Audiotechnik: Kopfhörer & Boxen

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Keine Ton- oder Videobearbeitung gelingt ohne „Abhöre“! Spätestens wenn man die Aufnahme im Studio oder zuhause anhört oder ansieht, hört man die Fehler der Aufnahme: zu leise oder übersteuert, nur ein Kanal zu hören, störende Hintergrundgeräusche oder was am Schlimmsten ist, es ist kein Ton auf der Aufnahme.

 

Deshalb sollte zu Beginn der Aufnahme unbedingt eine kurze Testaufnahme gemacht und mit einem Kopfhörer überprüft werden. Später dann in der Nachbearbeitung können richtige Lautsprecherboxen zum Einsatz kommen.

Kopfhörer

Viele besitzen schon einen MP3-Player oder ein Handy mit Medienplayer, daher sind kleine In-Ear-Kopfhörer weit verbreitet. In der Regel haben sie einen Mini-Klinken-Anschluss und lassen sich an ein Aufnahmegerät problemlos anschließen. Damit kann zumindest überprüft werden, ob ein Ton aufgenommen wird und die gröbsten Fehler lassen sich gut erkennen. Als anspruchsvollere Abhöre sind sie kaum geeignet.

 

Unterschieden wird bei Kopfhörern in „offene“ und „geschlossene“ Kopfhörer. Bei den offenen Bauarten wie den MP3-Kopfhörern sind die Umgebungsgeräusche noch sehr deutlich wahrzunehmen.

 

Geschlossene Systeme schirmen die Umgebungsgeräusche mehr oder weniger stark ab. Damit lässt sich eine Aufnahme sehr viel genauer prüfen und bearbeiten. Übrigens verwenden DJs auch gerne geschlossene Kopfhörer!

Lautsprecherboxen/Abhörmonitore

Wenn die Audio-Werkstatt über einen separaten Studio-Raum verfügt, in dem es auch mal laut werden darf, so sind Lautsprecher ein Muss. Mit Lautsprechern lassen sich Feinheiten von Musik- und Sprach-Aufnahmen besonders gut wiedergeben. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ohren weniger schnell ermüden, als beim Abhören mit dem Kopfhörer. Und die Ohren sind ja das wichtigste Instrument beim Musizieren!

 

Lautsprecher gibt es in allen Größen und Preisklassen. Welche für das Studio am geeignetsten sind hängt nicht nur vom Budget ab. Das wichtigste Merkmal von guten Boxen ist, dass sie den Klang möglichst neutral wiedergeben. Denn ist die Audio-Produktion erst mal fertig, so wird sie ja nicht nur im Studio angehört, sondern auch im Autoradio, mit der Hifi-Anlage, mit den Computer-Boxen, in der Disco etc. Und überall sind andersklingende Boxen im Einsatz. Da kein Tonstudio der Welt alle Lautsprechertypen als Referenz parat hat, versucht man mit neutralen Boxen ein Ergebnis zu erzeugen, dass überall ausgewogen klingen soll.

Aktiv oder passiv?

Boxen lassen sich darüber hinaus unterscheiden, ob sie passiv oder aktiv sind. Eine passive Lautsprecherbox benötigt immer einen Verstärker. Will man so eine passive Box an den Kopfhörerausgang anschliessen, wird man nichts hören können oder das Kabel passt nicht. In der Regel reicht hier ein guter Hifi-Verstärker. Der PC wird mit dem Verstärker mit einem Klinke-Chinch-Kabel verbunden und die Boxen in den Verstärker gesteckt. Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem angeschlossenen CD-Player.

 

Eleganter sind so genannte aktive Lautsprecher. Der Verstärker ist schon in der Box eingebaut und optimal auf die Lautsprecher abgestimmt. Oft verfügt er über mehrere Anschlüsse (Klinke, Cinch, USB), Lautstärkeregler und vielleicht sogar einen iPod-Anschluss. Ein Paar guter Aktiv-Boxen kosten schnell bis zu 500 Euro. Ganz auf Nummer günstig gehen, ist aber auch nicht ratsam. Günstigere PC-Lautsprecher haben meist den Nachteil, dass sie bei hohen Lautstärken klappern und die Frequenzen nicht durchgängig wiedergeben können, es hapert meistens an den Bässen und den hohen Tönen, das Frequenzspektrum ist also eingeschränkt. Eine gute Alternative sind Nahfeld Aktiv-Boxen. Das Paar gibt es hier schon ab ca. 180 Euro.

Handouts

Kaufempfehlungen_Kopfhoerer_Lautsprecher_mit_Glossar.pdf

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