Suche

Cézanne - Metamorphosen

Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe mit Werken des Malers Paul Cézanne. Mit Leihgaben aus New York, Los Angeles und Moskau.

Unter diesem Titel zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe vom 28.10.2017 bis zum 11.02.2018 ca. 100 hochkarätige Arbeiten des Malers Paul Cézanne, darunter internationale Leihgaben, unter anderem aus dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, dem Puschkin Museum in Moskau und dem Metropolitan Museum in New York.

 

Der 1839 in Aix-en-Provence geborene Bankierssohn unternahm seine ersten ernsthaften malerischen Gehversuche 1861 In Paris. Hier lernte er die Impressionisten kennen, in deren Umfeld er jedoch ein völlig eigenständiges Werk entwickelte. Die damals völlig neue und avantgardistische Position der impressionistischen Maler ignorierte er, stattdessen ging er auf die Suche nach einer neuen Interpretation klassisch-konservativer Kunst, die eher in der Nähe des Courbet’schen Realismus anzusiedeln war. "Meine Methode ist Realismus" soll Cézanne einst gesagt haben; tatsächlich blieb Cézanne wie die Realisten und Impressionisten der genauen Naturbeobachtung verhaftet. Jedoch ging es ihm nicht um die bloße Wiedergabe der materiellen Struktur eines Gegenstandes oder seiner Erscheinung im wechselnden Licht, sondern Malerei sollte einer wesensimmanenten Logik folgen, an deren Ende ein eigenständiges harmonisches Kunstwerk "parallel zur Natur" stehen würde. Das Naturvorbild war letztendlich nur Anlass oder Vorwand für eine davon komplett losgelöste malerische Konstruktion auf der Leinwand. Cézannes statische Landschaftskompositionen trafen noch nicht den Nerv des bürgerlichen Publikums, das sich gerade erst an die lieblich flirrenden und lichtdurchfluteten Sujets der Impressionisten gewöhnte.

 

Den Großteil seines Lebens verbrachte Cézanne immer wieder (ab 1900 ständig) in seinem provinziellen Heimatort Aix, absichtlich abgeschottet vom aktuellen Kunstbetrieb in der quirligen Metropole Paris. Trotz seiner einsiedlerhaften Attitüde und seinem fast schon neurotischen Misstrauen gegenüber allen (auch künstlerischen) Neuerungen schuf Cézanne mit über 800 Gemälden ein eigentümliches und unvergleichliches Werk, das ihn zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Moderne im 20. Jahrhundert machte. Neben der Überwindung der Malerei im Dienst der illustrativen Abbildung hatte er bereits den ersten Schritt zur Etablierung eines autonomen Kunstbegriffs unternommen. Paul Cézanne starb 1906 in Aix-en-Provence.

 

Lehrkräfte, die ihren Schülern die Bedeutung Paul Cézannes für die Kunstgeschichte näher bringen wollen und eventuell einen Ausstellungsbesuch planen, können zur Vorbereitung aus einer Medienliste hervorragende Filme und Materialsammlungen auswählen.

 

Direkt zur Medienliste.

30.10.2017