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Blutbad in Las Vegas

Das Attentat auf Konzertbesucher in Las Vegas löst in den USA Entsetzen aus und wirft viele Fragen auf.

Am 1.10.2017 eröffnete kurz nach 22.00 Uhr Ortszeit ein Mann von einem Hotelzimmer im 32. Stock aus das Feuer auf die 22.000 Besucher eines Country Music Festivals. Er tötete dabei 59 Menschen und verletzte 527.

 

Nach jeder Schießerei flammt in den USA immer wieder dieselbe Debatte um die Waffengesetze auf. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. 300 Millionen Waffen,  Pistolen, halbautomatische Sturmgewehre gibt es in den USA mit einer Jahresbilanz von 30.000 Toten. Die Regierung in Washington hält vor dem Hintergrund des Massakers in Las Vegas eine Diskussion um eine Änderung der Waffengesetze für verfrüht, wohingegen die Demokraten direkt eine Verschärfung der Waffengesetzgebung fordern. Durch die Ironie des Schicksals mussten die Opfer von Las Vegas in einem Bundesstaat sterben, der so gut wie keine Waffengesetze hat: Jeder kann ohne Genehmigung und Registrierung Schnellfeuerwaffen kaufen oder verkaufen.

 

Lehrkräften, die im Englischunterricht der Kursstufe aus diesem Anlass ad hoc die Waffenproblematik in den USA thematisieren wollen, empfehlen wir das folgende Medium. Obwohl sich der Film schwerpunktmäßig mit der Situation in New Orleans befasst, bietet er viele Informationen zur aktuellen Waffengesetzdiskussion und zur Ursachenforschung des Waffengewaltanstiegs. Darüber hinaus kommen Politiker, Polizisten und Angehörige von Opfern zu Wort.

 

 

Shell-shocked

ca. 41 min f DVD-Video, Bundesrepublik Deutschland, 2016

 

New Orleans hat die höchste Mordrate in den USA. Gewalt und bewaffnete Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Die Opfer sind mehrheitlich schwarze Jugendliche. Laut Statistik werden in New Orleans vier- bis sechsmal so viele Morde begangen wie im Rest der USA. Und: 80 Prozent der Opfer sind männliche schwarze Jugendliche. Dieses Ausmaß an Gewalt stellt ein ernstes Problem für das Zusammenleben der Einwohner dar. Der Film forscht nach den Ursachen und möglichen Lösungen und lässt Angehörige der Opfer, Jugendliche sowie Polizei und Politik zu Wort kommen.

 

Adressaten: A(11-13)

Fächer: Englisch

 

Didaktische Hinweise: Der äußerst beeindruckende und besonders am Anfang (Mordopfer auf offener Straße, Wiederbelebungsversuche) sehr beklemmende Dokumentarfilm über die brutale Waffengewalt in New Orleans, zeigt die Vielschichtigkeit und Problematik der liberalen Waffenpolitik in den USA. In Interviews mit hauptsächlich schwarzen Jugendlichen oder Angehörigen der Mordopfer, wird die Hilflosigkeit und Ohnmacht der Betroffenen deutlich. Gleichzeitig zeigen sich Lösungsansätze durch stärkere Polizeipräsenz, sowie härtere Gesetze als kontraproduktiv, da diese die Perspektivlosigkeit und den Leidensdruck der schwarzen Jugendlichen verstärken. Als erfolgsversprechende Alternativen werden Jugendprogramme und -konzepte im Rahmen der Jugendhilfe, verbunden mit höheren Kosten für den Erwerb und Besitz von Waffen, angeboten. Am Rande kann auch unter medienbildnerischen Aspekten die US TV typische Art der Berichterstattung über Gewaltverbrechen besprochen werden. Der Film bietet sich aufgrund der Thematik und Sprache ausschließlich für die Kursstufe an. Englische Untertitel sind vorhanden. Das sehr umfangreiche Arbeitsmaterial ist didaktisch durchdacht und gut strukturiert, so dass es sofort im Unterricht verwendet werden kann. Die bedrückenden Szenen zu Beginn des Films sollten unbedingt im Vorfeld mit den Schülern thematisiert, oder je nach Gruppe, übersprungen werden. Auf der anderen Seite zeigen gerade diese mit schonungsloser Offenheit und Eindrücklichkeit die alltäglichen Erfahrungen mit Waffen in den USA.

 

Bildungsstandards 2004: GY: KS

Bildungsstandards 2016: Klassen 11/12

04.10.2017