Sport – Gymnasium – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Sport im Gymnasium vorsieht.

Rückblick auf den Bildungsplan 2004 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 sind für den Sportunterricht an Gymnasien keine Inhalte oder Kompetenzen für eine Integration der Medienbildung ausgewiesen.

 

Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Information und Wissen“ benannt sind, müssen folglich in den Sportunterricht des Gymnasiums integriert werden. Eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg ist für den Sportunterricht notwendig.

Medienkompetenz und Medienbildung im Sportunterricht ab 2016

Im Bildungsplan 2016 wird in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb die Leitperspektive Medienbildung im Fach Sport insofern aufgeführt, als dass sie immer dort zum Tragen kommt, „wo Medien die Analyse sowie Reflexion von sportlichen Handlungssituationen unterstützen können“ (BP 2016, Gym, Fach Sport, S. 4).

Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

Die prozessbezogenen Kompetenzen im Fach Sport sind (vgl. S. 5):


•    Bewegungskompetenz – Koordination und Kondition fördern


•    Personalkompetenz – Kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten


•    Sozialkompetenz – Positive soziale Beziehungen aufbauen und aufrechterhalten


•    Reflexions- und Urteilskompetenz – sportliche Handlungssituationen hinterfragen und beurteilen

Sie sind übergeordnete Elemente des Sportunterrichts. Medienbildung fließt somit indirekt in sämtliche prozessbezogenen Kompetenzen ein.

 

Vor allem bei der Reflexions- und Urteilskompetenz spielt die Medienbildung eine entscheidende Rolle. Schülerinnen und Schüler können „sportliche Handlungssituationen […] analysieren, sich mit ihnen kritisch auseinander […] setzen, sie […] beurteilen und die daraus resultierenden Einsichten für das eigene Handeln nutzen“ (S. 17).

Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 5/6

Im Bereich Bewegen an Geräten können Schülerinnen und Schüler „einfache akrobatische Figuren (z.B. Flieger) paarweise und in der Gruppe ausführen“ (S. 22) und diese beispielsweise in Form von Bild- und Videoaufnahmen reflektieren. Weiterhin können Schülerinnen und Schüler „gemeinsam aus Grundtätigkeiten, akrobatischen Elementen und turnerischen Bewegungsfertigkeiten eine Gruppenpräsentation nachgestalten und präsentieren“ (S. 23). Dies kann z.B. durch den Einsatz von Präsentationssoftware wie PowerPoint oder Prezi erfolgen.

 

Im Bereich Tanzen, Gestalten, Darstellen können Schülerinnen und Schüler „Merkmale von Bewegungsqualität bei anderen erkennen und benennen (z.B. auch medienunterstützt)“ (S. 25).

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Klassen 7/8

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Im Pflichtbereich Spielen können Schülerinnen und Schüler „Spielsituationen auf Darstellungen (z. B. Foto, Video, Grafik) erkennen und beschreiben“ (S. 30). Die Lernenden analysieren diese Medien und leiten daraus Handlungsmöglichkeiten und potentielle Spielzüge ab. Außerdem können sie „Fachbegriffe, Regeln und Taktiken dokumentieren“, z.B. in einem Sportportfolio (ebd.), welches auch digital, z.B. in Form eines Word-Dokuments oder auch eines Blogs erfolgen kann.

 

Der Pflichtbereich Laufen, Springen, Werfen umfasst folgende Kompetenzen: Schülerinnen und Schüler können „leistungsbestimmende Merkmale und Fehler bei sich und anderen mit Hilfsmitteln (z.B. Beobachtungskarte, Video) erkennen und benennen“ (S. 32). Hierbei steht die Medienanalyse im Vordergrund. Weiterhin können sie „die eigene Leistungsentwicklung beschreiben und dokumentieren (z.B. durch ein Sportportfolio)“ (ebd.).

 

Im Pflichtbereich Bewegen an Geräten können Schülerinnen und Schüler ebenfalls „leistungsbestimmende Merkmale und Fehler bei anderen mit Hilfsmitteln (z.B. Beobachtungskarte, Video) erkennen und benennen (S. 34). „Aus Grundtätigkeiten des Turnens [können Schülerinnen und Schüler] akrobatische Elemente in Bewegungsverbindungen gestalten und präsentieren (z.B. Partner- und Gruppenakrobatik, miteinander turnen an Gerätekombinationen und Gerätebahnen)“ (S. 34).

 

Schülerinnen und Schüler können „ihren konditionellen Entwicklungsprozess [z.B. mit einem Lauftagebuch oder mit Fitness-Apps] wahrnehmen und dokumentieren“ und „schulische und außerschulische Möglichkeiten (auch medialer Art) zur Entwicklung ihrer Fitness einschätzen“ (S. 37) (Pflichtbereich Fitness entwickeln).

 

Im Wahlpflichtbereich Tanzen, Gestalten, Darstellen sollen die Schülerinnen und Schüler „sich eine Bewegungskombination einprägen und diese dokumentieren (z.B. einfache Schrittfolgen oder Laufwege)“ und „Feedback (zum Beispiel Beobachtungskarte, Video) zur Verbesserung der Bewegungsqualität nutzen“ (S. 42f). Auch können Schülerinnen und Schüler „in einer Paar- oder Gruppengestaltung eine gymnastische oder tänzerische Bewegungsfolge choreografieren und präsentieren“ (S. 43). Dies kann beispielsweise per Videoaufzeichnung und anschließender -analyse geschehen.

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Klassen 9/10

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Im Pflichtbereich Spielen können die Schülerinnen und Schüler „Spielsituationen auf Darstellungen (zum Beispiel Foto, Video, Grafik) erkennen, beschreiben und erklären“ (S. 44). Außerdem können sie „Fachbegriffe, Regeln und Taktiken in geeigneter Form dokumentieren“ (ebd.), zum Beispiel in einem Sportportfolio, welches erneut auch digital, z.B. in Form eines Word-Dokuments oder auch eines Blogs vorliegen kann.

 

Im Pflichtbereich Laufen, Springen, Werfen können Schülerinnen „die eigene Leistungsentwicklung beschreiben und dokumentieren“ (S. 46).

 

Der Pflichtbereich Bewegen an Geräten umfasst folgende Kompetenzen: Schülerinnen und Schüler können ebenfalls „leistungsbestimmende Merkmale und Fehler bei sich und anderen mit Hilfsmitteln (zum Beispiel Beobachtungskarte, Video) erkennen und korrigieren“ (S. 48) und „aus Grundtätigkeiten des Turnens, akrobatischen Elementen und turnerischen Fertigkeiten Bewegungsverbindungen gestalten und präsentieren (zum Beispiel Partner- und Gruppenakrobatik, miteinander turnen an Gerätekombinationen und Gerätebahnen)“ (ebd.).

 

Im Pflichtbereich Bewegen im Wasser können Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz von Medien „erlernte Bewegungen beschreiben und dokumentieren“ (S. 49). Die Schülerinnen und Schüler können „ihren konditionellen Entwicklungsprozess [z.B. mit einem Lauftagebuch oder mit Fitness-Apps] wahrnehmen und dokumentieren“ und „schulische und außerschulische Möglichkeiten (auch medialer Art) zur Entwicklung ihrer Fitness einschätzen“ (S. 51) (Pflichtbereich Fitness entwickeln).

 

Im Pflichtbereich Tanzen, Gestalten, Darstellen können Schülerinnen und Schüler „erlernte Bewegungen beschreiben und dokumentieren“, „sich eine Bewegungskombination einprägen und diese dokumentieren (z.B. einfache Schrittfolgen oder Laufwege)“ und „Feedback (zum Beispiel Beobachtungskarte, Video) zur Verbesserung der Bewegungsqualität nutzen“ (S. 52f). Außerdem können die Lernenden „in einer Paar- oder Gruppengestaltung eine gymnastische oder tänzerische Bewegungsfolge choreografieren und präsentieren“ (S. 53).

 

Im Pflichtbereich Miteinander/gegeneinander kämpfen und Fahren, Rollen, Gleiten können Schülerinnen und Schüler „erlernte Bewegungen beschreiben und dokumentieren“ (S. 54).

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Klassen 11/12

Der Pflichtbereich Wissen umfasst folgende Kompetenzen: Schülerinnen und Schüler können „mit mediengestützten Verfahren der Bewegungsbeobachtung und ‑diagnostik (zum Beispiel Beobachtungsbogen, Fotosequenzen, Videoanalyse) sachgerecht umgehen“ (S. 57) und „die Bedeutung des sozialen Verhaltens in Sportgruppen exemplarisch analysieren (zum Beispiel gruppendynamische Prozesse, Kommunikation und Interaktion in der Gruppe)“ (S. 59). Außerdem sollen die Lernenden „die gesellschaftliche Rolle von Sport an ausgewählten Beispielen erklären (zum Beispiel Kommerzialisierung, Freizeit‑/Leistungssport, Medien)“ (S. 59).

 

Im Pflichtbereich Spielen können Schülerinnen und Schüler „taktisches Verhalten bei sich und anderen wahrnehmen, analysieren und reflektieren“ (S. 60).

 

Im Pflichtbereich Laufen, Springen, Werfen sollen die Lernenden „die Bedeutung von Laufen, Springen und Werfen als lebensbegleitende Freizeitaktivität reflektieren“ (S. 62). Dies kann beispielsweise über die Analyse von Dokumentationen bekannterer Leistungssportler/-innen geschehen.

 

Die Lernenden können „Bewegungen unter den Aspekten Bewegungsqualität und Bewegungsästhetik wahrnehmen, analysieren und beurteilen“ und „gemäß ihrer individuellen Leistungsvoraussetzungen Wagnis- und Leistungssituationen mit normgebundenen und normungebundenen Fertigkeiten selbstständig und in der Gruppe lösen“ (S. 63) (Pflichtbereich Bewegen an Geräten).

 

Im Pflichtbereich Bewegen im Wasser können die Schülerinnen und Schüler „wesentliche Bewegungsmerkmale der Schwimmtechniken nennen, beschreiben und erklären“ (S. 64).

 

Im Pflichtbereich Tanzen, Gestalten, Darstellen sollen die Lernenden „Bewegungen und Bewegungsfolgen unter den Aspekten Gerätetechnik, Körpertechnik und Gestaltungskriterien wahrnehmen, analysieren und reflektieren (zum Beispiel Rückmeldung geben mithilfe von Beobachtungsbögen)“ (S. 66) und „die Eignung von Musik als bewegungsbegleitend und ‑unterstützend erkennen und geeignete Musik auswählen“ (ebd.).

 

Hinsichtlich medienbildnerischen Aspekten sind keine Abweichungen in Klassenstufe 11/12 zwischen zwei- und vierstündigem Kurs zu verzeichnen.

 

Insgesamt wird der Medienbildung im Sportunterricht der neuen Bildungspläne des Gymnasiums eine wesentlich größere Rolle zugesprochen als noch in den Bildungsplänen von 2004. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Informationsgewinnung (z.B. zu Bewegungsabläufen, Spielzügen) und der medialen Dokumentation sowie Reflektion eigener Bewegungsabläufe.

Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsmodul: Videogestützte Bewegungsanalyse

Mit Hilfe eines Tablet-Computers werden Bewegungsabläufe betrachtet. Dabei geht es um die Handhabung der Kamera, wie auch um Empfehlungen für optimales Training.weiterlesen