Geschichte des Computers

Mechanische und elektromechanische Rechenmaschinen

Zuse Z3 – Bild: Fabian Mohr, Lizenz: CC BY-NC-SA

Konrad Zuse baute die erste vollautomatische, frei programmierbare Rechenmaschine, also den ersten Computer. Die Z3 wurde vorwiegend aus Altmaterial gebaut, als Lochkarten wurden Filmstreifen benutzt, die mit einem einfachen Handlocher gelocht wurden. Für die Durchführung von Multiplikationen oder Divisionen brauchte sie etwa 3 Sekunden.

 

Die Z3 wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört. 1960 wurde sie nachgebaut und im Deutschen Museum in München aufgestellt.

3500 v. Chr.
Die ersten vollständigen Zahlensysteme entstehen.
 
Ca. 3200 v. Chr. Die erste Rechenmaschine, der Abakus wird entwickelt.  
16. Jht. Adam Riese beschreibt in seinen Rechenbüchern die vier Grundrechenarten.  
1780 Benjamin Franklin entdeckt die Elektrizität.  
1801 Joseph-Marie Jacquard erfindet einen durch Lochkarten automatisierten Webstuhl. Die Lochkarten kontrollierten die Muster auf dem gewobenen Stoff.

Joseph Marie Jacquard, 1752-1834; Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: public domain

1832 Charles Babbage entwickelt das Prinzip der Analytischen Maschine. Sie beinhaltet bereits folgende Komponenten: Rechenwerk, Steuerwerk, Speicher, Ein- und Ausgabe, Programmsteuerung. Ada King, Tochter von Lord Byron, schreibt Berechnungsprogramme für die Analytische Maschine und geht so als erste Programmiererin in die Geschichte ein.

Ada King, 1815-1852; Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: public domain

1887 Herman Hollerith entwirft das „Hollerith Electric Tabulating System“. Seine Maschine wird in den USA zur Auswertung der elften Volkszählung 1890 eingesetzt. Seine Firma „Tabulating Machine Company“ entwickelt sich später zu „IBM“.

Herman Hollerith, 1860-1929; Bild: Charles Milton Bell / Wikimedia Commons, public domain

1935 Howard Hathaway Aiken, Harvard University, kommt in seinem Forschungsgebiet mit Differentialgleichungen in Berührung, die keine genauen Lösungen haben. Deshalb plant er einen Großrechner und lehnt sich unter anderem an Ideen von Hollerith an. Er gewinnt IBM für seine Idee und in vier Jahren wird daraus der ASCC (Automatic Sequence Controlled Calculator). Dieser Rechner wird nach Harvard verlegt und erhält dort den Namen Mark I.  
1938 Konrad Zuse stellt den Z1 fertig, die erste binär rechnende Maschine. Drei Jahre später fertigt er mit der Z3 die erste elektromechanische, frei programmierbare Rechenmaschine. Zuse bietet der Armee an, einen elektronischen Rechner zu bauen, was jedoch abgelehnt wird.

Konrad Zuse, 1910-1995; Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum, Lizenz: C BY-SA

Vom ersten elektronischen Rechner zum PC

ENIAC © dpa
Eniac; Bild: US Army/Wikimedia Commons, Lizenz: public domain

Der erste elektronische Rechner ENIAC entstand in Pennsylvania. Er arbeitete mit etwa 18 000 Elektronenröhren und sollte der Artillerie bei der Berechnung von Flugbahnen helfen. Die Programmierung erfolgte durch Umstecken und Umlöten von Drähten. Problematisch war die Störanfälligkeit und der große Stromverbrauch sowie die Wärmentwicklung der Röhren. Diese Probleme konnten durch die Erfindung von Transistoren in den 50er-Jahren gelöst werden.

1945
In den USA wird der erste elektronische Rechner ENIAC (Electronic Numerical Integrator Analyzor and Computer) in Betrieb genommen.
 
1947 William Bradford Schockley, John Ardeen und Walter Brittain erfinden den Transistor.

Transistor; Bild: Windell Oskay, Lizenz: CC BY

1958 Der erste integrierte Schaltkreis wird von Jack St. Clair Kilby von Texas Instruments erfunden.  
1966 Erste ARPAnet-Pläne zur Vernetzung mehrerer Rechner.  
1971 INTEL fertigt den ersten Mikroprozessor.  
1974 Der erste PC, der MITS Altair 8800, kommt auf den Markt.

Altair 8800; Bild: Stahlkocher, Lizenz: CC BY-SA

„Automat und Telespiel leiten heute die Zukunft ein,

Computer für den Kleinbetrieb, Computer für das Eigenheim“

(Kraftwerk)

Die Computer erobern Wohnzimmer und Büros

Jugendliche probieren im Mai 1985 einen C64 aus. © dpa
Bild: Pixabay, Lizenz: CC0

Der Commodore C64 eroberte die Haushalte wie kein anderer PC. Er kam im September 1982 auf den Markt, schon 1986 waren eine Million Exemplare in Deutschland verkauft. Er hatte die größte Fangemeinde, die sich ein Elektrogerät vorstellen kann. Er war leicht zu bedienen und eignete sich gut für Computerspiele.

1975
Traf-O-Data wird in den Namen Micro-soft umbenannt. Der Bindestrich wird später weggelassen.
 
1976 Die Firma Apple wird am 1. April von Steve Jobs und Steve Wozniak gegründet, im März baute Wozniak den ersten Apple: Apple I. Steve Jobs; Bild: Mark Mathosian, Lizenz: CC BY-NC-SA
1981 IBM stellt am 12. August seinen PC vor. IBM lizensiert DOS von der damals winzigen Firma Microsoft, statt ein eigenes Betriebssystem zu schreiben.  
1982 Die ersten Computerviren tauchen auf Apple-Computern auf.  
1983 Mit dem Commodore C64 kommt ein Computer auf den Markt, der auch für Amateure erschwinglich ist.  
1985 Windows 1.0 kommt im November auf den Markt, fast zwei Jahre nachdem es angekündigt war. Von den vielen Versprechungen, die Microsoft 1983 betreffend Windows gemacht hatte, ging fast keine in Erfüllung; tatsächlich gingen sie erst mit Windows 3.1, einige sogar erst mit Windows 95 in Erfüllung.

Commodore bringt den Amiga auf den Markt, den ersten Multimedia-Computer.

Bill Gates; Bild: Niall Kennedy, Lizenz: CC BY-NC

1991 Im Herbst veröffentlicht Linus Torvalds die Grundlage für das Betriebssystem Linux.  
1992 Das Betriebssystem Windows 3.1 kommt auf den Markt.  
1993 Die erste Version des Betriebsystems Windows NT wird vorgestellt, es ist netzwerktauglich.

Intel bringt den ersten Pentium-Prozessor auf den Markt
 
1994 Das Betriebssystem Version 1.0 von Linux wird im März freigegeben.

Mosaic Communications veröffentlicht den Internet Browser Netscape Navigator.

Der Computerhersteller Apple kündigt die neue Rechnergeneration PowerMac an.
Linus Thorvalds; Bild: Alex Dawson, Lizenz: CC BY-SA
1995 Microsoft beginnt mit der Programmierung des Browsers Internet Explorers. Die ersten Versionen des Internet Explorer wollte praktisch niemand benutzen, obwohl Microsoft sie verschenkte, während zumindest Firmen für die Nutzung des Netscape Navigators noch bezahlen mussten. Microsoft beschließt, dass es etwas kostet, wenn der Explorer nicht verwendet wird. Dafür kreierten sie eine neue Lizenz: Windows inklusive Explorer. Diese war für Computerhersteller billiger als Windows alleine, falls Navigator nicht vorinstalliert wurde. Microsoft hörte mit dieser Praxis in einer außergerichtliche Vereinbarung auf, aber für den Navigator war es schon zu spät.

Das Betriebssystem Windows 95 kommt auf den Markt.

Der Animationsfilm Toy Story ist der erste Kinofilm, der im Computer erzeugt wurde.
 
1997 Der Großrechner „BigBlue“ von IBM schlägt den Schachweltmeister Garry Kasparov.  
2001 Windows XP kommt auf den Markt. Das Betriebssystem wird für die folgenden zehn Jahre die Arbeitswelt beherrschen und deutlich stabiler laufen als alle seine Vorgänger.  
2007 Das mit Multitouch-Steuerung ausgestattete iPhone von Apple verwischt die Grenze zwischen Handy und Computer, die Ära der Smartphones beginnt.  
2008 Der Internetkonzern Google stellt sein Smartphone-Betriebsystem Android vor.  
2010 Mit dem Apple iPad beginnt der Siegeszug der Tablet-Computer  
2012 Mit Windows 8 hält das althergebrachte Microsoft-Betriebssystem auf Tablet-Computern einzug.  

Pädagogische Praxis

Interaktives Tafelbild: Erste Schritte am Computer in der Grundschule

Ein interaktives Angebot zum einfachen und altersgemäßen Kennenlernen der „Wunderkiste“ ist das Tafelbild „Rund um den Computer“. Am Whiteboard und auf Laptop, Computer oder Tablet können die interaktiven Übungen und Grafiken genutzt werden.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Starke Passwörter

Fachunabhängig, Klasse 4, GS: Dieses Modul befasst sich mit wirksamen Passwörtern, wie sie gebildet werden und wie wir uns vor dem Missbrauch von Zugangscodes schützen können.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Programmieren mit Lego - RoboLab

Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur, Klasse 4, GS/WRS: Aus dem Baukasten wird ein einfacher Roboter gebaut und programmiert. Entscheidend dabei ist, die Anleitung sorgfältig umzusetzen und aus eigenen Fehlern zu lernen.weiterlesen

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