Audiotechnik: Mobile Aufnahmegeräte & Smartphones

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Für viele Audio-Projekte muss nicht erst ein Tonstudio angeschafft werden. Oft reicht ein mobiles Aufnahmegerät völlig aus. Die mobile Aufnahme hat gegenüber stationären Systemen eine Reihe an Vorteilen. Sie ist ...

  • kostengünstig
  • platzsparend & leicht
  • schell in Betrieb
  • benutzerfreundlich
  • bedarf weniger Vorkenntnisse

 

So kann man mit einem USB-Mikrofon zu schnellen Ergebnissen kommen, wie unser Testbericht zeigt. Ein Beispiel wie man mit mobilen Aufnahmen den Englisch-Unterricht gestalten kann, zeigt die Lemmchen-Schule aus Mainz-Mombach.

 

Die mobile Aufnahme von Audio-Material hat ihre Anfänge in den 70ern. Die Technik und die Speichermedien haben sich in den letzten Jahren aber stark gewandelt. Kamen vor wenigen Jahren noch oft tragbare Kassettenrekorder oder DAT-Geräte (Digital Audio Tape) zum Einsatz, wurden diese zunächst von den MiniDisc-Geräten und mittlerweile von den mobilen Rekordern verdrängt. Auch dieser Bereich wird ähnlich wie bei den Digitalkameras von der Entwicklung der Smartphones beeinflusst. Man kann annehmen, dass in den nächsten Jahren Geräte wie das iPhone die unteren Segmente der mobilen Rekorder verdrängen werden.

Mobile Rekorder

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Bei mobilen Rekordern handelt es sich im Prinzip um die Weiterentwicklung des klassischen Diktiergeräts. Auch ein MP3-Stick mit Aufnahme-Funktion ist im Prinzip nichts anderes als ein mobiler Rekorder.

 

Mobile Rekorder sind in der Regel sehr kompakt und handlich gebaut, verfügen über ein Stereomikrofon und die Möglichkeit, das gesamte Gerät auf ein Mikrofonstativ zu befestigen. Die Aufnahme wird auf einer internen Festplatte oder einem flexiblen Speichermedium in Form von komprimierten MP3-Dateien oder unkomprimierten WAV- oder AIFF-Dateien abgelegt und kann später auf einen Computer bequem übertragen werden.

 

Bei der Anschaffung sollte darauf geachtet werden, dass auf dem verwendeten Speichermedium genügend Platz für längere Aufnahme-Sessions ist, wie lange die Betriebsdauer im Batteriebetrieb ist und ob das Gerät eine Auswahlmöglichkeit hat, die Aufnahme auch in einer sehr hochqualitativen Version zu speichern. Einen hochwertigen mobilen Rekorder erkennt man an der Qualität der eingebauten Mikros sowie an der Einfachheit der Bedienung.

Smartphones

Mittlerweile verfügt wohl jeder Jugendliche über ein mobiles Aufnahmegerät – seinem Handy. Klanglich erreichen diese selten die Ergebnisse wie die oben genannten Geräte. Für bestimmte Zwecke sollte die Klangqualität des eingebauten Handymikros aber ausreichend sein:

 

  • Kontrollaufnahme von Gesangs- oder Leseübungen
  • Interviews, die anschließend nur verschriftlicht werden
  • Aufzeichnungen von Unterrichtsstunden oder Vorlesungen

 

Hierbei wäre man sicherlich mit einem professionellen Gerät besser beraten. Es gibt aber mittlerweile mehrere Möglichkeiten, sein Handy klanglich aufzurüsten.

Recording-Apps

Die Software, die werkseitig für die Audio-Aufnahme auf den Geräten installiert ist, belässt den Klang so wie er ist: nämlich schlecht. Per Nachbearbeitung lässt sich jedoch aus den meisten Aufnahmen was herausholen. Ein Teil der Audio-Applikationen verfügen über eingebaute Kompressoren, Limiter oder Rauschunterdrückung. Die Liste der Applikationen ist lang. Für Android-Geräte haben wir den Virtual Recorder und den TapeMachine Recorder ausfindig gemacht, welche die Aufnahmequalität verbessern sollen. Leider verfügen sie über keine weiteren Effekte. Anders die Apps für das iPhone. Bei Hindenburg Journalist (ausführlicher Text im Medienpädagogischen Praxis-Blog) kann die Aufnahme mit Kompressor und Equalizer bearbeitet werden. Weiterhin empfehlenswert scheint die App VocaLive, die beim iRig-Mikrofon kostenlos dazugeliefert wird.

Externe Mikrofone

Die entscheidende Frage lautete, wie man ein externes Mikro ans Handy anschließen soll. Die verbauten Klinkenstecker konnte man anfangs nur als Kopfhörer-Eingang verwenden. Dank dem Hype rund um das iPhone haben Mikrofon-Hersteller speziell für Smartphones Lösungen entwickelt. Die meisten davon wurden speziell für das iPhone entwickelt. Empfehlenswert sind beispielsweise das Tascam iM2 sowie das iRig Mikrofon. Etwas teurer kommt das Fostex AR-4i daher, hat aber aber eine praktische Halterung im Umfang dabei. Für den persönlichen Geschmack und nach dem Anhören diverser Testvideos, kann man mit dem günstigsten Kandidaten „iRig“ schon gute Ergebnisse erzielen. Auch für andere Smartphones gibt es brauchbare Mikros. Das i-Microphone vom Hersteller edutige kann mit Geräten von HTC, Motorola, LG oder Samsung betrieben werden. Mehr Aufschluss über die jeweilige Klangqualität liefern uns folgende Testvideos:

 

Tascam iM2

iRig

Fostex AR-4i

Blue Mikey

i-Microphone

Nokia N95, Richtmikrofon (Bild: stevegarfield, cc)

Adapter/Mobiler Wandler

Wer bereits über ein gutes Mikrofon verfügt, möchte es wohl mit dem Handy benutzen. Die einfachste Variante hierfür ist ein XLR-Adapter, mit dem sich z.B. das Gesangsmikro Shure SM 58 mit einem iPhone verbinden lässt. Bei manchen Adaptern ist noch ein weiterer Eingang zum Anschluss eines Kopfhörers sowie eine Phantom-Speisung für Kondensator-Mikrofone vorhanden.

Falls man über ein 4pin-Video-Kabel verfügt, lässt sich ein wenig sparen. Im Bild nebenan wird ein Nokia N95 per 4pin-Video-Kabel mit einem Richtmikrofon verbunden. Dafür wird aber noch ein weiterer Adapter – von Cinch auf große Klinke – benötigt, um das Mikro anzuschliessen. Erstere Variante scheint aber weniger fehleranfällig zu sein.

Etwas eleganter scheint uns der Einsatz von Audiowandlern. Für das iPhone konnten folgenden Modele ausgemacht werden:

  • Peavey Ampkit LiNK (UVP 36,99 Euro)
  • Tascam iXZ (UVP 59 Euro)
  • Apogee Jam (UVP 95,20 Euro)
  • Sonoma Wire Works Guitar Jack 2 (UVP 159 Euro)

Aufnahmetipps

  • Machen Sie immer eine Probeaufnahme, steuern Sie diese korrekt aus, damit ein Übersteuern (verzerrte Wiedergabe) vermieden wird.
  • Gute Mikrofone haben meist einen XLR-Anschluss. Aber nicht alle Aufnahmegeräte verfügen über einen XLR-Anschluss. Es empfiehlt sich, ein solches Kabel beim Fachgeschäft zu bestellen. Der Anschluss ist dann XLR auf kleine Klinke (je nach Mikrofon stereo oder mono) oder XLR auf große Klinke.
  • Bei der Aufnahme mit externem Mikrofon einmal das Kabel um die Hand schlingen, man nennt das „Reporterschlaufe“. Damit wird das Kabel besser fixiert und es entstehen keine störenden Nebengeräusche durch Mikrofon-Bewegungen.

Handouts

Kaufempfehlungen_mobile_Recorder_mit_Glossar.pdf

Texte