Medienliste: Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (Sek. I)

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Transpapa

ca. 93 min f DVD-Video D 2012

 

Nach Jahren der Abwesenheit tritt Marens transsexueller Vater, der sich immer noch in seine weibliche Identität hineinlebt, wieder in ihr Leben. Sie gerät darüber in Nöte, weil der Selbstentwurf des Vaters weder mit ihren männlichen noch den weiblichen Rollenvorstellungen kompatibel ist.

Zusatzmaterial: Audiokommentar der Regisseurin/Autorin.

 

Adressaten: A(9-13)

Fächer: Deutsch, Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Deutsch: Das Medium ist für den Einsatz im Deutschunterricht der Sekundarstufe geeignet. Ohne die üblichen, in der Gesellschaft vorherrschenden Klischees zu bedienen, nähert sich der Film auf behutsame und subtile Weise dem Thema Transsexualität. Hervorragende schauspielerische Leistungen sowie die sensible Kameraführung mit dem Fokus auf feinste Gefühlsregungen gewähren Einblicke in eine außergewöhnliche Eltern-Kind-Beziehung. Dabei lässt die Produktion dem Zuschauer genug Zeit und gedanklichen Freiraum, um sich mit den Denk- und Handlungsweisen der Protagonisten auseinanderzusetzen. In Folge dessen ist der Zuschauer durchgehend gefordert, seine eigenen Einstellungen zu dieser Thematik kritisch zu hinterfragen. Dies bietet gegebenenfalls Schreib- und Gesprächsanlässe für den Unterricht.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10

 

Didaktische Hinweise Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre: Der mehrfach preisgekrönte Spielfilm besticht durch hervorragende schauspielerische Leistungen, überlegte Regie und ist atmosphärisch stimmig. Aus der Perspektive der jugendlichen Hauptdarstellerin thematisiert er durchweg eine Situation der Überforderung, die durch eigene pubertäre Entwicklung noch gesteigert wird. Wiewohl die Botschaft gut zur Leitperspektive "Akzeptanz von sexueller Vielfalt" des zukünftigen Bildungsplans passt und man einen guten Einblick in die häufig unbekannten Befindlichkeiten transsexuell orientierter Menschen erhält, sollte sich die Lehrkraft überlegen, ob sie die filmisch geschilderte Überforderung nicht einfach für ihre Schülerinnen und Schüler verdoppelt. Zumal die Handlung beinahe ausschließlich im privaten Familienumfeld spielt - angesichts verfassungsmäßig festgeschriebener Bildungsmitverantwortung der Elternhäuser könnte das durchaus als übergriffig angesehen werden. In dem Film wird ziemlich viel geraucht, Alkohol getrunken, bisweilen gekifft und ohne Führerschein Auto gefahren - sicher jugendnah, aber filmdramaturgisch verzichtbar und nicht immer mit der nötigen Distanz der Erwachsenen als Erziehungsvorbilder dargestellt.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/ERS: BS10; RS: BS10; GY: BS10, KS

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Liebe ist Liebe

ca. 25 min f DVD-Video D 2014

 

Die beiden jungen Frauen, Sabrina und Mayan, sind seit zwei Jahren ein Paar. Jetzt ziehen sie in eine gemeinsame Wohnung. Jacob und Florian sind ebenfalls bereits eine Weile zusammen. Jacob wusste schon immer, dass er schwul ist, Florian hingegen hat sich zum ersten Mal in einen Mann verliebt. Die fünfzehnjährige Larissa weiß seit einiger Zeit, dass sie lesbisch ist. Eltern und Freunde unterstützen sie. Der flott gestaltetet und dabei sehr berührende Dokumentarfilm zeigt die fünf Protagonisten in ihrer Lebenswirklichkeit. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, von schlimmen und guten Begegnungen, von Wertvorstellungen und davon, dass Liebe einfach Liebe ist.

Zusatzmaterial: Interviews; Informationen; Bilder; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Links.

 

Adressaten: A(9-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Evang. Religionslehre : Die dreigeteilte Dokumentation kann angesichts des unterschiedlichen Lebensalters der Protagonisten auch schon am Ende von Sekundarstufe I Angebote machen. Ein positives Grundgefühl gegenseitigen Annehmens entspricht der Intention des Evangeliums, deshalb hat der Film im evangelischen Religionsunterricht seinen Platz. Die Probleme des Comingout, einschneidende Lebenserfahrungen mangelnder Akzeptanz und Ausgrenzung werden berechtigterweise nicht verschwiegen. Das sorgfältig gearbeitete Zusatzmaterial überzeugt durch seine überlegte Auswahl, der Anbieter packt seinem Profil gemäß auch die schwierige Thematik Kirche und Homosexualität überzeugend positionell an.

 

Bildungsstandards: RS: BS10, GY: BS10, KS

 

Didaktische Hinweise Ethik, Kath. Religionslehre: Die Dokumentation eignet sich sehr gut für den Einsatz im Unterricht ab Bildungsstandard 10 zum Thema "sexuelle Vielfalt“. Die drei Beispiele überzeugen, da sie sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler sind und vor allem auch die Problematik eines Coming Outs in der Schule thematisieren. Dabei werden die Schwierigkeiten der Akzeptanz und das Erleben von Diskriminierung rückblickend u.a. in einem Comic dargestellt. Besonders wichtig und eindrucksvoll ist aber, dass der Zuschauer die homosexuellen Jugendlichen jetzt in einem Umfeld der Akzeptanz erlebt: Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und Klassenkameraden stützen sie in ihrer (sexuellen) Identität, in ihren Beziehungen und in ihrer Suche nach Liebe und Glück. Der sehr umfangreiche Materialteil bietet viele zusätzliche Texte und Artikel mit einem Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit den biblischen und kirchlichen Positionen.

 

Bildungsstandards: RS: BS10, GY: BS10, KS

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Rainbow-Filme 2012

ca. 94 min f DVD-Video D 2012

 

Die enthaltenen Filme tragen dazu bei, Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihre eigene Haltung zur Sexualität zu verstehen, sie zu sensibilisieren gegenüber denen, die eine andere Haltung haben, und die Vielfalt sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität zu respektieren.

Zusatzmaterial: Unterrichtsmaterialien; Übungen. Printmaterial: Begleitheft, 31 S.

 

Adressaten: A(7-10)

Fächer: Ethik

 

Didaktische Hinweise: Die DVD vereint 9 Kurzfilme aus den Jahren 2001 bis 2010, die sich alle mit den Themen Geschlechterrolle, Stereotype, Homophobie und Recht auf sexuelle Identität befassen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern und sind deshalb oft untertitelt. Das Begleitheft ordnet die Einzelfilme unterschiedlichen Altersgruppen (von 6 bis 15+) zu, gibt kurze Inhaltsangaben und benennt die Hauptthemen. Die sehr detaillierten Unterrichtsvorschläge sind auf der Homepage der Rainbow-Initiative zu finden, auf die man über die Rom-Ebene geführt wird.

 

Bob: Der Animationsfilm liegt bereits als empfohlenes Einzelmedium unter der Mediennummer 4665379 vor.

 

Dannys Parade: Die Kurzdokumentation portraitiert einen beeindruckenden Jugendlichen, der mit großer Offenheit, Selbstvertrauen und Mut für die Akzeptanz von homosexuellen Jugendlichen kämpft. Positiv wirkt hierbei auch die unterstützende Haltung der Eltern und der Schwester. Schwierigkeit: Der Film lebt fast ausschließlich von Interviews in der Originalsprache Niederländisch, die Schülerinnen und Schüler müssen sich also auf die Untertitelung einstellen.

 

Von Lucas zu Luus: In beeindruckend offenen, unkomplizierten Interviews sprechen Luus und ihre Klassenkameraden und Freundinnen davon, wie es für sie ist, wenn aus einem Jungen ein Mädchen wird, und wie wichtig es ist, so sein zu dürfen, wie man sich im Innersten fühlt. Die Kurzdokumentation ist aufgrund des Alters der Kinder eigentlich nicht mehr für die Bildungsstandards 8 einsetzbar. (Schwierigkeit auch hier: Interviews auf Niederländisch mit Untertitelung)

 

Mobile: Der Animationsfilm kann als Impulsmedium zum Thema Freundschaft und Liebe eingesetzt werden, ist allerdings vor allem für die Primarstufe geeignet.

 

Stock und Stein: In vielfältigen Interviews sprechen kanadische Kinder über das Leben in einer Regenbogenfamilie: Sie erzählen von Ausgrenzung, aber auch von Akzeptanz. Auch hier beeindruckt vor allem die Offenheit und Klarheit der Kinder, die sehr überzeugend benennen, woran es unserer Gesellschaft mangelt. Auch dieser Film ist eher für Klasse 5 und 6 geeignet, kann aber in Klasse 7 zum Thema "Ich und die anderen“ eingesetzt werden. Schwierigkeit: Die Interviews aus dem Jahr 2001 (!) sind in der Originalsprache Englisch mit Untertitelung)

 

Papas Junge: Der Zeichentrickfilm ist ausschließlich für die Primarstufe geeignet.

 

Das Eselsmädchen: Der Kurzspielfilm erzählt in poetisch-exotischen Bildern von der zart aufblühenden Liebe zwischen zwei Mädchen. Einsetzbar in Klasse 7 zum Thema "Ich und die anderen", allerdings eher in Mädchengruppen.

 

Haie fangen: Der sehr intensive Kurzspielfilm, der mit wenig Sprache auskommt, so dass die Untertitelung kein Problem darstellt, kann sehr gut zu den Themen Mobbing und Gewalt, aber auch Identität und Werte eingesetzt werden.

 

Omar: Ein sehr guter Kurzspielfilm, der das Thema Homosexualität und Coming-Out vielschichtig darstellt und durch sehr gute Schauspieler überzeugt. Geeignet für Bildungsstandard 10. Leider behindert hier die untertitelte Originalfassung das Verständnis stark, da die Jugendlichen zum einen sehr schnellen Slang sprechen und zum anderen die lyrischen Texte von Omar und Arthur eine zentrale Rolle einnehmen. Beides ist durch die Untertitel nur zum Teil transportier- und verstehbar.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, 10

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Weder Mann noch Frau

ca. 29 min f DVD-Video CH 2011

 

Früher nannte man sie Zwitter oder Hermaphroditen: Menschen, die mit uneindeutigem Geschlecht zur Welt kamen. Eines von 2000 bis 5000 Kindern ist intersexuell, hat also Merkmale beider Geschlechter. Lange Zeit wurden diese Kinder gleich nach der Geburt durch eine Operation zu Mädchen oder Jungen gemacht. Heute weiß man, dass dies verheerende Folgen haben kann. Betroffene fordern ein Verbot von kosmetischen Geschlechtsoperationen an Kindern, und Ärzte suchen neue Wege in der Therapie. Eine Mutter, ein Vater und eine erwachsene Zwischengeschlechtliche erzählen von persönlichen Erfahrungen.

 

Adressaten: A(9-13)

Fächer: Ethik

 

Didaktische Hinweise: Die beeindruckende Dokumentation rückt einen Aspekt der Identitätsfindung ins Blickfeld, der für Schülerinnen und Schüler eher ungewohnt sein dürfte: die sexuelle Identitätsfindung von Intersexuellen. Daraus ergeben sich viele Anknüpfungspunkte für Gespräche über Zuweisung von Geschlechterrollen, Selbstbestimmung, Selbstbewusstsein und Selbstfindung sowie Grenzen und Verantwortung der Medizin. Der Film kombiniert mehrere sehr dichte Interviews mit verschiedenen Experten und Betroffenen, bleibt aber insgesamt eher bildarm. Die hohe Informationsfülle könnte den Einsatz im Unterricht in der Mittelstufe eher erschweren.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

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Flamingo Pride

ca. 6 min f DVD-Video D 2011

 

Eine bunte Meute Flamingos genießt den wilden Party-Urlaub am Strand. Nur ein Flamingo nicht, denn er hat sich gerade in eine wunderschöne Storch-Dame verliebt. Aber wie soll er ihr nahe kommen, ohne dass er gleich von allen, einschließlich der Angebeteten, ausgelacht wird?

Zusatzmaterial: Kurzcharakteristik; Die "fabelhafte" Welt der Homos und Heteros; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Internet-Links; 5 Arbeitsblätter.

 

Adressaten: A(11-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Der attraktiv und witzig gemachte Animations-Kurzfilm läuft Gefahr, Klischees über hetero- wie auch homosexuelle Lebensformen zu verstärken. Auch das Ende des Films führt aus diesen Klischees nicht heraus. Deshalb kann sein Einsatz nur für die Kursstufe empfohlen werden, wo die erforderliche distanzierende Reflexionsfähigkeit vorausgesetzt werden kann. Für die Weitergabe eines christlich orientierten Leitbildes verantworteter familialer Lebensformen kommt erschwerend hinzu, dass diese im Film als repressiv, oder im besten Falle als langweilig dargestellt werden - viel Arbeit für die Religionslehrkraft, die darin mit dem Begleitmaterial (PDF) nicht besonders ausgeprägt unterstützt wird.

 

Bildungsstandards: GY: KS

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Leiden-Schaft

ca. 61 min f DVD-Video D 2011

 

DER TRAINER (OmU)(ca. 33 min): Der Film beschreibt die Geschichte des 14-jährigen Handballtalentes Niels. Niels und sein Trainer haben ein ganz besonderes Verhältnis zueinander. Doch unter der Decke des so kameradschaftlichen Umgangs verbirgt sich eine andere, gefährliche Art der Beziehung, denn der Trainer hegt zunehmend erkennbar auch ein sexuelles Interesse an dem Jungen. (Dänemark 2009; Regie: Lars Kristian Mikkelsen).

 

JAMES (OmU) (ca. 17 min): In dem Kurzfilm stehen die Gefühle und die Sexualität des 13-jährigen Schülers James im Mittelpunkt. Sowohl in der Schule wie auch zu Hause fühlt er sich als Außenseiter. Sein Lehrer scheint der einzige zu sein, der ihn versteht. Als der Junge ihm seine innersten Gefühle offenbart, reagiert der Lehrer jedoch ganz anders als James sich dieses erhofft hat. (Großbritannien 2008; Regie: Connor Clements).

 

NACH KLARA (ca. 14 min): Ein junger Mann sucht nach sexueller Orientierung und erlebt dadurch das Gefühl des Begehrtwerdens. Der Film zeigt Momentaufnahmen aus dem Leben dieses jungen Mannes, der nach sexueller Orientierung sucht und sich doch nur dem flüchtigen Augenblick hingeben kann. (Deutschland 2010; Regie: Stefan Butzmühlen). Vorbesichtigung empfohlen!

Zusatzmaterial: Thematische zusammengestellte Filmausschnitte mit Texttafeln. ROM-Teil: Infos zu den Filmen und Materialien; Didaktisch-methodische Tipps; Making of; 8 Infoblätter; 3 Textblätter; 15 Arbeitsblätter; Medientipps; Internet-Links.

 

Adressaten: A(9-10)

Fächer: Ethik

 

Didaktische Hinweise: Von den drei Kurzfilmen könnten die beiden Filme "Der Trainer" und "James" im Ethikunterricht zum Thema Sexualität eingesetzt werden: "Der Trainer" zum Thema sexueller Missbrauch, "James" zum Thema Homosexualität / Coming-Out. Der Kurzfilm "Nach Klara" kommt für den Ethikunterricht nicht in Frage. Allerdings bedarf der Einsatz beider Filme sowohl aufgrund der Brisanz und der Emotionalität ihrer jeweiligen Thematik als auch aufgrund des hohen Identifikationspotentials (v.a. bei "Der Trainer") unbedingt eines besonders geschützten Raums, der so im normalen Unterrichtgeschehen meist nicht garantiert werden kann. Deshalb wird der Einsatz der beiden Filme eher für (fächerübergreifende) Projekte (z.B. zur Gewaltprävention oder zur Sexualerziehung) empfohlen. Die beigefügten Arbeitsmaterialien (sowohl Hintergrundinformationen als auch erschließendes Material) können hierbei hilfreich sein.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10

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Tomboy

ca. 82 min f DVD-Video F 2011

 

Die zehnjährige Laure ist ein "Tomboy", ein jungenhaft wirkendes Mädchen. Ihre Familie ist gerade in eine Stadtrandsiedlung umgezogen, und bei ihrem ersten Ausflug in die fremde Umgebung wird sie von der gleichaltrigen Lisa für einen Jungen gehalten. Flugs stellt sie sich als Michael vor, der bald super Fußball spielt, sich prügelt und auch sportlich nicht verstecken muss. Am Ende eines fröhlichen Sommers kommt die Lüge ans Licht und das Spiel mit der doppelten Identität endet abrupt.

Zusatzmaterial: Interview mit Celine Sciamma; Trailer.

 

Adressaten: A(5-9)

Fächer: Evang. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Der Spielfilm geht beim allmählichen Entfalten der Gefühlslage mit seiner Hauptprotagonistin mit, was Kindern ab Klasse 6 die Möglichkeit gibt, ihre Entdeckung zu teilen, was mit ihr besonders ist. Für das Lebensalter typische Problemstellungen und Zwänge werden aufgezeigt, dabei bleibt alles im vorstellbaren Rahmen und wird gut erzählt. Sogar inklusive der mitleidlosen Bloßstellungsszene am Schluss wird beständig für Verstehen und Akzeptanz geworben. Dass dies so außerordentlich gut gelingt, liegt auch an der Ausstrahlung der Hauptfigur, die auch schauspielerisch eine große Leistung zeigt. Gerade Handlungen der Erwachsenen geben für das unterrichtliche Filmgespräch besonders gute Anlässe, um sich mit den Grundlagen der Akzeptanz von Vielfalt auseinanderzusetzen. Ein berührendes Plädoyer dafür, Anderssein, auch wenn es noch so verwirrend wirken kann, anzunehmen - und wichtig gerade in diesem Alter, in dem oft Dazugehören um jeden Preis gnadenlosen Ausgrenzungswettbewerb in Gang setzen kann. Die Kapiteleinteilung gibt eine kleine Hilfestellung für die Unterrichtsgestaltung mit diesem besonderen Film.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS6, BS9; RS: BS6; GY: BS6, BS8

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Harald

ca. 7 min f DVD-Video D 2013

 

Harald ist groß, stark und ein erfolgreicher Wrestler. Zahllose Preise hat er schon gewonnen und seine Mutter damit stolz und glücklich gemacht. Denn eigentlich ist sie es, der viel mehr an Haralds Sportlerkarriere gelegen ist. Der junge sensible Mann selbst möchte nämlich lieber Blumen züchten. Das geht natürlich nicht, denkt die ehrgeizige Mutter und erpresst fortan ihren ungezogenen Sohn: Entweder er kämpft weiter oder die Blumen müssen sterben. Harald ist traurig. Bis er einen Plan schmiedet.

Zusatzmaterial: Einsatzmöglichkeiten; Inhaltsangabe; 4 Interpretationsansätze; Internet-Links; 2 Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 3 Arbeitsblätter.

 

Adressaten: A(7-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Der in seiner Comicübertreibung witzig gemachte Kurzfilm bietet auf geeignete Weise auch älteren Schülerinnen und Schülern die Chance, eigene Sozialisations- und Geschlechtsrollenerfahrungen aufzuarbeiten ohne von sich selbst reden zu müssen. Dabei sind Details bildlich stimmig und sorgfältig ausgearbeitet, sodass auch die Arbeit mit screenshots sehr lohnend zu werden verspricht. Die auf dem Cover angeregte Thematik Männerbilder / Coming out ist sicher einer der Schwerpunkte, aber nicht der einzige: Medien und "Sport", Elternrolle und Familie, Leistungsgesellschaft und Erziehungsziele können mit dieser liebenswerten und aufwändigen Arbeit aus der Filmakademie Baden-Württemberg bearbeitet werden. Die betont garstig gezeichnete Mutter-Rolle (vgl. Phänomen der sog. "Eislaufmütter" / stage mom) ist vielleicht angesichts der belegten überragenden Bedeutung von Müttern als einzig verbliebenem Stabilitätsfaktor in heutigen Biografien hinterfragbar, aber nicht unvorstellbar. In jedem Fall ist der Film besonders qualifiziert für die Arbeit mit pädagogischem Personal. Das Begleitmaterial bietet zwei sinnvolle und knapp gehaltene Stundenentwürfe mit Arbeitsblättern zu 'Coming out' und 'Leistungsgesellschaft'.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8; GY: BS10, KS

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Zeig mir deine Welt

ca. 30 min f DVD-Video D 2013

 

Junge Menschen mit Down-Syndrom werden in ihren Familien, ihrem privaten und beruflichen Umfeld gefilmt. Ottavio (28), lebt seit seiner Geburt bei seiner Großmutter. Er begeistert sich für's Trommeln, Michael Jackson und die Friseurin, mit der Ottavio gerne flirtet. Verenas (22) Arbeitstag in einer Wäscherei wird dokumentiert. Der Film begleitet Sebastian (34) wie er seine Oma besucht, zu der er eine enge Beziehung hat. Er erzählt von seinem Beruf, seiner Liebe und Partnerschaft. Außerdem gibt Sebastian Einblicke in seine Berliner Künstler-WG, in der auch seine Freundin lebt. Ronja (22) arbeitet in einer Großküche. Sie ist sehr glücklich mit ihrer Arbeit und versteht sich gut mit ihrem Chef. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder zusammen. Eines ihrer Hobbys ist das Reiten.

Zusatzmaterial: Infos zum Film und zu den Materialien; didaktisch-methodische Tipps; Textblatt; Infoblätter; Arbeitsblätter; Bilder; Making of; Medien-Tipps; Internet-Links.

 

Adressaten: A(7-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Die Fernsehreportage fällt durch ihren warmherzigen und fröhlichen Grundton auf, der es schafft, schnell Nähe zwischen dem Zuschauer und den vier jungen Erwachsenen mit Down-Syndrom herzustellen. Kai Pflaume steht zwar als illustres Fernsehgesicht durchaus im Mittelpunkt, überzeugt aber durch eine beeindruckende Mischung aus reflektiert-respektvollem und unbekümmert-flapsigem Duktus in Sprache und Verhalten. So ist ein Einsatz im Bildungsstandard 10 (eventuell auch mit einem Schwerpunkt auf der Analyse des Moderators) und – je nach Reife der Gruppe – auch in Bildungsstandard 8 denkbar im Zusammenhang mit Themen wie "Ich und die anderen" oder "Was ist ein glückliches Leben?". Die Arbeitsmaterialien sind aufgrund der Art der Fragestellungen nur bedingt einsetzbar, die Informationsblätter überzeugen.

 

Bildungsstandards: RS: 10; GY: BS8, BS10

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Butterfly Circus

ca. 23 min f DVD-Video D 2009

 

Amerika zur Zeit der Weltwirtschaftskrise: Der berühmte "Butterfly Circus" reist unter der Leitung von Zirkusdirektor Mr. Mendez von Stadt zu Stadt. Ihr Ziel: Den Menschen inmitten von Unsicherheiten und allgemeiner Niedergeschlagenheit Freude und neue Hoffnung zu bringen. Bei seinen Reisen durchs Land trifft er auf einem Rummel auf Will, einen jungen Mann, der weder Arme noch Beine hat und gezwungen ist, als "Rarität" in einer Freakshow seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nach Jahren der Demütigung wird Will von Mendez in den "Butterfly Circus" aufgenommen. Dort erfährt er zum ersten Mal in seinem Leben Wertschätzung. Und er entdeckt ungeahnte Fähigkeiten, die seinem Leben Sinn und ihm selbst neue Hoffnung geben.

Zusatzmaterial: Behind the Scenes; Outtakes; Material zum Weiterdenken/Denkanstöße (PDF).

 

Adressaten: A(7-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Der Kurzspielfilm beeindruckt durch seine opulente Bildsprache und seine emotionalisierende Filmmusik, die den Zuschauer in eine vergangene fabelhafte Welt im weiten Westen Amerikas entführen. Mit großer Kraft vermittelt er dabei die Botschaft von der Schönheit und Stärke in jedem Menschen, die nur darauf wartet, entfaltet zu werden. Dabei kommt dem Zirkusdirektor Mr. Mendez aber zunehmend die Rolle eines Messias zu, der die Menschen auserwählt, ihnen die Augen für die eigene Wertigkeit öffnet und sie zu ihrer Metamorphose befähigt. Vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers Nicholas James Vujicic, der als Evangelist und Motivationstrainer durch die Welt reist und vom Wunder seiner eigenen "Ent-Hinderung“ erzählt, wirkt der Spielfilm leicht manipulativ. Dieser Eindruck wird durch die Materialien zum Weiterdenken, die stark evangelikal-religiös ausgerichtet sind, bestärkt.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8

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Stiller Löwe

ca. 6 min sw DVD-Video D 2013

 

Der gehörlose Severin verbringt einen Abend in einem Club, in dem Live-Rockmusik gespielt wird. Er bewegt sich zu den Bässen, die er spüren kann. Dabei fällt er Nadja auf, die ihn direkt anspricht, aber dann zurückweicht, da sie seine Gebärden nicht versteht. Auf dem Heimweg beobachtet Severin einen Schlägertrupp, der einen Obdachlosen verprügelt und greift ein.

Zusatzmaterial: 5 Bilder; Informationen zum Film (PDF) (4 S.); Vorschläge zur Unterrichtsplanung (PDF)(4 S.); 4 Infoblätter (PDF/Word); 5 Arbeitsblätter (PDF/Word); Tabelle; Stichwortverzeichnis A-Z; Medientipps; Internet-Links.

 

Adressaten: A(8-10)

Fächer: Deutsch, Ethik, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Ethik, Kath. Religionslehre: Der ambitionierte Kurzfilm in Schwarz-Weiß-Ästhetik reißt drei Themenfelder an: Leben als Gehörloser, Diskriminierung und Toleranz und Zivilcourage und kann im Bildungsstandard 10 im Zusammenhang mit einem dieser Themen als Impulsfilm eingesetzt werden. Der Materialteil bietet umfangreiches Infomaterial zu allen drei Bereichen und zur Filmanalyse und zahlreiche Arbeitsblätter.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10

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Der Sommerclub

ca. 16 min f DVD-Video D 2013

 

Sommerclub ist der Name für die Mädchenclique von Anna, Charlotta, April, Sophie, Lotti und Paula. Die sechs Mädchen sind im Alter von 11 bis 12 Jahren, kennen sich schon seit dem ersten Schuljahr, gehen gemeinsam in eine Klasse und gestalten zusammen ihre Freizeit. Was den Sommerclub besonders macht? Das ist die Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit, mit der die Mädchen einander begegnen, denn der Sommerclub ist inklusiv. April leidet unter dem Charge-Syndrom. Was das genau ist, wissen die Mädchen nicht, aber April kann schlecht hören, spricht undeutlich, lernt langsamer und hat Probleme mit dem Gleichgewicht. Das alles stört die Mädchen nicht. Wenn April Hilfe benötigt, kümmert sich diejenige, die gerade in der Nähe ist. Diesen Sommer möchte die Clique einen Ausflug ins nahe gelegene Bad Saarow machen. Dafür backen und verkaufen sie Kekse und organisieren die Fahrt gemeinsam. Jeder hat seine Stimme, jeder seine Meinung.

Zusatzmaterial: Arbeitshilfe (PDF); Arbeitsmaterial online abrufbar.

 

Adressaten: A(5-8)

Fächer: Deutsch, Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Deutsch: Das Medium eignet sich für den Einsatz im Deutschunterricht der Orientierungsstufe, um das Thema Inklusion im Zusammenhang mit Freundschaft einzuführen. In stark idealisierter Weise wird gezeigt, wie die Mädchengruppe mit verschiedenen Situationen selbstverantwortlich umgeht und dabei das behinderte Gruppenmitglied in alle gemeinsamen Aktionen einbezieht. Die Lehrkraft sollte sich jedoch vor dem Einsatz der Dokumentation damit auseinandersetzen, dass die Darstellung der Problematik auch auf die Lernenden konstruiert wirken kann, was einen Transfer auf reale schulische Situationen nicht immer ermöglicht. Der auf weibliche Handlungsmuster fokussierte Inhalt erschwert möglicherweise zusätzlich den Zugang für Jungen.

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS6; RS: BS6; GY: BS8

 

Didaktische Hinweise Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre: Die Dokumentation aus einer TV-Reihe erzählt unaufgeregt und fröhlich eine gelungene Inklusionsgeschichte, die manchmal fast allzu glatt erscheint. Das Ende stimmt nachdenklich, da offen bleibt, wie sich die Freundschaft zwischen den Mädchen und April mit dem Ende der gemeinsamen Grundschulzeit weiterentwickeln wird. Dies kann als wichtiger Impuls genutzt werden, um mit Schülerinnen (!!) über Inklusion und Freundschaft nachzudenken. Der Film ist aufgrund der Protagonistinnen ein Mädchenfilm. Ob Jungs sich über die Geschlechterthematik hinweg mit dem Thema auseinandersetzen können und wollen, muss die Lehrkraft entscheiden. Der Film ist in Bildungsstandard 6 und zu Beginn der 7. Klasse einsetzbar. Die Materialien sind gut für den Einsatz im Unterricht geeignet.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS6; RS: BS8; GY: BS6

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Lämmer

ca. 5 min f DVD-Video D 2013

 

Ein junges Schaf schreit "Muh" statt "Mäh". Das irritiert die Eltern. Als es sich dann auch noch ein buntes Fell zulegt, wird es schwierig in der Schaffamilie. Eine Parabel über Toleranz und die Faszination der Andersartigkeit.

Zusatzmaterial: Arbeitshilfe.

 

Adressaten: A(4-6)

Fächer: Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur; Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur: Der kurze Animationsfilm eignet sich für ganz unterschiedliche Zielgruppen, da er ohne gesprochene Sprache auskommt. Dieser Film kann Kinder und Jugendliche darin bestärken, ihre eigene "Andersartigkeit“ wie auch die "Unterschiedlichkeit“ anderer zu akzeptieren und, was noch mehr bedeutet, als etwas Besonderes und Wertvolles schätzen zu lernen. So ist dieser Film ein gelungener Beitrag zum Thema "Inklusion“. Die Arbeitshilfen bieten didaktische Hinweise für unterschiedliche Altersstufen.

 

Bildungsstandards: SO: GS; GS: BS2, BS4

 

Didaktische Hinweise ; Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre: Der kurze Animationsfilm ist vor allem für den Grundschulbereich geeignet, kann aber im Bildungsstandard 8 durchaus noch als Impulsmedium zu den Themenfeldern "Wer bin ich?", "Familie und Erziehung" und "Rollenerwartungen" eingesetzt werden. Das Arbeitsmaterial ist auf den Grundschulbereich zugeschnitten.

 

Bildungsstandards: GY: BS8

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Zebra

ca. 3 min f DVD-Video D 2013

 

Was für ein wunderschöner Tag! Das Zebra springt vergnügt umher, amüsiert sich, schaut nach rechts, schaut nach links. Leider schaut es nicht geradeaus, und deswegen stößt es mit einem Baum zusammen. Nicht weiter schlimm, denkt es. Doch weit gefehlt. Denn jetzt sind auf einmal all seine Streifen verrutscht. Kein Streifen ist mehr da, wo er hingehört. Was tun? Das Zebra denkt sich: Was einmal funktioniert hat, kann doch wieder funktionieren. Oder wird dadurch alles noch viel schlimmer?

Zusatzmaterial: 5 Arbeitsblätter (PDF); Kurzcharakteristik; Filmthema: Inklusion; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Internet-Links.

 

Adressaten: A(1-8)

Fächer: Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur; Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur: Zebra ist ein kurzer Animationsfilm, der mit minimalen Mitteln das Maximale aus dem Thema "Andersartigkeit" herausholt. Er kommt ohne gesprochene Sprache aus und die Musikuntermalung unterstützt die Dynamik der Zeichnungen. Ein gelungener und witziger Beitrag zur inklusiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Arbeitshilfen bieten didaktische Hinweise für unterschiedliche Altersstufen.

 

Bildungsstandards: SO: GS; GS: BS2, BS4

 

Didaktische Hinweise Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre: Der kurze Animationsfilm ist vor allem für den Grundschulbereich geeignet, kann aber trotzdem auch noch im Bildungsstandard 8 als leicht zugängliches und amüsantes Impulsmedium zu den Themenfeldern "Wer bin ich?", "Akzeptanz" und "Inklusion" eingesetzt werden. Das Arbeitsmaterial ist auf den Grundschulbereich zugeschnitten.

 

Bildungsstandards: GY: BS8

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Fremd ist der Fremde nur in der Fremde

ca. 180 min f DVD-Video D 2014

 

Migration ist eines der großen Themen unserer Zeit. Sechs Kurzspielfilme, zwei Dokumentar- und ein Trickfilm eröffnen ganz verschiedene Zugangsmöglichkeiten zu dieser Thematik.

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien mit Hintergrundinformationen.

 

Adressaten: A(3-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre, Kath. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Ein in seinen Auswahlmöglichkeiten ausgezeichnetes Sammelmedium zur aktuellen Migrationsthematik für unterschiedlichste Alters- und Zielgruppen.

 

ABI - LEERE TELLER / ABI - PINGUINE: Die beiden Kurzspielfilme mit Kindern als Hauptdarsteller machen die Erstbegegnung mit fremden Kulturen im Alltäglichen zum Thema, ohne jüngere Grundschulkinder zu überfordern. Spielerisches und Spaß sorgen für Abwechslung, dabei erfährt man genügend Neues, um Gesprächsanlässe zu haben und einiges z.B. zum Islam zu erfahren.

 

AMSTERDAM: Was für Hiesige bloß ein lästiger Schülerferienjob ist, erlebt der junge Migrant als Überlebenskampf. Der nur mit deutschen Untertiteln ausgestattete originalsprachlich französische Kurzspielfilm lässt ab 14jährige gemeinsam mit ihrem zunächst unbedarften einheimischen Filmhelden, der unter Freiheit offenbar hauptsächlich unbegrenztes Kiffen in Amsterdam versteht, in der harten Wirklichkeit der Arbeitsmigranten ankommen. Seine wachsende Aufmerksamkeit dafür kommt der schulischen Zielgruppe zugute, sorgt für gute Gesprächsanlässe und regt Recherchebedarf und Solidarität an.

 

DAS RAUSCHEN DES MEERES Der hochemotionale Kurzspielfilm zeigt die Hintergründe eines Schicksales illegaler Migration. Es kann dabei nicht nur das Gespür wachsen für die Unterschiedlichkeit der Motivation dafür (hier: ein gut nachvollziehbares und vermutlich auch realistisches Familientrennungsdrama), sondern auch der Eindruck eines Handlungsspielraumes in der Reaktion Einheimischer (hier: Verhaltensoptionen der Justizvollzugsbeamten). Das regt ältere Jugendliche zur Bildung eigener Positionen an.

 

DER BLINDE PASSAGIER: Darstellungsmittel des Stummfilm-Slapstick aus den schwarzweißen Anfangszeiten des Kinos bringen Humor in Bangen und Hoffen eines blinden Passagiers, der sein Versteck im Schiffscontainer verlässt und nach einer wilden Jagd zur Einsicht kommt, dass das Verlassen der Heimat vielleicht doch keine so gute Idee war. Authentisch und damit wertvoll ist für Hiesige i st die afrikanische Regieperspektive.

 

EINE GIRAFFE IM REGEN: Ästhetisch stimmiger Zeichentrick macht Integrationsbedürfnisse und -schwierigkeiten von Asylbewerbern als unverdächtige Tierfabel verständlich. Dabei werden ungerechte Lebensverhältnisse als Fluchtursache und menschenrechtswidrige Hürden für die Betroffenen nicht verschwiegen, sondern in ihren persönlichen Auswirkungen sichtbar gemacht. Nur in originalsprachlicher Ausführung mit deutschen Untertiteln, auch als Einzelfilm auf DVD bei LMZ-Nr. 4669646 und 4631166.

 

IM LAND DAZWISCHEN: Anschauliche Dokumentation, die mithilfe der porträtierten Flüchtlinge deutlich machen kann, was es bedeutet, in der auf dem afrikanischen Kontinent gelegenen spanischen Exklave Ceuta zum Teil jahrelang in Sichtweite von Europa festzusitzen.

 

CHOICE: Die junge Nigerianerin schildert ihre empörenden Erfahrungen, die das System von Zwangsprostitution und Schuldknechtschaft der "Madams" in Italien aufdecken. Damit wird auch das Versagen staatlicher Stellen deutlich, die mit der Verweigerung von Arbeitserlaubnis und sinnloser Abschiebehaft keine legale Perspektive ermöglichen können. Am Ende hat Choice durch kirchliche Hilfsinitiativen ihrem Namen entsprechend wirklich eine Wahl und erzählt für Jugendliche sehr nachvollziehbar von ihren Zukunftsplänen.

 

MATCH FACTOR: der spannende und sehr gut inszenierte Kurzspielfilm thematisiert die Entscheidungslage der Berliner Polizistin angesichts ihres zufällig-glücklichen Aufgriffs des flüchtigen jungen Spielers der irakischen Nationalmannschaft. Sie kann die Situation unspektakulär-deeskaliert lösen, auch wenn sie damit die Fluchtpläne vereitelt. Dabei werden nicht nur Beweggründe zur Flucht, sondern auch hiesige Einstellungen zu Flüchtlingen gut bearbeitbar, etwas Hintergrundwissen zur jüngsten Geschichte des Irakkrieges müssen sich Schülerinnen und Schüler vielleicht gesondert erarbeiten. Es wird empfohlen, aus Gründen der Verständlichkeit die deutschen Untertitel zuzuschalten.

 

Bildungsstandards: SO: GS, HS; GS: BS4; HS/WRS: BS6, BS9, BS10; RS: BS6, BS8, BS10; GY: BS6, BS8, BS10, KS

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Das Vorstellungsgespräch

ca. 12 min f DVD-Video AUS 2012

 

Nervös wartet Thomas Howell auf sein Vorstellungsgespräch in einer renommierten Anwaltskanzlei. Da erscheint ein junger Mann mit Downsyndrom und holt ihn ab. Er stellt sich als sein neuer Vorgesetzter Paul Dexter vor und bittet ihn in sein Büro. Thomas weiß nicht, was er davon halten soll, und fragt höflich nach, ob noch jemand anderes zum Gespräch komme. Das verneint Paul und merkt an, dass Thomas eine hässliche Krawatte trage. Das Gespräch nimmt seinen Lauf und wird immer skurriler – bis es zu einer unerwarteten Wendung kommt.

Zusatzmaterial: Filmausschnitte; Bilder; Audio-Dateien; Einführung ins Thema; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Unterrichtsmaterialien (21 S.); 15 Infobögen; 15 Arbeitsblätter; Kleines ABC der Inklusion; Medientipps; Internet-Links.

 

Adressaten: A(8-13)

Fächer: Berufsorientierte Bildung, Fächerverbund Wirtschaft - Arbeit – Gesundheit; Evang. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise: Berufsorientierte Bildung, Fächerverbund Wirtschaft - Arbeit – Gesundheit: Bewerbungsverfahren neigen bekanntlich zur Standardisierung und liegen von daher oft etwas quer zu den gemeinschaftskundlichen Fächern, deren Ziel es eher ist, Kritikfähigkeit und Urteilskompetenz der Schüler zu fördern. Dass Bewerbungsverfahren dennoch ihren Platz im Unterricht haben, liegt dann normalerweise an wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Dieser Film geht das Thema "Bewerbung“ wohltuend anders an, indem er das Thema Inklusion und den Umgang mit Behinderten mit dem Vorgang der Bewerbung verknüpft. Insofern kann der Film auf zwei Arten sehr sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden: Einmal beim Thema "Inklusion“ und ein anderes Mal, wenn man als Lehrkraft einen motivierenden und abwechslungsreichen Einstieg ins oftmals eher trockene Thema "Bewerbung“ sucht.

 

Bildungsstandards: Bildungsstandards: HS/WRS: BS9, BS10

 

Didaktische Hinweise Evang. Religionslehre: Vorstellungsgespräche gehören, wenn auch nicht in der Altersklasse der Protagonisten, auch schon in den Lebenshorizont von Schülerinnen und Schülern. Insofern kann der international preisgekrönte Kurzspielfilm seinen wirkungsvollen Dienst in der Schule tun. Das geschieht mit Spannung und Humor und regt bei vergleichbar vorzustellenden Lebenssituationen mit einem "Was wäre, wenn..?" inklusives Denken an. Das Medium macht ergänzende weiterführende Angebote mit Zusatzfilmen, u.a. mit dem Werbeclip "Kommen Sie näher!", dem Aktion-Mensch-Erklärfilm zur Inklusion und einem anschaulichen Kurzporträt einer Tanzassistentin mit Down-Syndrom. Das Arbeitsmaterial ist umfassend angelegt und beweist mit Hintergrundinformationen wie auch konkreten Unterrichtsvorschlägen / Arbeitsblättern beeindruckende Themenkompetenz. Dabei sind als besonderer Service interaktive Seh- und Hörsimulatoren (.swf-Dateien, mit neuerem MS Windows Mediaplayer bedienbar) hervorzuheben, die es uneingeschränkt sehenden und hörenden Schülerinnen und Schülern lehrreich ermöglichen, alters- und erkrankungsbedingte Einschränkungen nachzuempfinden.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10, KS

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Augen zu und durch - Warum ich alles anders sehe

ca. 30 min f DVD-Video D 2013

 

Er sieht gut aus, ist sportlich gebaut, bewegt sich zielsicher durch die Straßen der Großstadt. Was keiner sieht – und keiner merken soll: er ist blind. Saliya K. ist 15 Jahre alt, als er durch eine schwere Augenkrankheit, den Morbus Behcet, einen Großteil seines Sehvermögens einbüßt. Lehrer und Ärzte raten ihm zum Besuch der Blindenschule. Er aber träumt vom Abitur, von einem Studium und einer Karriere im Hotelfach. Saliya widersetzt sich allen Bedenken, mehr noch, er beginnt sein Handicap zu vertuschen. Was er sich durch Fleiß nicht erarbeiten kann, ersetzen die anderen Sinne. Irgendwann kommt der Punkt, an dem Saliya nicht mehr kann. Nach Jahren der Täuschung zieht Saliya die Konsequenzen und outet sich als Blinder. Heute arbeitet er als Coach für Manager, denen er zeigt, was der Wille zu leisten vermag.

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterial (PDF); Bilder.

 

Adressaten: A(11-13)

Fächer: Evang. Religionslehre, Ethik

 

Didaktische Hinweise: Die mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichnete Reportage aus einer Fernsehreihe zeichnet das Portrait eines beeindruckenden Mannes, der die vielfältigen Krisen seines bisherigen Lebens gemeistert hat und mit seinen Erkenntnissen jetzt als Coach andere Menschen unterstützt. Dennoch ist der Film zu den Themen "Blind-Sein“ und "Inklusion“ allenfalls für den Einsatz in der Kursstufe geeignet, da sich dieser Film ganz klar an ein erwachsenes Publikum richtet. Die existenziellen Ängste und Sorgen, die die Erblindung in ihm als 15-Jährigem ausgelöst haben, kommen zwar zur Sprache, bleiben aber vor dem Hintergrund der aktuellen Settings, in denen die Schülerinnen und Schüler Saliya K. begegnen können (bei der Stoffauswahl beim Herrenschneider, im Luxus-Restaurant, beim Coaching-Seminar auf Mallorca) sehr abstrakt. So erscheint es als fraglich, ob mit diesem Medium die zentralen Fragen (Wie ist ein selbstbestimmtes Leben mit Handicap möglich? Was ist der Unterschied zwischen Sehen und Erkennen?) in ihrer existenziellen Bedeutung von Schülerinnen und Schülern nachvollzogen werden können. Die in der Arbeitshilfe angebotenen Arbeitsblätter sind eher für den Einsatz in der Sekundarstufe I (Bildungsstandard 10) geeignet und legen für den Religionsunterricht wichtige biblisch-theologische Bezûge offen.

 

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9; RS: BS10; GY: BS10, KS

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How do you like my hair? (OmU)

ca. 11 min f DVD-Video D 2015

 

Der Film erzählt vom Ringen der Autorin um die Wertschätzung des eigenen Körpers. Die romantische Begegnung mit einem Musiker, dessen auffallend große Nase die Aufmerksamkeit der Regisseurin auf sich zieht, wird zum filmischen Plädoyer für Schönheitsvorstellungen jenseits der gesellschaftlichen Norm. (Norwegen 2013).

Zusatzmaterial: Didaktische Materialien.

 

Adressaten: A(7-13)

Fächer: Ethik, Evang. Religionslehre

 

Didaktische Hinweise Ethik: In dem halbdokumentarischen Kurzfilm geht die junge Filmemacherin in sehr radikaler Weise der Frage nach, was schön ist und wer dies eigentlich bestimmt. In ihrer Befreiung aus fremdbestimmten Schönheitsidealen verzichtet sie auf die Rasur ihrer Körperhaare und findet so bei einem One-Night-Stand zu einer neuen Vorstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit und letztendlich zu sich selbst. In den Begleitmaterialien wird zurecht darauf hingewiesen, dass dieser Film mit Normen bricht und bei Schülerinnen und Schülern durchaus auf Ablehnung stoßen wird. Er kann aber eben auch als Aufruf zur Nonkonformität verstanden werden und vor allem auch durch das Interview mit der Filmemacherin, in dem sie über die Entstehung des Films, über ihren Anspruch und auch über die Reaktionen des Publikums spricht, dazu beitragen, mit Schülerinnen und Schülern ab Klasse 10 überkommene Rollenbilder zu hinterfragen.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

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Monsieur Claude und seine Töchter

ca. 97 min f DVD-Video F 2014

 

Ein konservatives Ehepaar wünscht sich für die jüngste Tochter sehnlichst einen Katholiken als Mann, nachdem bereits seine drei andern Töchter Männer mit Migrationshintergrund bzw. unterschiedlicher Religion geheiratet haben. Dies Mann bekommt es denn auch, allerdings stammt er aus der Elfenbeinküste und bringt zur Hochzeit seinen afrikanischen Clan mit. Der Familienfrieden droht an den Multikulti-Zumutungen zu zerbrechen.

Zusatzmaterial: Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Infomaterialien; 5 Infoblätter; 6 Arbeitsblätter in französischer Sprache; 7 Arbeitsblätter in deutscher Sprache; 10 Bilder; Making Of; Stichwortverzeichnis; Medientipps; Internet-Links.

 

Adressaten: A(10-13)

Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Evang. Religionslehre, Französisch

 

Didaktische Hinweise: Ethik, Kath. Religionslehre, Evang. Religionslehre: Die erfolgreiche Clash-of-Culture-Komödie kann im Ethik- und Religionsunterricht für eine vergnügliche Stunde zu religiösen und ethnischen Stereotypen, Vorurteilen und Alltagsrassismus eingesetzt werden. Eine Vertiefung der Thematik – u.a. die Frage nach den Möglichkeiten einer Überwindung von Vorurteilen – müsste im Unterricht geleistet werden. Die angebotenen Unterrichtsmaterialien bieten dafür nur erste Anregungen.

 

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS10; RS: BS10; GY: BS10, KS

 

Didaktische Hinweise Französisch: Dieser erfolgreiche, humorvolle und gut verständliche Film eignet sich dank der einblendbaren Untertitel in deutscher Sprache gut für den Französischunterricht ab der ausgehenden Mittelstufe, -- nicht nur um Spaß und Unterhaltung in den Unterricht zu bringen, sondern auch zur Thematisierung von Klischees, zum Aufbau eines interkulturellen Bewusstseins und zur Überwindung von Rassismus. Er wäre auch ein genialer Einstieg in das Thema "Weltreligionen" z. B. im fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik oder Religionslehre. Im Begleitmaterial finden sich allgemeine Informationen zum Film sowie nach Fächern geordnete Arbeitsblätter. Die Arbeitsblätter für das Fach Französisch sind durchaus ansprechend konzipiert und gestaltet, sind vom Niveau her allerdings nicht mit den Arbeitsblättern in deutscher Sprache vergleichbar.

 

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

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Ich kenne ein Tier

ca. 15 min f DVD-Video D 2015

 

In vier Trickfilmen werden menschliche Problemsituationen durch Tiere dargestellt: Ein junges Schaf grenzt sich von seinen Eltern ab, indem es muht und sich ein buntes Fell zulegt. Ein Zebra verliert bei einem Unfall seine Streifen und bekommt stattdessen die wildesten Muster – was die anderen Zebras wider Erwarten begeistert. Und schließlich bringt eine Giraffe einer Schildkröte ein Paket – eine Geschichte, die aus zweierlei Blickwinkeln erzählt wird: dem der Giraffe und dem der Schildkröte.

 

Adressaten: A(1-4)

Fächer: Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur

 

Didaktische Hinweise: Die unterhaltsamen und altersgerechten Kurzfilme sprechen Kinder schnell an. Inhaltlich werden in den Trickfilmen menschliche Problemsituationen ("anders sein") präsentiert und mit Hilfe von Tieren dargestellt. Dies vereinfacht es auch schon jungen Zuschauern die Situationen zu verstehen und darüber sprechen zu können.

 

Bildungsstandards: SO: GS; GS: BS2, BS4

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Stand: 09.11.2015