Praxisforum 4 – „Technische Ausstattung von Schulen im digitalen Zeitalter“

Neue Multimediaempfehlungen

Norbert Brugger; Bild: Christian Reinhold/LMZ

In seiner Einführung ging Norbert Brugger vom Städtetag Baden-Württemberg kurz auf die Multimediaempfehlungen der kommunalen Landesverbände ein, die 2016 aktualisiert und stufenweise verwirklicht werden sollen. Leitbild sei dabei die „medienintegrative Schule“, bei der „Medien als allgegenwärtige Begleiter in allen schulischen Bereichen und Handlungsbezügen vom Unterricht bis zur Schulverwaltung“ Einzug in die Bildungseinrichtungen halten. Zusätzlich zur technischen Ausstattung solle das Land für eine angemessene Qualifikation der Lehrkräfte  sorgen und Multimediaberater/-innen kontinuierlich weiterbilden. Sämtliche Erneuerungen erfolgen aber zunächst stufenweise und jede Schule erhalte eine „individuelle Einführungsgeschwindigkeit“, die die vorhandenen Kapazitäten berücksichtige und nicht überlaste. Zusätzlich seien, so Norbert Brugger, geeignete digitale Lernmaterialien und ein Support durch die Medienzentren und das Landesmedienzentrum erforderlich, um das Konzept der medienintegrativen Schule zu verwirklichen.

 

Hier finden Sie die Präsentation von Norbert Brugger.

Technische Ausstattung von Schulen

Im anschließenden Vortrag stellte Dr. Jochen Hettinger vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport konkrete technische Voraussetzungen vor, die in den neuen Multimediaempfehlungen vorgeschlagen werden. Darunter sind mindestens drei Endgeräte in jedem Unterrichtsraum, ein Endgerät für jeweils zehn Lehrkräfte, digitale Präsentationsmöglichkeiten in allen Räumen, bis fünfzehn Klassen mindestens ein Computerraum, eine Infrastruktur für eigene Geräte und ein Server an der Schule, sofern keine Breitbandanbindung bestehe. Ähnliche Empfehlungen wurden auch für die Grundschulen (mit geringerem Umfang) formuliert. Die Schulen erstellen dabei „in enger Abstimmung mit dem Schulträger und unter Berücksichtigung des Finanzierungsrahmens schulspezifische Entwicklungspläne“, die auch zeitliche Absprachen über die Umsetzung enthalten. Die Umsetzung erfolge dann, so Jochen Hettinger, gemeinsam durch Schule und Schulträger.

 

Die Präsentation von Dr. Jochen Hettinger finden Sie hier.

Die Schellenberger Schule in Hausen vor Wald gehört zu den so genannten Referenzgrundschulen. Das sind eine Reihe von Grundschulen, die sich auf den Weg gemacht haben, Medien verstärkt in den Unterricht zu integrieren und ihre Erfahrungen an andere Schulen zu multiplizieren. Hierbei werden sie intensiv vom Landesmedienzentrum unterstützt. Zusammen mit dem Schulnetzberater Klaus Kuhnt stellte Monika Wiederholl, Direktorin der Schellenberger Schule, die neuesten technischen Entwicklungen an ihrer Schule vor. So wurde ein neuer Computerraum eingerichtet und große Teile der Schule mit WLAN ausgeleuchtet. Zusätzlich wurden All-in-One Rechner angeschafft, bei denen, im Gegensatz zu normalen Desktop-PCs, Gehäuse, Monitor und Lautsprecher miteinander verbunden sind und so für wesentlich weniger Kabelsalat und Möglichkeiten der Manipulation sorgen. Monika Wiederholl betonte dabei abschließend, dass mit der neuen technischen Ausstattung endlich auch medienpraktische Ansätze im Unterricht möglich seien, wie etwa das Bearbeiten von Bildern am Computer, um sie später in Textdateien einzufügen.

 

Die Präsentation zur Schellenberger Schule finden Sie hier.