Erste Schritte im Netz – Ein Ratgeber für Eltern

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Information, Spiele, Musik, Kommunikation, Videos – Dies sind nur einige Beispiele der vielfältigen Möglichkeiten, die im Internet zur Verfügung stehen. Alles ist jederzeit abrufbar. Auf jede Frage findet man Antworten.

 

Kein Wunder, dass nicht nur wir Erwachsene davon fasziniert sind, sondern auch die Kinder. Doch gerade als Interneteinsteiger ist es für sie nicht immer einfach, die hypermedialen Strukturen des Internets zu verstehen. Schnell führt ein falsch geschriebenes Wort auf eine Webseite, die Kinder verunsichert oder ihnen sogar Angst macht, ebenso schnell kann ein falscher Klick ein abgeschlossenes Abonnement (z.B. für Musik oder für bestimmte Gegenstände in einer App) zur Folge haben. Im Internet kommen Kinder auch immer wieder mit Werbung in Berührung.

 

Dies sind mitunter ganz neue Werbeformen, die sie aus anderen Zusammenhängen noch nicht kennen (vgl. auch Kapitel Online-Werbung. Solche Vorfälle ereignen sich häufig dann, wenn Kinder alleine im Internet unterwegs sind und sie Dienste (wie beispielsweise Google) nutzen, die eigentlich vor allem für uns Erwachsene gedacht sind. Gerade für den Einstieg ins Internet ist es jedoch wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei begleiten, ihm Orientierung geben und es unterstützen. Nutzen Sie dabei dessen Neugier und entdecken Sie die Weiten des World Wide Webs gemeinsam. Um Ihr Kind in einem geschützten Raum seine ersten Schritte im Internet gehen zu lassen und ihm zu helfen, Chancen und Risiken verschiedener Medien(-angebote) erkennen und einschätzen zu lernen, gibt es eine Vielzahl an kindgerechten Internetseiten, die inhaltlich all jene Möglichkeiten aufgreifen, die auch Erwachsene gerne nutzen (Details hierzu siehe Nützliche Links).

 

Gleichzeitig bieten auch die mobilen Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, eine große Auswahl an Produkten, die Kindern den Zugang zum Internet erleichtern. So können beispielsweise Anwendungen (Apps) installiert werden, die das Spielen eines kindgerechten Online-Spiels, das Schauen eines Films oder das Vorlesen einer Geschichte mit interaktiven Elementen ermöglichen. Aber auch hier sollten Sie als Erwachsener die heruntergeladene App nicht nur testen (z.B. im Hinblick auf ungewünschte Werbeeinblendungen, In-App-Käufe oder gewalthaltige Inhalte), sondern auch bereits vor der Installation darauf achten, welche Zugriffe Sie der jeweiligen Anwendung einräumen (siehe auch Smartphones & Apps).

 

Ebenfalls ist es sinnvoll, sich darüber zu informieren, welche kindgerechten Einstellungsmöglichkeiten ihr Tablet oder Smartphone bereithält.

 

Die auf Smartphones und Tablets mitgelieferten Apps vereinen in der Regel verschiedenste, früher getrennte, Medien wie Kamera, Audio-/Video-Aufnahmefunktion, CD-Player etc. Den Umgang mit diesen Funktionen erlernen Kinder im Allgemeinen sehr schnell, allerdings fehlen ihnen Wissen und Erfahrung, um einschätzen zu können, was die Nutzung und Weiterverwendung, zum Beispiel im Internet, möglicherweise für sie selbst oder auch für andere bewirkt. Gleiches gilt auch für Computer und Laptop. So erwecken die Kinder zwar den Eindruck einer natürlichen Vertrautheit im Umgang mit dem Internet, es fehlen ihnen jedoch grundlegende Kompetenzen hinsichtlich des verantwortungsvollen Umgangs, der strukturellen und inhaltlichen Orientierung, ebenso wie eines angemessenen Problemlöseverhaltens in unbekannten Situationen. Diese werden erst nach und nach in begleiteter Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken des Internet erworben. Entsprechend ist es sinnvoll, schon früh mit den Kindern zu besprechen, dass u.a. die tollen Fotos, Videos, Texte und Audioaufnahmen, die man mit einem Smartphone oder Tablet machen kann, nicht einfach auf einer Internetseite oder einem Profil in einem Sozialen Netzwerk gepostet werden dürfen.

 

Es empfiehlt sich, zu Beginn eine Kinderseite auszuwählen, die als Startrampe ins Internet dient, sprich einen Überblick über kindgerechte Seiten bietet, die Ihr Kind je nach Interesse ansteuern kann (vergleichbar mit einer Favoritenliste im Browser). Ein Beispiel hierfür ist die Webseite Meine Startseite, auf der Sie gemeinsam mit ihrem Kind eine bunte und kindgerechte Startseite gestalten und Themen-Fenster – je nach Vorlieben des Kindes – auswählen können.

 

Weitere kindgerechte Angebote, die als Startseite dienen können, sind unter anderem die Klicksafe-Seite für Kinder oder die Klicktipps-Seite.

 

Auch bei Suchmaschinen und Nachschlagewerken ist es sinnvoll, anstelle von „Google“ auf Kindersuchmaschinen wie „fragFinn“ oder die „Blinde Kuh“ zurückzugreifen (siehe Nützliche Links).

Begleiten Sie Ihr Kind bei seinen ersten Ausflügen ins Internet, gehen Sie auf dessen Interessen ein und zeigen Sie ihm kindgerechte Angebote, die Sie zuvor einmal ausprobiert haben. Achten Sie dabei darauf, ob die angebotenen Kinderseiten auch den tatsächlichen Kriterien einer altersgerechten Seite entsprechen (Stichpunkte: Sicherheit, Datenschutz, Werbung, Links – Details finden Sie unter www.surfen-ohne-risiko.net).

Tipps für Eltern

  • Stellen Sie Regeln auf, was im Internet gemacht werden darf und was nicht. Mit wem darf das Kind zum Beispiel online kommunizieren? Welche Art Fotos/Texte dürfen veröffentlicht werden? Muss dies vorher mit Ihnen besprochen werden? etc.
  • Platzieren Sie den Computer an einem gut einsehbaren Ort, damit Sie Ihrem Kind ab und an über die Schulter schauen können. Legen Sie auf diesem Rechner einen eigenen Account für Ihr/jedes Kind sowie sich selbst an und lassen Sie Ihr Kind nur mit diesem Account ins Internet. Installieren Sie auf diesem Rechner eine Filtersoftware, die mindestens zum Großteil ungeeignete Inhalte für Ihr Kind blockiert. Achten Sie auch bei der Nutzung von Tablets oder Smartphones darauf, dass eine Kindersicherung eingerichtet wurde.
  • Um zu verstehen, wie das Internet funktioniert, zu entdecken, welche Möglichkeiten das World Wide Web noch bietet, und zu lernen, wie man sich vor Gefahren im Netz schützen kann, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Seite des Internet-ABC besuchen. Dort wird in spielerischer Form das Wissen rund um die relevanten Internet-Themen erweitert und ein Internet-Surfschein angeboten.
  • Ab welchem Alter es sinnvoll ist, die ersten Schritte im Internet zu gehen, lässt sich nicht verallgemeinern. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell und haben im Umgang mit dem Computer unterschiedliche Vorbilder. Wer ältere Geschwister hat, wird sicher schneller dabei sein wollen.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie lange es online sein darf und behalten Sie dabei den gesamten Medienkonsum im Blick. Zur Orientierung schlägt das Bundesfamilienministerium etwa folgende Zeitabsprachen vor:
    • Vier bis sechs Jahre: 30 Minuten pro Tag
    • Sieben bis zehn Jahre:  Eine Stunde pro Tag oder acht Stunden pro Woche
    • Ab zwölf Jahren sollte das Zeitkontingent individuell abgesprochen werden, da der Computer jetzt auch immer mehr für schulische Zwecke genutzt wird.

  • Achten Sie beim Einrichten einer E-Mail-Adresse für Ihr Kind darauf, dass die E-Mail-Adresse keine Verbindung zu Name, Alter oder Wohnort zulässt. Wählen Sie stattdessen Fantasienamen wie lilalaunebaer123@beispielanbieter.de. Weisen Sie Ihr Kind ebenfalls darauf hin, dass sich in Anhängen unliebsame Bilder, Videos, Texte oder Programme mit Computerviren befinden können. Zudem empfiehlt es sich, zwei E-Mail-Adressen zu verwenden. Die Hauptadresse wird nur an Freunde und Familienmitglieder weitergeben, denn sie ist privat. Die zweite Adresse kann das Kind z.B. für Anmeldungen zu Chats verwenden.

 

 

Nützliche Links

Surfen ohne Risiko

Surfen ohne Risiko gibt grundlegende Hinweise zu den Themen Surfen, Chatten und Spielen in der Familie. Hier können auch gemeinsame Netzregeln aufgestellt werden.


SCHAU HIN!

Die Initiative SCHAU HIN! bietet Eltern umfassende Empfehlungen, um ihre Kinder im Umgang mit Medien
zu stärken (u.a. zum Thema Internet).

 

www.grundschulpost.zum.de / www.mail4kidz.de

Diese Internetseiten bieten Kindern die Möglichkeit, in einem geschützten Raum den Umgang mit dem Schreiben und Versenden von E-Mails zu lernen.

 

Internet-ABC

Das Internet-ABC bringt Kindern spielerisch bei, sicher zu surfen, und hält auch Hintergrundinfos für Eltern bereit.