Medienliste: Gewalt gegen Frauen

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Titel an allen Medienzentren verfügbar sind.


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Verlorene Ehre

ca. 44 min f DVD-Video D 2011

 

Am siebten Februar 2005 wurde die Deutsch-Kurdin Hatun Sürücü in Berlin in der Nähe ihrer Wohnung erschossen. In den Mord an der jungen Mutter waren drei ihrer Brüder verwickelt. Der jüngste von ihnen, gesteht später vor Gericht ein, seine Schwester umgebracht zu haben, um die "Ordnung“ der Familie wieder herzustellen. Die Reporter Matthias Deiß und Joachim Goll machen sich Jahre später auf eine Spurensuche, rekonstruieren Hatuns Leben, das traditionell muslimisch geprägte Umfeld in Berlin Kreuzberg, in dem sie und ihre Geschwister aufwuchsen. Die Dokumentation belegt: Das Leben, das die Familie Sürücü in Deutschland führte, hat mit Deutschland, wie wir es kennen, wenige Berührungspunkte. Es ist ein Leben nach konservierten traditionell patriarchalischen Regeln und Werten, ein Familienleben, in dem die Frauen nichts für sich entscheiden dürfen.

Zusatzmaterial: Das Leben ist wie ein Schwert (ca. 79 min); Musikclip "Köln, Kalk, Ehrenmord" (4:45 min). ROM-Teil: Infos zum Film und zu den Materialien; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 3 Themenblätter (PDF), 7 Infoblätter (PDF/Word); 7 Arbeitsblätter (PDF/Word); 10 Szenenbilder; Themen A-Z; Medientipps; Internet-Links.

Adressaten: A(9-13)

Fächer: Ethik, Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft; Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde

 

Didaktische Hinweise Ethik: Die Dokumentation kann im Unterricht der Oberstufe gewinnbringend zu verschiedenen Themen (z.B. Religion, Migration, Integration) eingesetzt werden, da sie sich auf sehr sensible und vielschichtige Weise der Problematik eines falschen Ehrverständnisses nähert und nach Erklärungen für seine Entstehung sucht. Dabei werden dem Ehrbegriff der Brüder das Freiheitsstreben von Hatun und ihrer Freundin gegenübergestellt, aber eben auch die Bewertungen der Bewohner des für westliche Begriffe "rückständigen" Heimatdorfes von Hatuns Eltern, die von einer Entwicklung und Veränderung des Ehrbegriffs sprechen. Bei einem Einsatz des Films in der Mittelstufe besteht allerdings die Gefahr, dass diese Ebene nicht erkannt wird und der Film eher als Bestätigung von Vorurteilen rezipiert wird. Die Arbeitsmaterialen bieten sehr gute und komplexe vertiefende Informationen zu Themen wie Islam und Sharia, Werte, Parallelgesellschaften etc. sowie Arbeitsblätter , die allerdings eher für die Mittelstufe konzipert sind.

Bildungsstandards: GY: KS

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde: Der Film geht sensibel mit diesem gesellschaftspolitisch brisanten Thema um, indem er die Ursachen für den Ehrenmord nicht in erster Linie in einer fremden Kultur begründet sieht, sondern in den gesellschaftlichen Verwerfungen, die eine schlecht gelungene Integration mit sich bringt. Auch wird anhand dieses Beispiels deutlich, dass Ehrenmorde nicht typisch sind für den Islam an sich, denn es gibt in diesem Film viele Äußerungen von türkischer Seite, in denen die Abscheu vor dieser Tat sehr deutlich wird. Allerdings werden viele dieser Zusammenhänge erst deutlich, wenn der Film in Gänze gezeigt wird, auch wenn dies Ansprüche an das Durchhaltevermögen der Schüler stellt. Damit kein falsches Bild bei den Jugendlichen zurückbleibt, ist es nicht ratsam, den Film als Einstieg in eine Unterrichtseinheit zu wählen. Vielmehr sollten die Schüler durch eine vorab erfolgte gute Kontextuierung des Zusammenhangs durch die Lehrkraft entsprechend auf die Problematik des Films vorbereitet werden. Auch das sehr gute Arbeitsmaterial trägt zu einer differenzierten Betrachtung des Themas bei.

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9, BS10; GY: BS10

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Brennpunkt: Beschneidung

ca. 55 min f DVD-Video D 2012

 

Seit vielen Jahren betreut die Berliner Gynäkologin Dr. Sabine Müller beschnittene Frauen. Basierend auf ihren Erfahrungen zeigt die Dokumentation die seelischen und körperlichen Nöte, mit denen diese Frauen leben müssen. Afrikanische Frauen in Deutschland kommen ebenso zu Wort wie eine alte Beschneiderin im äthiopischen Busch. Der Film ist eingebettet in die Bilder nigerianischer Künstler, die gegen die Beschneidung anmalen, und Strophen eines Anti-Beschneidungsliedes der berühmten somalischen Sängerin Hibo Mohammed Nuur. Vorbesichtigung durch die Lehrkraft empfohlen. Zusatzmaterial CD-ROM: Historie der Beschneidung; Begriffsdefinition; medizinische und rechtliche Situation; allgemeine Gesetzeslage; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Internet-Links; Medientipps; Filmtext; Unterrichtsmappe mit Hintergrundartikel, Berichte Betroffener, Comic und Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 3 Initiativen Flyer von Terre Des Femmes.Unterrichtsmappe mit Hintergrundartikel, Berichte Betroffener, Comic und Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 3 Initiativen Flyer von Terre Des Femmes.

 

Adressaten: A(10-13)

Fächer: Ethik, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft

 

Didaktische Hinweise Ethik, Katholische Religionslehre: Der Dokumentarfilm liegt unter dem Titel "Hibos Lied“ (4656130) und in verkürzter Fassung unter dem Titel "Narben, die keiner sieht“ (4664445) bereits vor. Neu ist die umfassende und sehr informative Material-CD-ROM. Die drastische Darstellung der Praxis der Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen löst beim Zuschauer tiefe Betroffenheit und Wut aus. In den Gesprächen und Interviews mit der Sängerin Hibo und der Gynäkologin wird zweierlei sehr deutlich: Zum einen, dass es keinerlei nachvollziehbare Rechtfertigung für diese Praxis gibt, auch keine religiöse, zum anderen die begrenzte Wirkkraft der Universalität der Menschenrechte. Vor diesem Hintergrund erscheint es absolut unverständlich, dass im deutschen Asylrecht Genitalverstümmelung nicht als Asylgrund anerkannt ist. Dieses Medium kann in der Kursstufe eingesetzt werden (dringend empfohlene Vorabsichtung durch die Lehrkraft), da es die Schüler nicht in der Emotionalität zurücklässt, sondern gleichzeitig viele Informationen liefert, die für die komplexe Problemlage der traditionellen Gesellschaften sensibilisieren und unsere politische Verantwortung betonen. 

 

Bildungsstandards: Ethk: GY: KS

Bildungsstandards: Katholische Religionslehre: GY: KS

 

Didaktische Hinweise Evangelische Religionslehre:  Der gut gemachte Dokumentarfilm lässt nichts aus und nennt alles beim Namen. Dabei bleibt die komplexe Problemlage der traditionellen Gesellschaften, in denen die empörende und leidvolle Praxis der Mädchenbeschneidung anzutreffen ist, immer im Blick. Der Bezug zu Asylrechtsgründen und ausführlich und dankenswerterweise sehr offen zu Wort kommende Frauen hierzulande machen deutlich, was wir in Deutschland mit dem Thema zu tun haben und was die universelle Geltung von Menschenrechten konkret heißt. Emotional impressiv wird mit dem Songtitel "Hibos Lied" das Bekenntnis gegen die Beschneidung immer wieder transportiert. Auch über Geschlechterrollen lässt sich am Beispiel des hier in Deutschland lebenden afrikanischen Paares gut nachdenken. Die Frauenärztin, die man im Beratungsgespräch anlässlich einer Rückoperation erleben kann, trägt viel zur sachlichen Aufklärung bei. Dass Religion, sowohl christliche wie auch muslimische, keine stichhaltige Rechtfertigung für die Mädchenbeschneidung abgeben kann, wird spätestens bei nur noch haarsträubend ungebildet zu nennenden Interviewantworten einer standesbewussten alten Dorfbeschneiderin klar, die ihre Würde mit ihrem rostigen "Arbeitsgerät" unterstreicht. Der Lehrkraft wird eine Vorabsichtung empfohlen, damit sie einschätzen kann, ob ihre Lerngruppe die manchmal sehr drastischen und emotional intensiven Szenen ertragen kann.

 

Bildungsstandards: GY: KS

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde: Der Film stellt auf teilweise schockierende Weise das Problem der Beschneidung von Mädchen und die daraus resultierenden Leiden der betroffenen Frauen dar. Er macht deutlich, dass der Beschneidung eine rationale Begründung fehlt. Als Grund wird fast immer Tradition, gelegentlich auch Religion angegeben, gegen die sich einzelne kaum durchsetzen können, besonders wenn sie auf die Gemeinschaft angewiesen sind.

Wie der andere Film der Autorinnen "Iss Zucker und sprich süß" nimmt auch dieser Film Bezug auf Menschenrechtsverletzungen, die geschlechtsspezifisch sind und bisher wenig thematisiert werden. Die das Problem kommentierende Gynäkologin Dr. Sabine Müller plädiert an einer Stelle des Films sogar dafür, eine drohende Beschneidung als "akute Bedrohung" beim Asylverfahren zu werten.

Da der Film schockieren kann, sollte die Lehrkraft ihn vorher gesehen haben, um zu entscheiden, ob er für die jeweilige Klasse geeignet ist.                                 

Die umfangreichen Zusatzmaterialien liefern wichtige Hintergrundinformationen und gute Unterrichtsvorschläge, auch zu angrenzenden Themen wie (westliches) Schönheitsideal oder Frauenbewegung.

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS10; RS: BS10; GY: BS10, KS

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Brennpunkt: Ehrverbrechen; Zwangsheirat und andere Gewalttaten im Namen der sogenannten Familienehre

ca. 71 min f DVD-Video D 2012

 

ISS ZUCKER UND SPRICH SÜSS (ca. 55 min): Sie sind in Deutschland geboren oder hier aufgewachsen. Doch wen sie heiraten, bestimmen ihre Eltern. Viele Immigrantenfamilien halten auch nach jahrzehntelangem Leben in Deutschland an den Traditionen ihrer Heimat fest und pflegen dabei einen Werte-Konservativismus, der sich mitunter sogar im Herkunftsland schon überholt hat. Die Lebensgeschichten von Sultana aus Pakistan, Saniye, die nach Deutschland verheiratet wurde, Ayse, die ihre Tochter sechzehnjährig verheiratete, obwohl sie doch selbst unter ihrer eigenen Zwangsheirat litt, und die Autorin und Aktivistin Fatma Bläser zeigen, welch zerstörerische Folgen erzwungene Heiraten haben können. (Deutschland 2006; Regie: Renate Bernhard)

 

HEROES: JUGENDLICHE GEGEN EHRVERBRECHEN (ca. 15 min): Ein Film über sechs junge Männer zwischen 18 bis 20 Jahre alt mit türkisch-kurdischen Wurzeln, die sich im Projekt "HEROES“ in Berlin-Neukölln gegen die Unterdrückung von Frauen und Mädchen im Namen der Ehre und für die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern engagieren. In lockerer Diskussion mit ihren Eltern und Verwandten, sowie in einer Talkrunde mit der Bundesintegrationsbeauftragten Maria Böhmer sowie der Frauenrechtsaktivistin Fatma Bläser schälen sich die unterschiedlichen Facetten von Zwangsheirat und Ehrenmorden heraus, vor allem aber auch das Plädoyer der Jugendlichen für ein respektvolles Miteinanderleben der Geschlechter und Kulturen.

Zusatzmaterial: Lehrerarbeitshilfe; Unterrichtsmappe "Zwangsheirat" mit Hintergrundinformationen.

 

Adressaten: A(8-13)

Fächer: Ethik, Katholische Religionslehre, Evangelische Religionslehre, FächerverbundWelt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde

 

Didaktische Hinweise Ethik, Katholische Religionslehre: Das Medienpaket besteht aus der Dokumentation "Iss Zucker und sprich süß“, die bereits als DVD begutachtet vorliegt (4656046 und 4665504), der Kurzdokumentation "Heroes“ sowie einem ausführlichen Materialteil und einer zusätzlichen Unterrichtsmappe "Zwangsheirat“ von Terre de femmes, die beide sehr umfangreich, aber für eine Vertiefung und Nachbereitung hilfreich sind. Die in der Kurzdoku Heroes interviewten Jugendlichen sind in ihrer Begeisterung für ihr Projekt und in ihrem Aufklärungswillen überzeugende Botschafter, die darauf hoffen, sowohl in ihrem eigenen kulturellen Kontext Veränderung zu erreichen als auch unsere Vorurteile aufzubrechen.                        

 

Bildungsstandards: Ethik: RS: BS10; GY: BS10, KS

Bildungsstandards: Katholische Religionslehre: HS/WRS: BS9; RS: BS10; GY: BS10, KS

 

Didaktische Hinweise Evangelische Religionslehre: Betroffene Frauen, die in Deutschland leben, berichten ausführlich über Erfahrungen und Einblicke in Wertetraditionen, mit denen sie in ihren Familien groß geworden sind: Familienehre, angebahnte/vorbestimmte Eheschließung, geschlechtsspezifisches Rollenverständnis. Ihre unmissverständlichen Aussagen, dass sie darunter gelitten haben bzw. immer noch leiden, und der ihre Partei ergreifende Kommentar fordern dazu auf, sich ein eigenes Urteil zu bilden und dabei den religiösen Kontext zu prüfen.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, KS

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde,  Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde: Fatma Bläser, die Autorin von "Hennamond", führt in den Film ein und ihre persönlich gefärbten Kommentare zwingen den deutschen Zuschauer, beim Thema "Zwangsheirat" nicht wegzuschauen, sondern zu urteilen. Auch die Schilderungen anderer in Deutschland lebender Migrantinnen machen die Brutalität dieser konservativen muslimischen Tradition deutlich und schockieren durch die Direktheit ihrer Aussage. Indem diese Frauen Einblicke in ihre eigene Zwangslage gewähren, werden die Beweggründe deutlich, die in einer patriarchalisch geprägten Familie dazu führen können, solche Zwangsheiraten zu decken: hier der von den Eltern herrührende Wunsch nach kultureller Rückbesinnung und Sicherheit, dort die Angst vor Vergewaltigung und Sühnemord. Dass die genannten religiösen Gründe dabei meist nur vorgeschoben sind, wird ebenfalls deutlich.

Das mehrdimensionale Medienpaket ergänzt die Vorzüge des Hauptfilms um eine Dokumentation des türkisch-kurdischen Projektes "Heroes“. Das Ziel des Projektes, durch pädagogische Aufklärung die Ursachen für Ehrenmorde und Zwangsheirat zu beseitigen, entspricht auch dem Anliegen des Hauptfilms. Für den Einsatz im Unterricht kommt diesem Projekt und dessen Einbeziehung in die Unterrichtsmaterialien aber eine gewisse Bedeutung zu, da er aufzeigt, dass die Probleme auch innerhalb der türkischen Gemeinschaft kontrovers diskutiert werden. Der mögliche Vorwurf der kulturellen Überheblichkeit, wie ihn eine Kritik aus ausschließlich deutscher Perspektive provozieren kann, wird somit entkräftet.  

Das Zusatzmaterial liefert gute Unterrichtsvorschläge und Zusatzinformationen.          

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9; RS: BS10; GY: BS10, KS

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Missbraucht

ca. 45 min f DVD-Video D 2012

 

Conny verliebt sich Hals über Kopf in die 15-jährige Tochter seines Fahrschullehrers. Er lädt die zurückhaltende Selina zum Eis und anschließend auf seine Geburtstagsparty ein. Als sie tatsächlich erscheint, geht sein Herz auf. Auch Selina scheint seine Gefühle zu erwidern. Nur rennt sie immer angsterfüllt weg, wenn er versucht, sich ihr zu nähern. Conny ist verunsichert. Macht er etwas falsch? Oder ist er doch nicht ihr Typ? Im Gespräch mit Kommissar Meininger kommt der Verdacht auf, Selina könne sexuell missbraucht werden. Tatsächlich deckt Conny ein düsteres Familiengeheimnis auf und will Selina aus ihrer Notsituation befreien. Doch sie fühlt sich von ihm verraten und wendet sich ab. Wird Selina jemals den Mut finden, ihrem Peiniger zu entfliehen?  

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien (PDF).

 

Adressaten: A(8-9)

Fächer: Ethik, Katholische Religionslehre, Evangelische Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Ethik, Katholische Religionslehre: Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das Thema Missbrauch in einer normalen Unterrichtssituation so behandelt werden kann, dass Schülerinnen und Schüler mit Missbrauchserfahrungen aufgefangen werden. Zweifelsohne ist es sehr wichtig, Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass dieses Thema kein Tabu ist, dass Isolation und Sprachlosigkeit durchbrochen werden können und Betroffenen Hilfsangebote zur Verfügung stehen. In einem solchen präventiv-aufklärenden Kontext kann der Film in Klasse 8 und evtl. noch Klasse 9 eingesetzt werden. Aufgrund seiner Machart (er gehört zur KIKA-Reihe Krimi.de) ist er in Klasse 10 jedoch nicht mehr einsetzbar. Die Arbeitshilfe bietet keine konkreten Unterrichtsmaterialien, sondern wenige grundlegende Fragestellungen sowie weiterführende Links.

 

Bildungsstandards: Ethik: RS: BS10; GY: BS8, BS10

Bildungsstandards: Katholische Religionslehre: SO: HS; HS/WRS: BS9; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10

 

Didaktische Hinweise Evangelische Religionslehre: Der Kinder-Krimi kann für die Zielgruppe in Ansätzen anschaulich nachvollziehbar machen, was Missbrauchserfahrungen seelisch anrichten und welche Störungen sie im Erleben und Verhalten bei jugendlichen Opfern auslösen können. Die verzwickte Lage für Abhängige im Sozialsystem Familie, bei der schnelle Lösungen keineswegs auf der Hand liegen, wird am Beispiel des Missbrauchs durch den eigenen Bruder verständlich gemacht. Am Ende wird das Zielpublikum in Ansätzen selbst einbeziehbar bei der ethischen Abwägung der Handlungsoptionen für das Opfer, die eine Wahl unter den Normen, die im Spiel sind, mit sich bringt. Der Hinweis auf Unterstützungsangebote und wie sie funktionieren darf auf keinen Fall fehlen, dies wird mitsamt der nötigen Aufklärung über rechtliche Rahmenbedingungen (Beweise für eine Anzeige, Rolle von Beratungsstellen) gut in Szene gesetzt. Die jugendliche Art der "Beweissicherung" durch das vom Täter unbemerkte Handyfilmen sollte thematisiert werden, worauf das Begleitheft hinweist (es wartet zwar nicht mit Arbeitsblättern, aber mit geeigneten Methoden aus der Jugend(sozial)arbeit auf). Die Lehrkraft wird sich allerdings vorher überlegen müssen, ob sie mit diesem Spielfilmangebot bei der Lerngruppe nicht evtl. eigene Missbrauchserfahrungen aufrührt. Ob es gelingen kann, das dann in einem Fach mit zwei Wochenstunden aufzuarbeiten, muss bezweifelt werden. Die vorgeschlagene Zielgruppe ab 14 Jahren ist angesichts der Machart des Films zu hoch gegriffen, andererseits ist eine Behandlung des Themas ab 12 Jahren unter den genannten schulischen Bedingungen noch schwieriger.

 

Bildungsstandards:  SO: HS; HS/WRS: BS6, RS: BS6; GY: BS6

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Iss Zucker und sprich süß

ca. 55 min f DVD-Video D 2006

 

Sie sind in Deutschland geboren oder hier aufgewachsen. Doch wen sie heiraten, bestimmen ihre Eltern. Viele Immigrantenfamilien halten auch nach jahrzehntelangem Leben in Deutschland an den Traditionen ihrer Heimat fest und pflegen dabei einen Werte-Konservativismus, der sich mitunter sogar im Herkunftsland schon überholt hat. Die Lebensgeschichten von Sultana aus Pakistan, Saniye, die nach Deutschland verheiratet wurde, Ayse, die ihre Tochter sechzehnjährig verheiratete, obwohl sie doch selbst unter ihrer eigenen Zwangsheirat litt, und der Autorin und Aktivistin Fatma Bläser zeigen, welch zerstörerische Folgen erzwungene Heiraten haben können.

 

Adressaten: A(8-13)

Fächer: Ethik, Evangelische Religionslehre, Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde

 

Didaktische Hinweise Ethik: Die Dokumentation überzeugt durch die repräsentative Auswahl der Frauenschicksale und ist von hoher Authentizität, weil sie die betroffenen Frauen selbst ausführlich zu Wort kommen lässt. Das Ausmaß des durch Zwangsverheiratung verursachten Leides wird überaus deutlich. Fatma Bläser, die Verfasserin des dem Thema Zwangsheirat gewidmeten Buches "Henna-Mond", verbindet mit ihren Kommentaren die einzelnen Schicksale zu einem eindrucksvollen Überblick über ein bedrückendes Kapitel kultureller Disparität in Deutschland. 

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

 

Didaktische Hinweise Evangelische Religionslehre: Betroffene Frauen, die in Deutschland leben, berichten ausführlich über Erfahrungen und Einblicke in Wertetraditionen, mit denen sie in ihren Familien groß geworden sind: Familienehre, angebahnte/vorbestimmte Eheschließung, geschlechtsspezifisches Rollenverständnis. Ihre unmissverständlichen Aussagen, dass sie darunter gelitten haben bzw. immer noch leiden, und der ihre Partei ergreifende Kommentar fordern dazu auf, sich ein eigenes Urteil zu bilden und dabei den religiösen Kontext zu prüfen.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, KS

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie - Wirtschaft – Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde: Fatma Bläser, die Autorin von "Hennamond", führt in den Film ein und ihre persönlich gefärbten Kommentare zwingen den deutschen Zuschauer, beim Thema "Zwangsheirat" nicht wegzuschauen, sondern zu urteilen. Auch die Schilderungen anderer in Deutschland lebender Immigrantinnen machen die Brutalität dieser konservativen muslimischen Tradition deutlich und schockieren durch die Direktheit ihrer Aussage: Mord an der eigenen Tochter oder Schwester gilt als legitimes Mittel in Fällen, da sich das Mädchen die Freiheit nahm, nach westeuropäischen Werten zu leben und einen eigenen Lebensweg zu wählen. Indem diese Frauen Einblick in ihre eigene Zwangslage gewähren ? hier der von den Eltern herrührende Wunsch nach kultureller Rückbesinnung und Sicherheit, dort die Angst vor Vergewaltigung und Sühnemord ? wird es auch möglich, dieses Thema in einer multikulturellen Klasse zu diskutieren, ohne Angst vor dem Vorwurf der nationalen oder gar rassistischen Überheblichkeit. Denkbar und wünschenswert wäre ein fächerübergreifender Themenblock "Islam“, beispielsweise mit Religion oder Deutsch ("Hennamond“). 

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9; RS: BS8; GY: BS10, KS

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Sexualisierte Gewalt Nr. 2

ca. 95 min f DVD-Video D 2007

 

Acht Kurzfilme handeln von sexualisierter Gewalt im Alltag: Genug!; Auf keinen Fall schweigen!; Wenn Angst und Selbstwertgefühl sich streiten; Jeden Tag...; Identität: unbekannt; Du bist nicht allein; Wenn Liebe zum Wahn wird. Stalking und seine Folgen; Waldesruh.

 

Adressaten: A(8-9)

 

Fächer: Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft

 

Didaktische Hinweise: Der Film gliedert sich in mehrere Kurzfilme und eignet sich dadurch gut für eine differenzierte Analyse zum Themenbereich "Sexualität und Gewalt“. Dieser Titel scheint hilfreicher als der Originaltitel, da er die Frage nach dem Grenzübertritt von positiv empfundener Sexualität zu sexueller Gewalt und Belästigung aufwirft. Beispielsweise kann man in einer Einzelgruppe untersuchen lassen, wann Stalking beginnt und was es von einer positiv empfundenen Verehrung unterscheidet. Ausgehend davon kann man verschiedene Verhaltens- und Abwehrstrategien entwickeln lassen, die frühzeitig Grenzüberschreitungen verhindern helfen sollen. Die gleiche Vorgehensweise bietet sich auch bei Themen wie Internetchat oder Vergewaltigung an. Natürlich kann man auch einzelne Filme gesondert behandeln, beispielsweise bei aktuell auftretenden Problemen in der Klasse.

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9

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Stand: 10.11.2014