Medienpädagogische Beratung für die Grundschule

Bild: Martin Storz

Entscheidend für eine nachhaltige Medienbildung in der Grundschule ist neben einer zeitgemäßen Ausstattung und Netzanbindung die effiziente Betreuung und Unterstützung der Grundschulen insbesondere in Fragen der Pädagogik und Mediendidaktik.

 

Dabei können Erkenntnisse aus den weiterführenden Schulen nicht 1:1 auf die Grundschulen übertragen werde. Der Einsatz von digitalen Medien an Grundschulen unterscheidet sich von dem in weiterführenden Schulen erheblich. In Grundschulen ist die Nutzung von digitalen Medien häufig eher spontan und zeitlich kürzer, so dass eine flexible und kurzfristige Nutzung sowie die Verfügbarkeit der Hardware und der Infrastruktur immer gewährleistet sein müssen.

 

Um die Grundschulen bei dieser für sie teilweise neuen Aufgabe zu unterstützen, kann das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) auf die Expertise der an den Stadt- und Kreismedienzentren in Baden-Württemberg angesiedelten Medienpädagogischen Beraterinnen und Berater für Grundschulen (MPB GS) zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um medienpädagogisch besonders ausgebildete Grundschullehrkräfte, die ihren Kolleginnen und Kollegen an den Schulen im Landkreis aktuelle Konzepte mediengestützten Lehrens und Lernens vermitteln und dabei helfen, individuelle Unterrichtskonzepte zur Arbeit mit digitalen Medien zu erstellen. Sie werden vom LMZ koordiniert, unterstützt und ständig weiterqualifiziert. Ihr Auftrag umfasst ein breites Spektrum an Beratungsleistungen für Schulleitungen und Lehrkräfte von Grundschulen zur Verankerung der Medienbildung in der Unterrichtspraxis sowie zur Schulentwicklung sowie den Aufbau einer Referenzschule in jedem Landkreis.

Pädagogisch, inhaltlich und technisch kompetent

Durch Schulungen und Vor-Ort-Besuche leisten die MPB GS ihren Beitrag zum Aufbau von Handlungssicherheit im Umgang mit und im Einsatz von Medien im Unterricht. Sie fördern die Nachhaltigkeit des Medieneinsatzes im Unterricht und eröffnen neue Spielräume zur Unterrichtsgestaltung mit Medien. Indem sie bei konkreten Unterrichtsvorhaben ihre Kenntnisse, Ideen und Fertigkeiten einbringen, helfen sie den Lehrkräften bei der Integration von Medien in methodisch-didaktische Unterrichtskonzepte. Sie bieten aktive Unterstützung und Begleitung von Unterrichtsvorhaben und helfen bei der Gestaltung und Produktion von Medien unterschiedlicher Formate vom Trickfilm bis zur kleinen Internetseite.

 

Dabei zeigte sich auch, dass der Beitrag der Medienbildung zur Entwicklung wichtiger Basiskompetenzen sowie der Kulturtechniken nicht zu unterschätzen ist: So können etwa Lese- und Schreibkompetenz, individuelle Ausdrucksfähigkeit, Kommunikationsvermögen oder Feedback- und Diskussionskultur im Rahmen der Medienbildung vielfältig geübt und angewendet werden.

 

Medienbildung ermöglicht viele Chancen zur aktiven Mit- und Ausgestaltung des Lebens- und Erfahrungsraums Schule. Selbst das interkulturelle, sowie integrative Lernen wird durch den Einbezug von Medienbildung gefördert.

Unterstützung beim Einsatz der pädagogischen Musterlösung

Nicht zuletzt unterstützen MPB GS die Lehrkräfte beim Einsatz der pädagogischen Musterlösung des LMZ (paedML®), im Unterricht. Zudem kennen sie die Online- und Offline-Angebote des LMZ und können Schulen und Lehrkräften stets den Weg zu diesen Angeboten weisen: Was benötige ich, wenn ich ein Foto- oder Videoprojekt auf die Beine stellen möchte? An wen wende ich mich, wenn ich einen Workshop zum Thema Cybermobbing an der Schule wünsche? Wo finde ich Unterrichtsmaterialien und Informationen zum sicheren Umgang mit Internet, Sozialen Netzwerken, Smartphone etc.?

 

Bei der Schulentwicklung leisten die MPB GS einen wertvollen Beitrag, indem sie die Schulen bei der Integration der Medienbildung in das Schulprofil und das Schulcurriculum unterstützen und beraten. Sie kennen sich aus in der Medienentwicklungsplanung und bringen diese Kenntnisse ein. Zahlreiche schulscharfe Mediencurricula sind auf diese Weise an den Projektschulen entstanden. MPB GS konnten hierbei wichtige Impulse geben, umgesetzt und in die Praxis getragen haben es jedoch die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen.

 

Die Resonanz auf diese Form der Beratung war durchweg positiv. Oft waren es die kleinen Ideen, die die Lehrerinnen und Lehrer inspirierten und zu weiteren Vorhaben ermutigten: Diagramme mit Excel in Mathematik, der Vergleich verschiedener Perspektiven in einem kleinen Fotoprojekt, Bilderrätsel mit PowerPoint. Im Lauf der Zeit entwickelten sich so immer mehr Ideen, sodass die Kollegien vor Ort medienpädagogisch fit genug wurden, die Medienintegration selbstständig fortzuführen.

 

Insgesamt hat sich gezeigt, dass eine gewisse Standardisierung von Vorteil ist: Wird an den Schulen überall weitgehend die gleiche Software verwendet, dann kann auch die Fortbildung durch die Beraterinnen und Berater standardisiert werden, was Aufwand und Kosten spart. Dies betrifft in erster Linie die Standardanwendungen wie Microsoft Office, Bild- und Audiobearbeitungsprogramme sowie Lernprogramme für Deutsch und Mathematik wie Oriolus oder GUT1.

Schulnetzberatung

Selbstverständlich stehen die Schulnetzberater (SNB) an den Kreismedienzentren im Land auch den Grundschulen zur Verfügung. Die Schulnetzberatung bietet umfangreiche Dienstleistungen rund um die technische Ausstattung an Schulen unter besonderer Berücksichtigung der pädagogischen und didaktischen Anforderungen im Schulalltag. Die Berater sind kompetente Ansprechpartner für Lehrer/-innen, Schulleiter/-innen und Schulträger und begleiten diese bei der Ausarbeitung und Umsetzung eines individuellen Medienentwicklungsplanes (MEP). Sie beraten bei der Auswahl der passenden technischen Systeme und informieren über deren Anschaffungs- sowie Unterhaltskosten. Bei der Einführung und dem Betrieb der pädagogischen Musterlösung paedML® stehen sie kompetent zur Seite und fungieren als unabhängige Vermittler zwischen Schule, Schulträger und EDV-Fachbetrieben.

Multimediaberater/-innen

Unter den Lehrkräften an Grundschulen gibt es bislang noch kaum ausgebildete Multimediaberaterinnen und -berater (MMB). Die bisherige MMB-Fortbildung verfügt nicht über eine grundschulspezifische Ausrichtung, dies wird sich aber im Laufe des Jahres auf Grund der Neukonzeption verändern. Perspektivisch soll an jeder Grundschule ein/-e Multimediaberater/-in qualifiziert werden, der/die dann zentral über die amtliche Lehrerfortbildung qualifiziert wird. Ihrer Arbeit kommt in der Grundschule mit der fortschreitenden Medienintegration im Rahmen des neuen Bildungsplans mehr Bedeutung zu, zum Beispiel durch die Umsetzung von schulinternen Qualifikationsmaßnahmen für Kollegien an Grundschulen, oft unter Beteiligung der jeweiligen MPB GS. Die MMB sind wichtige Ansprechpartner/-innen im Kollegium und für die Schulleitung. Daneben bieten sie sich als die erste Ansprechperson für die Nutzung des schulischen Netzes, Kontaktperson für die MPB GS, SNB, Medienzentren und die Hotline des LMZ an.

Handouts

Mediencurriculum der Grundschule Wagenstadt

Konzeption Digitales Klassenzimmer der Bergschule Heidenheim

Pädagogische Praxis

Unterrichtsidee: Digitale Porträts nach Arcimboldo

Kunst/Werken, Klasse 3–4, GS: Nach einer Bildbetrachtung von Arcimboldo-Werken erstellen die Kinder mit einem Präsentationsprogramm eigene Obst- und Gemüsegesichter.weiterlesen

Trickfilmprojekt: Peter und der Wolf

Im Rahmen eines viertägigen Projekts im Sachunterricht haben Kinder der Klassen 3 und 4 an der Paul-Hindemith-Grundschule in Freiburg im Breisgau ein Trickfilmprojekt mit iPads durchgeführt. Thema der Trickfilme war das Märchen „Peter und der Wolf“.weiterlesen

Une girafe sous la pluie

Evangelische Religionslehre/Katholische Religionslehre/Ethik, Klasse 4–10, GS/Sek I/Gym: Themenbank mit Unterrichtsmaterial zum Film „Une girafe sous la pluie“. Der Film thematisiert Vertreibung, Flucht und Fremde und kann in verschiedenen Schularten und Klassen eingesetzt werden.weiterlesen

Weitere Anregungen für die Pädagogische Praxis