Augmented Reality: Unterrichtsbeispiele

Bild: Jiří Hönes

Hier finden Sie Ideen für den Einsatz von Augmented Reality im Unterricht.

AR-Arbeitsblätter mit Aurasma

Dank Augmented Reality kann man auf einfache Art und Weise Papier-Arbeitsblätter interaktiv gestalten. Die Vorbereitung aufseiten der Lehrkraft muss nur einmal pro Schuljahr erledigt werden bzw. kann von größeren Teams an Lehrinnen und Lehrern einmalig für alle Kollegen eines Fachs und einer Schule erfolgen. Es müssen lediglich die Trigger (Objekte wie beispielsweise Bilder, die von der App erkannt werden, wenn die Nutzer/-innen es durch die Kamera betrachten) auf Aurasma hochgeladen und Overlays hinzugefügt werden – am besten in einem gemeinsamen Account. Sobald ein/-e Schüler/-in dem Account dann folgt, kann er/sie alle Inhalte nutzen.

 

Zum einen kann man auf dem Arbeitsblatt verschiedene Trigger anbringen, die – wenn sie mit der App Aurasma gescannt werden – Tipps, Lernvideos oder Zusatzaufgaben einblenden, oder man kann das gesamte Arbeitsblatt oder eine einzelne Aufgabe als Trigger anlegen und als Overlay die Lösungen auf das Blatt einblenden.

 

Ebenso kann man verfahren um Klassenarbeiten zu besprechen und je nach Bedarf individuell zu fördern. Dazu kann man zum Beispiel die Trigger beim Korrigieren auf die Klassenarbeit kleben.

 

Schließlich kann man auch Aufgabenblätter, die einen multimedialen Teil (z.B. Videos zum Hör-/Sehverstehen oder MP3-Dateien zum Hörverstehen in den Fremdsprachen oder zu Simulationen im naturwissenschaftlichen Unterricht) beinhalten, mit einem Trigger für die entsprechenden Inhalte versehen.

 

Hinweis: Alle Trigger müssen individuell sein und Aurasma erlauben, sie zu unterscheiden. Es bietet sich an, sich im Team auf verschiedene Arten von Triggern (Farben, Formen etc.) zu einigen, die dann zum Beispiel mit deutlich lesbaren Nummern versehen sind. Wenn ein gesamtes Arbeitsblatt als Trigger verwendet wird, sodass die Lösungen an den richtigen Stellen eingeblendet werden, sollte das Arbeitsblatt ein für die App einfach erkennbares Merkmal enthalten, damit der entsprechende Overlay ohne Probleme eingeblendet wird.

 

Gleichungen, Rechtschreibung, Vokabelarbeit und historische Ereignisse in AR

Möchte man zum Beispiel in der Grundschule Kopfrechnen üben, dann kann man im Klassenzimmer verschiedene Aufgaben zum Kopfrechnen aufhängen. Die Schüler/-innen können diese Aufgaben in ihrem eigenen Tempo im Kopf rechnen und sofort im Anschluss die Aufgabe mit Aurasma scannen, um die Lösung angezeigt zu bekommen.

 

Dies funktioniert natürlich ebenso gut mit schwierigeren mathematischen Gleichungen, wie zum Beispiel binomischen Formeln. Hier kann man anstatt dem Ergebnis allein auch ein Video einblenden, das den Rechenweg erklärt. Auf diese Art und Weise kann man zum Beispiel auch nochmals alle behandelten Themen vor einer Klassenarbeit im individuellen Tempo wiederholen lassen.

 

Schließlich beschränkt sich diese Art der Verwendung von AR nicht nur auf das Fach Mathematik: Ebenso gut können chemische oder physikalische Formeln so geübt und wiederholt werden, oder aber Vokabeln und Rechtschreibung in der Muttersprache. Für letztere Ideen bietet es sich an, bei Objekten Fotos als Trigger zu verwenden und die entsprechenden Begriffe als Overlay einzublenden. Bei abstrakten Begriffen kann das deutsche Wort als Trigger verwendet werden und entweder das Wort dann eingeblendet oder aber ein Video, das zum Beispiel eine Handlung illustriert. Bei der Rechtschreibung kann das Overlay ebenfalls ein Video sein, das das Schreiben des Wortes zeigt und an besonders schwierigen Stellen eines Wortes kurz innehält, sodass die Lernenden zuerst einmal selbst überlegen und ihre Hypothese dann überprüfen, indem das Video zu Ende geschaut wird. Möchte man geschichtliche Daten einüben, kann die Jahreszahl bzw. das Datum als Trigger verwendet werden und ein entsprechender Inhalt (Video, Audiodatei oder Text) darüber eingeblendet werden.

Paris x (meets) Greenscreen & AR

Im Fremdsprachenunterricht geht es nicht zuletzt darum, kulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Dazu gehört auch, dass man Städte und die Bedeutung verschiedener Orte in diesen Städten kennenlernt. Da man nicht mit allen Klassen ins Ausland reisen kann, war es bisher aufgrund fehlender Präsenzerfahrungen schwer, den Schüler(-inne)n ein Gefühl der Verbundenheit mit fremden Orten zu vermitteln. Dies ist durch die Greenscreen-Technik heutzutage viel einfacher geworden. Die Schüler/-innen bereiten einfach einzelne Teile einer Stadtführung vor, nehmen diese vor einer Greenscreen auf und blenden im Anschluss ein Foto des entsprechenden Orts ein. Dabei sollte man darauf achten, dass die Schüler/-innen über Urheberrecht und Creative-Commons-Lizenzen Bescheid wissen und nur Bilder verwenden, die sie auch verwenden dürfen.

 

Um die Stadtführung dann zu inszenieren, kann man eine Wand zum Stadtplan umfunktionieren, indem man sie mit einem großen Poster oder Packpapier bespannt. Darauf kann man ganz einfach einen Stadtplan skizzieren (zum Beispiel unter Zuhilfenahme von projizierten Bildern, die mit Stiften nachgezogen werden) und Fotos der Orte oder andere Trigger auf dem Plan befestigen. Über diese werden dann in Aurasma die Videos als Overlays eingefügt und schon kann die virtuelle Reise beginnen.

 

Beispiel

Stephanie Wössner: Les élèves allemands vous font visiter Paris (projet Greenscreen)

 

Diese Idee ist natürlich übertragbar auf viele andere Fächer und Themen, denn auch historische Ereignisse können so virtuell dokumentiert und aufgearbeitet, Romane visualisiert oder auch interaktive Schnitzeljagden inszeniert werden.