Apps und ihre Möglichkeiten

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Auf dem Markt tummeln sich jede Menge Apps – von der Fahrplanauskunft, über die Wettervorhersage bis hin zum Fantasy-Game für Zwischendurch. Während im Google Play Store für Android derzeit etwa 2 351 000 Apps gefunden werden können, bietet der App-Store für iOS ca. 2 000 000 Apps an (Stand August 2016). Microsoft wiederum steht mit der Anzahl an Apps, im Vergleich zur Konkurrenz, um einiges zurück. Eine App (Abkürzung für den englischen Begriff „Application“) ist dabei nichts anderes als ein Programm, das auf Smartphones und Tablets ausgeführt wird. Im Folgenden werden einige Beispiele der derzeit aktuellen und intensiv genutzten Apps vorgestellt. 

Messenger-Apps

WhatsApp

WhatsApp ist ein Nachrichten-Dienst, der sich durch seine intuitive und multimediale Handhabung nach wie vor einer wachsenden Beliebtheit erfreut. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit nutzen diese App – Tendenz weiter steigend. Neben dem einfachen Versenden von Nachrichten ermöglicht es auch  den Austausch von Bild-, Sprach- und Videonachrichten sowie klassische Telefongespräche über das Internet. Die Inhalte können dabei nicht nur an eine Person, sondern mehrere Teilnehmer/-innen gleichzeitig gerichtet sein. Seit 2014 gehört dieser Nachrichten-Dienst zum Facebook-Konzern. Auch wenn WhatsApp zahlreiche Vorteile und mittlerweile auch eine sogenannte „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ bietet, sollte die App mit Vorsicht genossen werden. Denn so wird bereits mit dem Installieren die Zustimmung dafür gegeben, dass das vollständige Adressbuch des Smartphones unverschlüsselt an einen amerikanischen Server von WhatsApp Inc. weitergeleitet wird. Besonders problematisch ist dabei die Tatsache, dass es nicht nur um die eigenen Daten geht, sondern auch um andere Kontakte aus dem Adressbuch, die den Mobile Messenger möglicherweise nicht einmal nutzen. Seit kurzem veränderte der Messenger-Dienst zudem seine Nutzungsbedingungen so, dass persönliche Daten wie zum Beispiel die Telefonnumer der Nutzer/-innen an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden. Auf diese Weise sollen personalisierte Werbeangebote optimiert werden.

 

Facebook Messenger

Der Facebook Messenger, der hauseigene Chatdienst des Facebook Konzerns, lehnt sich in seiner Funktionsweise an die Möglichkeiten von WhatsApp an. Entsprechend ist das Versenden von Bildern, Dateien, Videos, Sprach- und Textnachrichten (alles in Echtzeit) möglich. Im Gegensatz zu WhatsApp sind beim Messenger nicht alle Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sondern nur solche, die vom Nutzer einzeln ausgewählt werden. Diese Funktion soll bis Herbst 2016 allen Nutzer/-innen zur Verfügung stehen.

 

Allo

Ist ein neuer, mit Zusatzfunktionen ausgestatteter Messenger aus dem Hause Google. Seine Funktion geht entsprechend weit über die Möglichkeiten eines einfachen Nachrichtendienstes hinaus. Allo analysiert die geschriebenen Nachrichten und bietet entsprechende Zusatzinformationen und Hilfen an: Möchte man beispielsweise mit der Person, mit der man gerade schreibt, etwas Essen gehen, bietet die App Restaurantvorschläge an und findet ebenfalls die einzelnen Distanzen und Anbindungen heraus. Im Chat kann das Wetter angezeigt, ein kleines Spiel für Zwischendurch eingeblendet oder auch automatisch ein Termineintrag im Kalender vorgenommen werden. Voraussetzung für die Nutzer/-innen wiederum ist die großzügige Preisgabe an Zugriffsberechtigungen, unter anderem auf die Kontakte, die Nachrichten, die Kamera, die Fotos und die GPS-Daten. Denn nur so kann Allo seine Vorteile ausnutzen und in all seinen Möglichkeiten aktiv werden.

 

Threema/Hoccer

Eine noch relativ unbekannte, deutsche Messenger-App-Alternative ist „Hoccer“, die mit absoluter Anonymität, einer verschlüsselten Nachrichtenübermittlung und keiner Daten-, Nachrichten- oder Adressbuchspeicherung wirbt. Eine Besonderheit der App ist dabei die Möglichkeit, sich alle aktiven Nutzer/-innen in der unmittelbaren Umgebung oder auch weltweit anzeigen zu lassen, darüber mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen und neue Bekanntschaften zu schließen. Ebenfalls eine Alternative zu WhatsApp und Co. bildet der Schweizer Nachrichtendienst Threema. Dieser glänzt durch seine gelungene Mischung aus Sicherheit, Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit und spricht bereits 4 Millionen aktive Nutzer/-innen an (Stand: April 2016). 

 

Signal

Signal gilt als eine der sichersten und datenschutzfreundlichsten Messenger-Apps. Wie bei anderen Nachrichtendiensten kann telefoniert, Nachrichten versendet, Gruppen erstellt sowie Multimediainhalte und Anhänge versendet werden. Dabei wird ein Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprotokoll verwendet, das Nachrichten und Telefonate erst auf dem Telefon des jeweiligen Empfängers entschlüsselt. Jede/-r Interessierte kann den Programmcode prüfen und das Verschlüsselungsverfahren einsehen. Nach eigenen Angaben versucht der Anbieter möglichst wenig Daten zu sammeln, so werden beispielsweise Informationen darüber, wer mit wem kommuniziert, nicht gespeichert. Ebenso kann bei Bedarf in jedem Chat unter den Einstellungen festgelegt werden, wie lange eine Nachricht zu sehen ist bevor sie wieder verschwindet.

 

Telegram

Telegram versucht Nachrichten mit möglichst wenig Datenverkehr zu übertragen. Dabei werden alle Chatnachrichten und zugehörige Dateien auf der Telegram Cloud gespeichert und verbrauchen so keinen Speicherplatz auf dem entsprechenden Gerät. Chatverläufe können auf verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Der Anbieter setzt auf eine Kombination von drei Verschlüsselungsverfahren, bei der Funktion „Geheime Chats“ zerstören sich Nachrichten auf Wunsch selbst und sind per Ende-zu-Ende Verschlüsselung geschützt. Es können große Audio-, Bild- und Videodateien geteilt werden, Gruppen mit bis zu 5.000 Mitgliedern erstellt und Bots eingesetzt werden.

Foto/Video-Communitys

Instagram

Instagram ist eine Foto-Community, die es ermöglicht, Bilder mit Freunden aus aller Welt zu teilen. Ebenfalls können eingestellte Fotos anderer Nutzer/-innen eingesehen und geliked werden. Die App bietet zudem die Möglichkeit, selbstaufgenommene Bilder vor dem Veröffentlichen zu bearbeiten und mit Filtern zu belegen, um das Ergebnis subjektiv noch schöner aussehen zu lassen.

 

Snapchat

Bei Snapchat handelt es sich um eine Mischung aus Messenger und Foto/Video-Community. Mit dieser App können entsprechend Videos und Fotos mit kleinen Kurznachrichten erstellt und vor dem Versenden durch diverse kreative Filter, Emojis oder Spezialeffekte aufgepeppt werden. Das Besondere an der App ist außerdem die Möglichkeit, die Nachricht für den Empfänger nur für wenige Sekunden sichtbar zu machen. Viele verleitet diese Option jedoch zum Versenden sehr persönlicher oder gar intimer Bilder (siehe Artikel „Always on!“ - Nutzerverhalten). Hierbei sollte aber (nicht nur in diesem Fall) vorsichtig mit persönlichen Daten umgegangen werden, denn auch wenn diese auf Empfängerseite wieder verschwinden, kann beispielsweise das Erstellen eines Screenshots und damit das Konservieren der verschickten Inhalte nicht verhindert werden.

 

YouTube

Die Online-Videoplattform YouTube (dt. „du sendest“) hat sich in den letzten Jahren zum führenden Unterhaltungs- und Kommunikationsmedium der Jugendlichen entwickelt. Denn dort finden die Heranwachsenden nicht nur Unterhaltung, Information (zum Beispiel HowTos/Tutorials) oder Musik, wann und wo immer sie wollen, sondern sie können auch sozial interagieren. Es wird kommentiert, bewertet, abonniert und mit Freunden geteilt. Und natürlich können alle, die Lust und etwas zu sagen oder zu präsentieren haben, ihre eigenen Videos auf dem Videoportal hochladen und diese mit anderen teilen. Jede Minute werden etwa 400 Stunden Videomaterial auf YouTube geladen, gleichzeitig werden täglich mehr als vier Milliarden Videos aufgerufen – Zahlen, die zeigen, dass YouTube ein fester Bestandteil der Lebenswelt Jugendlicher geworden ist.

Spiele

Pokémon Go

Derzeitiger Spieletrend weltweit ist die App „Pokémon Go“ bei der Realität und Spiel miteinander verschmelzen („Augmented Reality“; zu deutsch „erweiterte Realität“). Ausgestattet mit einem Smartphone und einer Internetverbindung, begeben sich die Nutzer/-innen auf Entdeckungstour durch das reale Umfeld, um dort Pokémon zu suchen, sie zu fangen, zu trainieren und gegen andere Spieler antreten zu lassen. Um möglichst weit voran zu kommen und im Level zu steigen, ist es wichtig viele Orte zu besuchen und sich dort jeweils nach den kleinen virtuellen Wesen umzuschauen. Der Spaßfaktor ist garantiert, gleichzeitig muss jedoch berücksichtigt werden, dass mit dem Spielen der App viele persönliche Daten, einschließlich der Nutzer-Bewegungsprofile, gesammelt werden. Auch das Thema In-App-Käufe spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Was beim Herunterladen von Apps zu beachten ist

Bevor man als Nutzer/-in eine App herunterlädt, ist stets eine kritische Haltung angebracht, um werteneutral prüfen zu können, ob die geforderten Berechtigungen der App mit den Funktionen, die sie verspricht, übereinstimmen. Bestehen Zweifel gegenüber dem Programm, bieten sich häufig alternative Apps an, die die gleichen Funktionen besitzen, aber weit weniger persönliche Daten speichern. Neben dem Sammeln und Verarbeiten solcher sensiblen und privaten Daten (zum Beispiel zur Nutzung für Werbezwecke), können sich hinter Apps auch Schadprogramme verbergen, die die eigenen Daten auf dem Smartphone ausspionieren. Entsprechend ist auch hierfür ein kritisches Auge gefragt, wobei stets die Seriosität der App und des Anbieters in Frage gestellt werden muss. In jedem Fall ist es ratsam ein Virenprogramm auf dem Smartphone zu installieren, ebenso wie darauf zu achten, stets im Besitz der neusten Version des Betriebssystems zu sein. Das verhindert zwar nicht vollständig den Fremdeingriff in die Privatsphäre – hier ist weiterhin der kritische Smartphone-Besitzer gefragt – überprüft und schließt jedoch mögliche Sicherheitslücken.