Musik – Gymnasium – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Musik im Gymnasium vorsieht.

Ausgewählte Praxisbeispiele samt Materialien für Ihren Unterricht in diesem Bereich befinden sich am Ende des Beitrags. Zahlreiche weitere Materialien, wertvolle Tipps und direkt umsetzbare Unterrichtsideen finden Sie links im Menü unter Pädagogische Praxis.

Rückblick auf den Bildungsplan 2004 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 sind für den Musikunterricht des Gymnasiums erst wenige Bereiche zur Medienbildung explizit ausgewiesen, wenngleich auch viele Themenbereiche einen guten Ansatz für eine integrative Medienarbeit bieten. Innerhalb der „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die „Medienkompetenz“ als eigene Kompetenz nicht aufgegriffen, die Rolle der Medien in der Musik wird jedoch im Bereich „Kulturerschließender Musikunterricht“ hervorgehoben. Auch unter „Kompetenzen und Inhalte“ werden für den Musikunterricht nur wenige medienbildnerische Aspekte explizit genannt.

Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Informationstechnische Grundlagen“ benannt sind, müssen folglich noch stärker als bisher in den Musikunterricht des Gymnasiums integriert werden. Aufgrund seiner thematischen Struktur und den zahlreichen Ansatzmöglichkeiten für eine integrative Medienbildung ist eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg für den Musikunterricht vergleichsweise leicht umzusetzen.

Medienkompetenz und Medienbildung im Musikunterricht ab 2016

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In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird im Bildungsplan 2016 darauf verwiesen, dass im Fach „Musik […] die Leitperspektiven [und somit auch die Medienbildung] teils explizit, teils implizit in den Kompetenzbeschreibungen und Teilkompetenzen“ (BP 2016, Gym, Musik, S. 3) erscheinen. Die Erläuterung der Leitperspektive Medienbildung schreibt den medienbildnerischen Aspekten in allen Bereichen der Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen eine große Bedeutung zu, auch wenn dies in den Kompetenzbeschreibungen nicht immer explizit genannt wird. Eine bedeutsame Rolle nimmt im Musikunterricht die „Handhabung tontechnischer Verfahren und digitaler Kommunikations- und Produktionsmöglichkeiten“ (S. 4) ein, um „eine sinnvolle, reflektierte und verantwortungsbewusste Nutzung der Medien [zu] fördern“ (S. 4).

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Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

Die Medienbildung im Gymnasium ist als Leitperspektive bei den prozessbezogenen Kompetenzen vor allem im Bereich „Methoden und Techniken“ im Bildungsplan 2016 des Musikunterrichts integriert. Zusammenfassend wird dort beschrieben: „Sie [die Schülerinnen und Schüler] recherchieren und reflektieren zu fachspezifischen Fragestellungen und können ihre Arbeitsergebnisse auch unter Benutzung digitaler Medien adressatengerecht aufbereiten und präsentieren“ (S. 11).
Ebenfalls wird im oben genannten Kompetenzbereich die Medienkompetenz als eigenständige Kompetenz aufgeführt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler „aktuelle Technologien und Medien zur Produktion und Präsentation von Musik sowie zur Informationsgewinnung nutzen“ (S. 12).

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Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 5/6

In den Klassenstufen 5 und 6 kommt vor allem den Bereich „Produktion und Präsentation“, dem reflektierten Umgang mit Medien im musikalischen Sinne und der digitalen Aufnahme und Wiedergabe mit tontechnischen Medien eine große Bedeutung zu.

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Klassen 7/8

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Im Bereich „Produktion und Präsentation“ wird in der Klassenstufe 7/8 der Umgang mit tontechnischen Medien weiter vertieft im Sinne einer spiralcurricularen Medienbildung, indem die Schülerinnen und Schüler „tontechnische Aufnahme-, Bearbeitungs- und Wiedergabeverfahren“ nutzen um „Musik [zu] produzieren“ und „Bild, Szene oder Text [zu] vertonen (S. 18). Eine weitere Vertiefung der Medienbildung kommt im Kompetenzbereich „Musik reflektieren“ bei der „Entstehung, Gebrauch, Funktion und Wirkung von Musik“ (S. 21) zu tragen. Hier spielen die medienbildnerischen Aspekte Medienanalyse, Mediengesellschaft, Informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz sowie Jugendmedienschutz eine wichtige Rolle. Vor allem bei den folgenden Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen erfährt die Medienbildung eine große Beachtung: „Die Schülerinnen und Schüler können Gebrauchsweisen, Funktionen und Wirkungen von Musik wahrnehmen, beschreiben, diskutieren und bewerten: Musikgebrauch im Alltag (eigene Musikgewohnheiten, Musik und Gesundheit), Musik zum Tanzen, Musik in der Werbung" (S. 21). Sie können „Wechselwirkungen von Musik und ihrer Vermarktung beschreiben und bewerten“ sowie relevante Inhalte des Urheberrechts, des Datenschutzes und des Jugendmedienschutzes erläutern (S. 21).

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Klassen 9/10

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Zusätzlich zu einer Vertiefung der produktiven Medienarbeit und der Präsentation erfährt in Klasse 9/10 die Medienanalyse große Beachtung. Im Kompetenzbereich „Musik verstehen“ lernen die Schülerinnen und Schüler, „Gestaltungsmittel von Filmmusik oder von Musik aus dem Bereich Musiktheater [zu] erkennen und in ihrer Wirkung zu beschreiben: Wort-Ton-Verhältnis, Leitmotiv-Technik, Mood-Technik [(musikalische Darstellung der Gefühlssituation des/der Protagonisten)], Mickeymousing [(punktgenaues Begleiten und Akzentuieren der Geschehnisse im Film)]“ (S. 25). Im Bereich „Musik reflektieren“ wird von den Schülerinnen und Schülern erwartet, dass sie „Gebrauchsweisen, Funktionen und Wirkungen von Musik diskutieren und bewerten“ können (S. 28).

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Klassen 11/12

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In Klasse 11 und 12 liegt der Fokus der Medienarbeit im praktischen Musizieren und Handeln. Hierbei kommen digitale Medien zur Musikproduktion zum Einsatz. „Die Schülerinnen und Schüler können Musik erfinden, improvisieren oder arrangieren, auch mithilfe von digitalen Medien“ (S. 29). Sie können ebenfalls „Musik in andere Ausdrucksformen umsetzen: Bewegung, Grafik, Text, Szene oder Video“ (S. 29). Auch die Medienanalyse wird erneut auf-gegriffen, indem die Schülerinnen und Schüler „Musik in ihrer Verknüpfung mit Wort, Bild, Programm und Szene interpretieren“ (S. 30).


Insgesamt werden im Musikunterricht des Gymnasiums (G8) Medien insbesondere zur produktiven Medienarbeit genutzt und als Analysequelle, um z.B. die Wirkung von Musik in Filmen zu untersuchen.

Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsidee: Song lyrics

Englisch, Klasse 10, Sek I: Zum Lieblingssong werden die Lyrics analysiert und in der Klasse vorgestellt. Die kreativen Ergebnisse werden mediengestützt präsentiert.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Musik in unserer Umwelt

Fächerverbund Musik-Sport-Gestalten, Klasse 9, WRS: Dieses Modul befasst sich mit dem bewussten Wahrnehmen von Klängen und Geräuschen in der Umwelt und bringt Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Schule Möglichkeiten zu musikalischen Aktivitäten nahe.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Multimediale Klangcollage

Fächerverbund Musik, Sport, Gestalten, Klasse 9–10, WRS/RS: Bestimmte Alltagssituationen werden mit Hilfe des Programms „Audacity“ und eines Videoschnittprogramms als Klangcollage dargestellt.weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis