Medienliste: Sterbehilfe

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Notausgang - Eine Dokumentation über Sterbehilfe

 ca. 107 min f DVD-Video D 2014

 

Im Januar 2014 starb das Ehepaar K. gemeinsam durch einen ärztlich unterstützten Suizid in der Schweiz. Der Film begleitet das Ehepaar in dieser selbstbestimmten Entscheidung bis in den Tod. Neben der Suizidbegleitung des Ehepaars K., zu der auch die helfende Ärztin Dr. Erika Preisig befragt wird, lässt der Film auch andere Sterbewillige mit schweren, chronischen lebensverkürzenden Erkrankungen zu Wort kommen. Im Interview beschreibt der Münchener Rechtsanwalt Wolfgang Putz die rechtliche Lage zur Sterbehilfe in Deutschland. Mehrere deutsche Sterbehelfer werden nach ihren Motivationen und Erfahrungen befragt. So versucht der Film den gesellschaftlichen und politischen Diskurs in Deutschland über Sterbehilfe und insbesondere den ärztlich assistierten Suizid über den Blickwinkel der tatsächlich Betroffenen, d. h. den hilfesuchenden, leidenden Patienten und den Sterbehelfern, zu unterstützen und Aufklärung hierüber zu leisten.

Zusatzmaterial: 9 Interviews (ca. 131 min).

 

Adressaten: A(10-13)

Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Das sehr umfangreiche Medium plädiert klar für den begleiteten Suizid und hebt dabei die Bedeutung eines selbstbestimmten, schmerzfreien und würdevollen Sterbens hervor. Das Ehepaar Kassler beeindruckt und irritiert gleichermaßen durch die große Rationalität, mit der es über die eigene Entscheidung spricht, und durch die Offenheit, mit der es den Zuschauer an der Vorbereitung des eigenen Sterbens und an der Durchführung des begleiteten Suizids selbst teilhaben lässt. Ob diese Szene für eine Schulklasse geeignet ist, muss die Lehrkraft selbst entscheiden. Bereichernd sind die Interviewsequenzen mit der Palliativmedizinerin und Sterbehelferin Dr. Erika Preisig, die sehr klar ihren Einstellungswandel reflektiert und die Situation der Sterbehilfe in der Schweiz darlegt. Das Bonus-Material beinhaltet die ungeschnittenen Einzelinterviews aus dem Hauptfilm sowie weitere Interviews. Die Dokumentation ist demzufolge trotz ihrer Einseitigkeit und ihrer Länge im Ethikunterricht ab Bildungsstandard 10 einsetzbar, da aufgrund der guten Kapiteleinteilung gezielt einzelne Interviewsequenzen als Diskussionsgrundlage, aber auch zur Vermittlung von Hintergrundinformationen (z.B. zur Finanzierung von Sterbehilfe) gezeigt werden können.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

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Schaltet mich ab! - Patientenverfügung im Ärztealltag

ca. 29 min f DVD-Video D 2010

 

Seit 2009 ist der niedergeschriebene letzte Wille in der Patientenverfügung rechtsgültig. Auch wenn Ärzte anders entscheiden wollten, sie müssen dem Patientenwillen folgen, sonst machen sie sich der Körperverletzung strafbar. Der Film begleitet die Ärzte in einem Krankenhaus: Was im neuen Gesetzestext einfach klingt, wird im Krankenhausalltag zum Dilemma, da viele Patientenverfügungen ungültig sind. Garantiert das neue Gesetz nun den Patientenwillen? Oder bringt es neue Konflikte in die Krankenzimmer?

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien (PDF); Arbeitsmaterial online abrufbar.

 

Adressaten: A(10-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Die gut gemachte Dokumentation zeigt aus ärztlicher Perspektive die Folgen der gesetzlichen Neuregelung bei der Patientenverfügung. Sie richtet sich aber vor allem an ein erwachsenes Publikum: Interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 können durchaus wichtige Informationen aus diesem Film gewinnen und die ethischen Fragestellungen erfassen, werden aber auch mit einer großen Emotionalität konfrontiert, weil sie sowohl das Leiden der Patienten als auch das Ringen um die richtige Entscheidung der Ärzte und Pfleger in der geriatrischen Abteilung miterleben. Das Material bietet eine detaillierte Filmübersicht mit Time-Code, Inhaltsangaben und ethisch-relevanten Aspekten. eher auf außerschulische Kontexte ausgerichtet.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

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Stand: 09.11.2015