ganz unterschiedlichen kreativen Outputs. Wahlweise kann man auch Wortkarten oder Gegenstände als Schreibanregung verwenden, wie zum Beispiel Blumen, Blätter, Steine, Muscheln, Haifischzähne, Vogelnester, Postkarten, Obst, Gemüse, Küchengeräte… Natürlich lässt sich diese Methode auch mit dem freien Assoziieren oder dem Clustern verbinden.

Wurmurmeltier von Hannes Riedel, Französische Schule, Tübingen, 4b (Klickvergrößerung)

Schreiben nach literarischen Vorlagen

Auch das Schreiben zu einem bereits existierenden Text kann als Ausgangspunkt für eigene sprachliche Kreativität genommen werden. Eine vierte Klasse der Französischen Schule in Tübingen hat sich beispielsweise von der Schnurpsenzoologie von Michael Ende inspirieren lassen, um eigene zoologische Neukreationen zu entwickeln. Dabei wurden immer zwei Tiere miteinander verbunden, die die gleichen End- bzw. Anfangsbuchstaben oder -silben haben. So wurde aus „Maikäfer“ und „Ferkel“ zum Beispiel das „Maikäferkel“, aus „Krokodil“ und „Koalabär“ der „Krokoalabär“ oder aus „Forelle“ und „Leopard“ der „Forelleopard“. Anschließend schnitzten die Kinder ihre neu erschaffenen Kreaturen in Linol, druckten sie mitsamt ihren Zweizeilern in der schuleigenen Druckwerkstatt auf DIN-A-4-Bögen und banden diese als 4b-Zoologie-Sammelband. Auch das ist ein schöner Beleg dafür, wie sich die Fächer Deutsch und Kunst kombinieren lassen.

Akrostichon „Traumgeschichte“ (Klickvergrößerung)

Schreibspiele

Manche Schreibspiele kann man alleine „spielen“, andere nur in geselliger Runde. Astrid Krömer bietet in ihrem Buch Was sagt der Tiger? zahlreiche Anregungen für beide Settings. Eine davon ist die Schnellschreibgeschichte. Die Aufgabe ist es, innerhalb eines bestimmten Zeitfensters (maximal 20 Minuten) eine Geschichte zu einem bestimmten Wort (Blume, Pizza, Einhornfarm) oder Namen (Tim, Sarah, Anne) zu erfinden. Dabei werden die Buchstaben senkrecht untereinander geschrieben (Akrostichon), die dann wiederum die Anfangsbuchstaben für ein neues Wort oder einen neuen Satz bilden. Diese neu gefundenen Wörter oder Sätze müssen dann alle in der neuen Geschichte vorkommen. [5] Als Variante schlägt Krömer vor, „eine Farbe und sieben Dinge in dieser Farbe [auszuwählen], die du in deiner Umgebung entdeckst“ [6] und daraus eine Schnellschreibgeschichte zu machen.

 

Ingrid Böttcher dagegen definiert Schreibspiele „im Sinne der literarischen Geselligkeit“ [7]. Dafür bieten sich zum Beispiel die Reihum-Geschichten an:

 

„In Vierergruppen schreibt jedes Kind mit drei Sätzen den Anfang einer Geschichte und reicht diese nach links weiter. Das Gleiche gilt für die 2. und 3. Runde. In der 4. Runde muss die Geschichte abgeschlossen werden. In der 5. Runde erhält jede Geschichte eine Überschrift, dann wird vorgelesen.“ [8]

 

Entsprechend abgewandelt eignet sich diese Methode natürlich auch für Gedichte.

 

Eine regelrechtes Feuerwerk an Ideen liefert Marion Gays Schreibspiele-Sammlung Türen zur Fantasie, in der sie 100 Beispiele für Kreatives Schreiben in der Schule vorstellt mit vielversprechenden Namen wie Die Umpalumpa-Sprache, Was macht das Eichhörnchen mit dem Regenschirm?, Von Quatschnachrichten und komischen Horsokopen oder auch Ab auf die Couch!. Die Spiele sind angedacht für die Klassenstufen 2 bis 13 und sämtlich von der Autorin im Unterricht erprobt. [9]

Variation

Bei der Variation denkt man sich einen Satz aus (oder nimmt ein Zitat) und stellt die einzelnen Wörter so oft wie möglich um. Durch diese Abwandlungen verschiebt sich die eigentliche Aussage und es entstehen gänzlich neue, oft überraschende Sinnzusammenhänge. Eine weitere Möglichkeit ist es, eine Geschichte zu schreiben und dafür drei mögliche Enden zu erfinden.

Schreibwerkstatt

Die Schreibwerkstatt stellt weniger eine Technik als einen Rahmen für kreative Schreibprozesse dar, in dem sich „Geniales und Technisches, Kreatives und Normatives verbinden“ [10]. Im Vordergrund stehen der handwerkliche und interaktive Charakter des Schreibens sowie das Erlernen verschiedener Schreibmethoden und -techniken: Man lernt, wie Schreiben funktioniert. Hier können Schreibende entweder gemeinschaftlich an Texten arbeiten (z.B. Reihum-Gedichte oder -Geschichten) oder auch einer Gruppe individuell verfasste Texte vorstellen. Durch diesen Austausch entstehen Diskussionen über Ideen und Werke, kritische Anregungen wiederum können direkt für eine anschließende Textüberarbeitung übernommen werden. Die Präsentation vor einem „Publikum“, die wahrnehmbare Wirkung auf andere und die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem eigenen Text sind dabei eine zusätzliche Motivation. Umgekehrt schulen die gegenseitigen Vorstellungen der Werke wiederum die Fähigkeit zuzuhören. Durch den Arbeitscharakter einer Werkstatt wird deutlich, dass Schreiben nicht geborenen Genies vorbehalten ist, sondern ein Handwerk ist, das man lehren und lernen kann.

Blogs

Auch ein schul- oder klasseneigener Blog ist eine gute Motivationsquelle für das Schreiben, da die Kinder oder Jugendlichen so eine Plattform haben, auf der sie ihre literarischen Produktionen selbst einstellen, bearbeiten und veröffentlichen können. Blogs sind leicht zu bedienen, bieten grafische Gestaltungsmöglichkeiten und bescheren Publikum und Feedback in Form von Kommentaren. Kooperationen mit anderen Schulklassen (vielleicht sogar aus anderen Ländern) motivieren ebenfalls. Kindern, die nicht gerne schreiben oder wegen einer Rechtschreibschwäche unter Hemmungen leiden, aber vielleicht Spaß an Computern und Technik haben, wird so der Zugang zur sprachlichen Kreativität erleichtert.

Kreatives Schreiben am Beispiel eines Hörspiels

Das Hörspiel Das Gurkenfass entstand im Rahmen eines Creative-Writing-Seminars an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Stuttgart. Autorin: Julia Stärk.

Quellen

[1] Studienprofil für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim (Bachelor, B.A.)[zurück]

[2] Gay, Marion: Türen zur Fantasie. Kreatives Schreiben im Unterricht mit 100 Schreibspielen. Berlin 2012, S. 9. [zurück]

[3] Kreatives Schreiben in den Fächern. In: Böttcher, Ingrid (Hrsg.): Kreatives Schreiben. Grundlagen und Methoden. Beispiele für Fächer und Projekte. Schreibecke und Dokumentation. Berlin 1999, S. 47-155. [zurück]

[4] Ebd., S. 56. [zurück]

[5] Krömer, Astrid: Was sagt der Tiger? Kinder und Jugendliche lernen Kreatives Schreiben. Berlin 2006, S. 12ff. [zurück]

[6] Ebd., S. 141. [zurück]

[7] Böttcher, Ingrid (Hrsg.): Kreatives Schreiben. Grundlagen und Methoden. Beispiele für Fächer und Projekte. Schreibecke und Dokumentation. Berlin 1999, S. 23. [zurück]

[8] Ebd., S. 67. [zurück]

[9] Gay, Marion: Türen zur Fantasie. Kreatives Schreiben im Unterricht mit 100 Schreibspielen. Berlin 2012. [zurück]

[10] Ebd., S. 35. [zurück]

Handouts

Bildergeschichten: Ausflüge in die Vergangenheit

Geschichten aus der Geschichte (Biografien)

Wie man die Angst vor dem leeren Blatt Papier überwindet

Die Frage nach dem Stil

Wege aus den Kreativitätsfallen

Links

Online-Seminar „Schreibkompetenz“

Online-Kurs der Eberhard Karls Universität Tübingen, das praxisorientierte Strategien für die einzelnen Arbeitsschritte des Schreibens und die Gestaltung von Texten vermittelt.

 

Diversitätsorientiertes Schreibzentrum

Am Schreibzentrum der Universität Tübingen kann die akademische Schreibkompetenz an der Universität Tübingen gestärkt werden.

 

Schreibzentrum PH Freiburg

Individuelle Schreibberatung, Lehrveranstaltungen, Workshops, Lehrerfortbildung und Erfahrungsaustausch in Schreibwerkstätten.

 

Bayerische Akademie des Schreibens

Angebot der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Erlangen, LMU München, TU München und Regensburg in Kooperation mit dem Literaturhaus München für Studierende und junge Autorinnen und Autoren.

 

Schreiben lernen: Küss mich, Muse

Artikel über Bachelorstudiengänge für künftige Autoren von Kristin Kruthaup/dpa/otr auf Spiegel-Online vom 16.09.2012.

 

Literaturmachen.de

Das Projekt des Literaturhauses Stuttgart bietet Schreibwerkstätten für Jugendliche, multinationale Schreibwerkstätten für Schülerinnen, Schüler und Studierende sowie Werkstattangebote für den Deutschunterricht (Broschüre Literarisches Schreiben im Unterricht).

 

Landesbildungsserver: Fantasie und Gestaltung

Zum Kreativen Schreiben und gestaltenden Interpretieren gibt es auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg Bausteine und Materialien für den Deutschunterricht.

 

Lehrer-Online: Kreatives Schreiben

Von der Schülerzeitung bis zum Hörbilderbuch: Lehrer-Online gibt Tipps für die kreative Texterstellung in der Grundschule.

 

Lehrer-Online: Kreatives Schreiben in einem Internetforum

Unterrichtseinheit auf Lehrer-Online, bei der Schülerinnen und Schüler interaktiv ein Internetforum als Plattform für das Kreative Schreiben und Kommunizieren nutzen.

 

Lehrer-Online: Kreative Medienarbeit

Unterrichtseinheiten und -ideen auf Lehrer-Online, bei denen Sprechen, Schreiben, Lesen, Zuhören in Kombination mit digitalen Medien im Mittelpunkt stehen.

 

Der Lehrerfreund

Zahlreiche Artikel zum Thema Kreatives Schreiben plus Arbeitsblätter und fachdidaktisches Material.

 

4teachers: Kreatives Schreiben

Zahlreiche Unterrichtseinheiten zum Thema auf der Plattform von Lehrern für Lehrer (mit Anmeldung).

 

Schreibtalente

Ingrid Böttcher beschreibt zahlreiche Methoden zum Kreativen Schreiben.

 

Lizzynet: Lesen & Schreiben

Großes Special „Lesen & Schreiben“ in der Community für Mädchen und junge Frauen.

 

Wikipedia: Kreatives Schreiben

Auch die Wikipedia bietet weiterführendes Material.

 

Deutsches Literaturarchiv Marbach

In seinen Sammlungen vereinigt und bewahrt das Literaturarchiv Quellen der Literatur- und Geistesgeschichte wie die Nachlässe bedeutender Schriftstellerinnen, Schriftsteller und Gelehrter sowie die Archive von Institutionen. Es dient der Literatur, der Bildung und der Forschung.

Literatur

Böttcher, Ingrid (Hrsg.): Kreatives Schreiben. Grundlagen und Methoden. Beispiele für Fächer und Projekte. Schreibecke und Dokumentation. Berlin 1999.

 

Gay, Marion: Türen zur Fantasie. Kreatives Schreiben im Unterricht mit 100 Schreibspielen. Berlin 2012.

 

Krömer, Astrid: Was sagt der Tiger? Kinder und Jugendliche lernen Kreatives Schreiben. Berlin 2006.

Pädagogische Praxis

Digitale Selbstverteidigung: Die Online-Welt verstehen

Das Online-Magazin Der Kontext hat eine interaktive Informationskarte erstellt, auf der sich alles um Sicherheit im Netz dreht. Kurz und knapp bietet die Redaktion Informationen für Jugendliche, durch weiterführende Links aber auch für Erwachsene. weiterlesen

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Deutsch/Gemeinschaftskunde, Klasse 8–10, Sek I: Fakenews verbreiten sich heute über die Sozialen Medien und sind manchmal schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden. Wie können wir solche Falschmeldungen entlarven?weiterlesen

Unterrichtsmodul: Hatespeech – Fake oder Fakt?

Gemeinschaftskunde, Klasse 7–9, Sek I: Die Verbreitung von Falschmeldungen nimmt im Internet immer mehr zu. Es wird gelogen, diffamiert und gefälscht. Dabei sind „alternative Fakten“ häufig gegen Flüchtlinge gerichtet.weiterlesen

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