Musik – Sekundarstufe I – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Musik in der Sekundarstufe I vorsieht.

Ausgewählte Praxisbeispiele samt Materialien für Ihren Unterricht in diesem Bereich befinden sich am Ende des Beitrags. Zahlreiche weitere Materialien, wertvolle Tipps und direkt umsetzbare Unterrichtsideen finden Sie links im Menü unter Pädagogische Praxis.

Rückblick auf die Bildungspläne 2004 und 2012 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 sind für den Musikunterricht der Realschule bereits Ansätze für eine Integration der Medienbildung zu finden. In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird der Einsatz moderner Technologien als Beitrag zum Erwerb von „Medienkompetenz“ aufgeführt (BP 2004, RS, Musik, S. 129). Auch unter „Kompetenzen und Inhalte“ werden für den Musikunterricht einige wenige medienbildnerische Aspekte genannt. So können die Schülerinnen und Schüler z.B. den Computer bei musikalischen Aufgaben sukzessive einsetzen (vgl. S. 130).


Im Bildungsplan 2012 sind für den Musikunterricht der Hauptschule bzw. Werkrealschule bereits erste Ansätze und wichtige Inhalte für eine Integration der Medienbildung im Fächerverbund MSG zu finden. In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die „Medienkompetenz“ als eigene Kompetenz jedoch nicht aufgegriffen. Unter „Kompetenzen und Inhalte“ werden für den Musikunterricht folgende medienbildnerische Aspekte thematisiert:
„Die Schülerinnen und Schüler kennen Funktionen und Wirkungen von Musik, Bild, Text und Bewegung in Medien, können damit arbeiten und das Ergebnis präsentieren“ (BP 2012, WRS, MSG, S. 145). Als Inhalte werden „Software zur Klangerzeugung und Bildbearbeitung“, „Filmmusik, Soundtrack“ und „Videoclip, Werbespot“ genannt (S. 145).
Im Wahlbereich Musik der Klassenstufe 10 werden folgende für die Medienbildung relevante Aspekte genannt. „Die Schülerinnen und Schüler können die Wirkung von Musik und Werbung und Film erleben und beschreiben; den Einfluss der Print- und Elektronikmedien auf die Entwicklung, Präsentation und Vermarktung von Musikidolen beschreiben und dazu kritisch Stellung nehmen“ (S. 148).


Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Informationstechnische Grundlagen“ benannt sind, müssen noch stärker als bisher in den Musikunterricht der Sekundarstufe I integriert werden. Aufgrund seiner thematischen Struktur und den zahlreichen Ansatzmöglichkeiten für eine integrative Medienbildung ist eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg für den Musikunterricht vergleichsweise leicht umzusetzen.

Medienkompetenz und Medienbildung im Musikunterricht ab 2016

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In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird im Bildungsplan 2016 darauf verwiesen, dass im Fach „Musik […] die Leitperspektiven [und somit auch die Medienbildung] teils explizit, teils implizit in den Kompetenzbeschreibungen und Teilkompetenzen“ (BP 2016, Sek I, Musik, S. 4) erscheinen. Die Beschreibung der Leitperspektive Medienbildung schreibt den medienbildnerischen Aspekten in allen Bereichen der Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen eine große Bedeutung zu, auch wenn dies in den Kompetenzbeschreibungen nicht immer explizit genannt wird. Eine bedeutsame Rolle nimmt im Musikunterricht die „Handhabung tontechnischer Verfahren und digitaler Kommunikations- und Produktionsmöglichkeiten“ (S. 5) ein, um „eine sinnvolle, reflektierte und verantwortungsbewusste Nutzung der Medien [zu] fördern“ (S. 5).

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Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

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Die Medienbildung ist im Bildungsplan der Sekundarstufe I als Leitperspektive bei den prozessbezogenen Kompetenzen vor allem im Bereich „Methoden und Techniken“ (S. 11) im Bildungsplan 2016 des Musikunterrichts integriert.
Zusammenfassend wird dort beschrieben: „Sie [die Schülerinnen und Schüler] recherchieren und reflektieren zu fachspezifischen Fragestellungen und können ihre Arbeitsergebnisse auch unter Benutzung digitaler Medien adressatengerecht aufbereiten und präsentieren“ (S. 11).
Ebenfalls wird im oben genannten Kompetenzbereich die Medienkompetenz als eigenständige Kompetenz aufgeführt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler „aktuelle Technologien und Medien zur Produktion und Präsentation von Musik sowie zur Informationsgewinnung nutzen“ (S. 11).

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Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 5/6

In den Klassenstufen 5 und 6 kommt vor allem den Bereichen „Produktion und Präsentation“ (S. 18), dem reflektierten Umgang mit Medien im musikalischen Sinne (S. 18) und der digitalen Aufnahme und Wiedergabe mit tontechnischen Medien eine große Bedeutung zu (S. 15).

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Klassen 7/8/9

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Im Bereich „Produktion und Präsentation“ wird in der Klassenstufe 7/8/9 der Umgang mit tontechnischen Medien weiter vertieft im Sinne einer spiralcurricularen Medienbildung, indem die Schülerinnen und Schüler „einfache tontechnische Aufnahme-, Bearbeitungs- und Wiedergabeverfahren“ nutzen um „Musik [zu] produzieren“ (S. 20) und „Bild, Szene oder Text [zu] vertonen (S. 21). Eine weitere Vertiefung der Medienbildung kommt im Kompetenzbereich „Musik reflektieren“ bei der „Entstehung, [dem] Gebrauch, [der] Funktion und Wirkung von Musik“ (S. 25) zum Tragen. Hier spielen die medienbildnerischen Aspekte Medienanalyse, Mediengesellschaft, Informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz sowie Jugendmedienschutz eine wichtige Rolle (vgl. S. 25f). Vor allem bei den folgenden Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen erfährt die Medienbildung eine große Beachtung:
„Die Schülerinnen und Schüler können Gebrauchsweisen, Funktionen und Wirkungen von Musik wahrnehmen, beschreiben und diskutieren: Musikgebrauch im Alltag (eigene Musikgewohnheiten, Musik und Gesundheit), Musik zum Tanzen, Musik in der Werbung, Musik und Politik (S. 25).
Sie können „Wechselwirkungen von Musik und ihrer Vermarktung beschreiben sowie relevante Inhalte des Urheberrechts, des Datenschutzes und des Jugendmedienschutzes darstellen“ (S. 26).
Des Weiteren können sie „ Musik in identitätsstiftenden und gesellschaftlichen Kontexten reflektieren: Ablehnung, Abgrenzung und Solidarisierung durch Musik“ (S. 25). Das Fach Musik leistet hierbei hauptsächlich einen Beitrag zum Bereich „Mediengesellschaft“ der Leitperspektive Medienbildung.

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Klasse 10

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In Klasse 10 liegt der Fokus der Medienarbeit in einer Vielzahl musikpraktischer Aufgabenstellungen. Hierbei kommen digitale Medien zur Musikproduktion zum Einsatz: „Die Schülerinnen und Schüler können Musik zu Szenen gestalten: Filmmusik oder Musiktheater“ (S. 27). Auch die Medienanalyse wird erneut aufgegriffen, indem die Schülerinnen und Schüler „Gebrauchsweisen, Funktionen und Wirkungen von Musik diskutieren“ (S. 31) und Gestaltungsmittel und Wirkung von Filmmusik aus dem Bereich Musiktheater beschreiben (S. 29).


Insgesamt werden im Musikunterricht der Sekundarstufe I Medien vor allem als tontechnische Hilfsmittel genutzt, so z.B. zur Produktion eigener Musikstücke.

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Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsidee: Song lyrics

Englisch, Klasse 10, Sek I: Zum Lieblingssong werden die Lyrics analysiert und in der Klasse vorgestellt. Die kreativen Ergebnisse werden mediengestützt präsentiert.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Musik in unserer Umwelt

Fächerverbund Musik-Sport-Gestalten, Klasse 9, WRS: Dieses Modul befasst sich mit dem bewussten Wahrnehmen von Klängen und Geräuschen in der Umwelt und bringt Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Schule Möglichkeiten zu musikalischen Aktivitäten nahe.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Multimediale Klangcollage

Fächerverbund Musik, Sport, Gestalten, Klasse 9–10, WRS/RS: Bestimmte Alltagssituationen werden mit Hilfe des Programms „Audacity“ und eines Videoschnittprogramms als Klangcollage dargestellt.weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis